Wirtschaftsstudenten verschmähen den Mittelstand als Arbeitgeber

’impulse’-Umfrage unter 1.500 BWL-Studenten

Nur jeder dritte Betriebswirtschaftsstudent kann sich vorstellen, in einem mittelständischen Unternehmen zu arbeiten / Mittelständler vernachlässigen Personal-Marketing

BWL-Studenten erteilen dem Mittelstand eine deutliche Abfuhr: Nur jeder Dritte von ihnen kann sich vorstellen, dort nach dem Studium tatsächlich zu arbeiten. Das geht aus einer exklusiven Umfrage des Wirtschaftsmagazins ’impulse’ (Ausgabe 5/2002, EVT 18. April) unter 1.500 BWL-Studenten hervor. Für ’impulse’ und den Wiesbadener Software-Anbieter Autinform hat der Bonner Europressedienst 1.500 BWL-Studenten von 19 Unis und Fachhochschulen ausführlich befragt. Von ihnen wollen mehr als die Hälfte (53 Prozent) ihre Karriere lieber in einem Großkonzern starten. Ganz oben in der Gunst stehen dabei Daimler-Chrysler, Siemens und BMW.

Der Mittelstand bietet den Absolventen mit abwechslungsreicher Arbeit und einem hohen Maß an Eigenverantwortung zwar genau das, was viele BWLer von ihrem zukünftigen Arbeitgeber erwarten. Als größtes Defizit wird von den Studenten allerdings der Mangel an Aufstiegs- und Weiterbildungschancen gesehen, belegt die Studie. Auch das Gehalt entspricht nicht den Vorstellungen der BWL-Studenten: So erhoffen sich die Studenten laut ’impulse’-Umfrage ein Einstiegsgehalt von rund 47.000 Euro – das kann kaum ein Mittelständler bezahlen. Und auch die Hitliste der bevorzugten Branchen spricht nicht gerade für den Einstieg im Mittelstand: Denn fast ein Drittel der befragten BWLer favorisiert als ersten Arbeitgeber Unternehmensberatungen (33 Prozent), gefolgt von Banken, Versicherungen (31 Prozent) und Automobilherstellern (25 Prozent). In den mittelstandsdominierten Branchen Maschinenbau und Handwerk sehen sich dagegen nur jeweils etwa zwei Prozent der zukünftigen Diplomkaufleute.

Zudem macht die ’impulse’-Umfrage deutlich: Der Mittelstand spielt beim Werben um die besten Talente seine Vorzüge nicht entsprechend aus. Ein professionelles Personalmarketing betreibt fast keine der Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern: Sie sind weder an der Uni präsent, noch nutzen sie Praktikums- oder Stellenbörsen im Internet und vergeben damit die Chance, schon frühzeitig mit den High-Potentials in Kontakt zu kommen. So haben nur 15 Prozent der befragten Studenten in der Hochschule jemals irgendetwas über ein konkretes mittelständisches Unternehmen erfahren. Und auch in den Internet-Stellenbörsen, die knapp 57 Prozent der Examenskandidaten laut ’impulse’-Umfrage zur Stellensuche nutzen, präsentieren sich nur wenige Mittelständler.

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Carsten Prudent ots

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