Bremer Berufsbildungsforscher entwickeln internationales Berufsbildungs-„PISA“

Was lange als unmöglich galt, etabliert sich weltweit immer mehr: Berufsbildungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Bremen haben mit internationalen Partnern eine Art Berufsbildungs-„PISA“ entwickelt.

Unter Federführung der Bremer Forschungsgruppe Berufsbildungsforschung (I:BB) erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, Norwegen, China und Südafrika im Rahmen des internationalen Forschungsnetzwerks COMET ein Testverfahren, mit dem sie die fachlichen und individuellen Kompetenzen von Berufsschullehrern und –schülern messen können.

Ziel ist es dabei, die Qualität der beruflichen Ausbildung auf internationaler Ebene zu verbessern. Über ihre Forschungsergebnisse haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des COMET-Netzwerks kürzlich auf ihrem ersten internationalen Symposium in Turin (Italien) ausgetauscht und die Weichen für ihre gemeinsame Arbeit für die nächsten Jahre gestellt.

Auf Initiative von Berufsschullehrern führte das Bremer I:BB vor sechs Jahren in Hessen und Bremen eine erste Pilotstudie zur Messung beruflicher Kompetenzen von Berufsschullehrern durch. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem schriftlichen Test über ihre fachlichen Kompetenzen sowie ihr persönliches berufliches Umfeld Auskunft geben. Die Antworten werden in einem aufwändigen Auswertungsverfahren in den jeweiligen Ländern in Zusammenarbeit mit dem Bremer I:BB anonym ausgewertet.
Mittlerweile ist das Verfahren auch in China, Südafrika, Norwegen und der Schweiz an zahlreichen beruflichen Bildungseinrichtungen etabliert – darunter auch Fachschulen und Colleges. Das Testverfahren für Berufsschüler und Berufsschullehrer wird zurzeit in China im Bereich der Kfz-Mechatronikerausbildung unter der Projektleitung der Beijing Normal University praktiziert.

Internationale Bildungs- und Arbeitsministerien interessieren sich für Testverfahren

Insgesamt stößt das Testverfahren international auf großes Interesse. Insbesondere Bildungs- und Arbeitsministerien der beteiligten COMET-Netzwerk-Länder China, Südafrika, Norwegen, Deutschland und Schweiz sind daran interessiert. Zudem prüfen einige Partnerländer der European Training Foundation (ETF) die Möglichkeiten und den Nutzen einer Beteiligung an der internationalen Kompetenzforschung des COMET-Netzwerks. Die ETF ist eine Einrichtung der Europäischen Union (EU) mit Sitz in Turin. Ihr Ziel ist es, Schwellen- und Entwicklungsländern beim Aufbau und der Entwicklung des Arbeitsmarkts beziehungsweise Berufsbildungssystem zu unterstützen. Die ETF hat 31 Partnerländer, acht davon waren auf dem Symposium des COMET-Netzwerks vertreten.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
FB Physik/ Elektrotechnik
Forschungsgruppe Berufsbildungsforschung (I:BB)
Prof. Dr. Dr. h.c. Felix Rauner
Telefon. 0421 218-62632
E-Mail: rauner@uni-bremen.de

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Meike Mossig idw

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