Mit dem Bau eines Satelliten zum Space Master

Sie brauchten nur etwa zwölf Monate Vorlaufzeit, bis sie vor gut einem Jahr mit ihrem selbst gebauten, nur ein Kilogramm schweren Pico-Satelliten UWE-1 (Universität Würzburg Experimentalsatellit) in seiner Umlaufbahn per Funk kommunizieren konnten. So rasch können Träume in Erfüllung gehen! Mit UWE-1 führten die Studierenden wissenschaftliche Telekommunikations-Experimente durch. Für diese Arbeiten bekamen sie auf internationalen und nationalen Raumfahrt-Fachkonferenzen mehrere Preise und Auszeichnungen.

Inzwischen packen die Würzburger im Rahmen von Master-Abschlussarbeiten im internationalen, interdisziplinären Studiengang Space Master den Bau eines Nachfolgers an: UWE-2 wird dank Miniaturisierungstechnik wieder als kompletter Satellit in Größe einer Milchtüte realisiert – wie sein Vorgänger ist er ein Würfel mit zehn Zentimetern Seitenlänge und einem Kilogramm Masse. Doch soll er nun seine Position und Ausrichtung im Raum noch besser bestimmen können und die Parameter von Internet-Protokollen unter Raumfahrtbedingungen weiter optimieren helfen.

„Dank ihrer internationalen und interdisziplinären Ausbildung – und vielleicht schon mit dem Rückenwind eines erfolgreich im Orbit arbeitenden eigenen Satelliten – eröffnen sich unseren Space-Master-Absolventen interessante Berufschancen in einem spannenden Arbeitsgebiet“, sagt Professor Klaus Schilling. Ihm zufolge gehen die Raumfahrtpioniere der 80er-Jahre derzeit verstärkt in Pension, und so bestehe in der Raumfahrtindustrie und bei Raumfahrtorganisationen ein enormer Ersatzbedarf.

Wer sich für den internationalen Master-Studiengang „Space Science and Technology“ interessiert, kann sich bis 31. Juli im Internet anmelden: http://www.space-master.de

Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Bachelor-Studium (oder Äquivalent) in den Natur- oder Ingenieurwissenschaften mit guten Noten sowie gute Englischkenntnisse. Das internationale und anspruchsvolle Space-Master-Studium läuft nämlich komplett in englischer Sprache ab. Es beginnt jeweils zum Winter mit dem ersten Semester an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Das zweite Semester findet dann auf dem Space-Campus der schwedischen Technical Universität Luleå in Kiruna statt. Dort sind die Studierenden nördlich des Polarkreises in direkter Nachbarschaft zum europäischen Raumfahrt-Testzentrum – sie können so manchen Start einer Rakete oder eines Höhenballons miterleben.

Das zweite Studienjahr wird, je nach Spezialisierungsrichtung, an einer der sechs internationalen Partneruniversitäten absolviert, die den Studiengang gemeinsam durchführen. Dabei sind folgende Schwerpunktsetzungen möglich:

* Structural dynamics and control, Cranfield University, England

* Space Automation and Control, Tschechische Technische Universität in Prag, Tschechien

* Space robotics, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

* Space Automation, Helsinki University of Technology, Finnland

* Space Technology and Instrumentation, Luleå Technical University, Schweden

* Space, Atmospheric and Solar physics, ebenfalls an der Luleå Technical University

* Space physics, Astrophysics, Planetology, Spatial techniques and Instrumentation an der Université Paul Sabatier in Toulouse, Frankreich

Weitere Informationen: Heidi Schaber, Koordinatorin Space Master, T (0931) 888-6678, schaber@informatik.uni-wuerzburg.de oder Prof. Dr. Klaus Schilling, Lehrstuhl für Technische Informatik (Robotik und Telematik) der Universität Würzburg, T (0931) 888-6647, schi@informatik.uni-wuerzburg.de

Media Contact

Robert Emmerich idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Perowskit-Solarzellen erklimmen neues Leistungs-Hoch

In einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Pavia (Italien) und dem Center for Advancing Electronics Dresden an der Technischen Universität Dresden (Deutschland) haben Forscherinnen und Forscher eine neuartige Methode zur Herstellung…

Blauer Wasserstoff kann das Klima schützen

Eine internationale Gruppe von Forschenden unter Leitung des Paul Scherrer Instituts PSI und der Heriot-Watt-Universität haben die Klimawirkungen von sogenanntem blauem Wasserstoff umfangreich analysiert. Er wird aus Erdgas gewonnen, wobei…

Der Architektur von Krebszellen auf der Spur

Zwei neue Großgeräte für Massenspektronomie für 2,5 Millionen Euro für Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen. Neue, exakte Einblicke auf kleinste Moleküle in Krebs-Gewebeproben möglich. Ziel ist es, Krebs noch…

Partner & Förderer