Startschuss für das Zentrum für Wirkstoffentwicklung Berlin/Brandenburg

Bei der neuen Einrichtung handelt es sich um ein Experten- und Ressourcen-Netzwerk, das vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch initiiert wurde.

Die offene, interdisziplinäre Initiative bündelt das in der Region vorhandene Know-how und die Ressourcen auf dem Gebiet der Wirkstoffentwicklung. Sprecher des Zentrums ist Prof. Walter Rosenthal, Direktor des FMP, Dr. Birgit Oppmann – ebenfalls vom FMP – koordiniert das Netzwerk. Die Berliner Technologiestiftung TSB begleitet über ihre Initiative „BioTOP Berlin-Brandenburg“ das neue Zentrum fachlich.

Das Zentrum fördert und koordiniert den gesamten Prozess der Wirkstoffentwicklung ausgehend von der Identifizierung potentieller Wirk- bzw. Arzneistoffe bis zur präklinischen Entwicklung. Dem Expertenbeirat des Zentrums gehören Grundlagenforscher, Kliniker sowie Spezialisten aus der Biotech-Branche und der Pharmaindustrie an. „Wir wollen Projekte begleiten, die auf die Entdeckung neuer Wirkstoffe zielen“, sagt Prof. Dr. Walter Rosenthal. Der Sprecher weiter: „Die vom Zentrum unterstützten Vorhaben können sowohl aus der Grundlagenforschung als auch aus klinischen Einrichtungen stammen.“ Viele Projekte blieben derzeit noch in einem frühen Stadium stecken, da eine Weiterführung bis zur kommerziellen Einsetzbarkeit den Wirkungshorizont der jeweiligen Einrichtung überschreitet. „Das Ziel ist deshalb“, so Rosenthal, „aussichtsreiche Forschungsprojekte bis zu einem Stadium voranzutreiben, in dem sie für eine kommerzielle Weiterentwicklung in Frage kommen.“

Dr. Kai Bindseil, Leiter von BioTOP betonte die strategische Bedeutung des Zentrums: „Die Wirkstoffentwicklung ist eines von vier strategischen Handlungsfeldern im Masterplan zur Entwicklung des Biotech-Clusters Berlin-Brandenburg. Mit der Etablierung des neuen Zentrums schaffen wir eine leistungsfähige Struktur, mit der wir die ambitionierten Ziele der Region als F&E-Standort für die Arzneimittelentwicklung schneller erreichen können.“

Die Koordinationsstelle des Zentrums, die am FMP angesiedelt ist, wird die erste Zeit intensiv nutzen, um nach interessanten Projekten zu fahnden. „Wir sind dabei, in einer Datenbank zu erfassen, wer in der Region über potentielle Zielstrukturen für Arzneimittel forscht“, erläutert Koordinatorin Dr. Birgit Oppmann. Auf diese Weise würden interessante Ansätze aus der Grundlagenforschung allen Partnern des Zentrums zugänglich gemacht. Birgit Oppmann ist optimistisch: „So können wir Prozesse initiieren, die neuartige Wirkstoffe schneller für eine verbesserte Therapie verfügbar machen.“

Die aussichtsreichsten Projekte wird das Zentrum intensiv begleiten und insbesondere bei der Erschließung von Finanzierungsquellen Unterstützung geben. Die Auswahl der Projekte obliegt dem Expertenbeirat. Die TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin fördert die Initiative für das Zentrum bereits seit dem vergangenen Jahr mit Mitteln aus dem Zukunftsfonds, den sie im Auftrag des Berliner Senats bewirtschaftet. So wird am FMP unter anderem ein automatisiertes Mikroskop im Einsatz sein, das für das Zentrum für Wirkstoffentwicklung als Technologieplattform fungieren wird.

Seinem Widmungsauftrag gemäß betreibt das FMP Forschung auf dem Gebiet der Molekularen Pharmakologie. In diesem Rahmen beschäftigt es sich mit der Struktur, der Funktion und der Interaktion von Proteinen. Aus dieser Beschäftigung gehen neue Ansätze zur Modulation von Proteinfunktionen v. a. durch kleine Moleküle hervor. Damit ist die Forschungstätigkeit des Instituts im Vorfeld der Entwicklung von Arzneimitteln angesiedelt. Kennzeichnend für die wissenschaftliche Arbeit am FMP ist eine enge Verknüpfung von Chemie und Biologie. Die einzigartige Kombination von Technologieplattformen am FMP – darunter ein modernes NMR-Zentrum, die Screening Unit und ein massenspektrometrisches Labor – ermöglicht eine optimale Unterstützung von Forschungsprojekten zur Auffindung von Wirkstoffen. Das FMP ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und ist mit sieben weiteren natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Leibniz-Instituten administrativ im Forschungsverbund Berlin e.V. zusammengeschlossen.

Pressekontakt

Dr. Björn Maul
Wissenschaftliche Koordination & Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94793-102
maul@fmp-berlin.de
Zentrum für Wirkstoffentwicklung
Sprecher:
Prof. Dr. Walter Rosenthal
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94793-100
rosenthal@fmp-berlin.de
Koordinatorin:
Dr. Birgit Oppmann
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94793-283
oppmann@fmp-berlin.de
Beirat des Zentrums:
Prof. Dr. Erich E. Wanker
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Prof. Dr. Thomas F. Meyer
Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Prof. Dr. Roderich Süßmuth
Technische Universität BerlinInstitut für Chemie
Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost
Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
Prof. Dr. Hans Lehrach
Max Planck Institute für Molekulare Genetik
Prof. Dr. Bernd Dörken
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum sowie MDC und Robert-Rössle-Klinik
Prof. Dr. Friedrich Luft
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Franz-Volhard-Klinik sowie MDC
Prof. Dr. Rudolf Tauber
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie
Prof. Dr. Bertram Wiedenmann
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum
Medizinische Klinik m. S. Hepatologie und Gastroenterologie
Dr. Harald Labischinski
Combinature Biopharm AG
Dr. Jochen Knolle
Jerini AG
Dr. Celal Albayrak
ALRISE Biosystems
Dr. Kai-Uwe Bindseil
BioTOP Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Eckhard Ottow
Bayer Schering Pharma AG
Prof. Dr. Matthias Bräutigam
Bayer Schering Pharma AG

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Weitere Informationen:

http://www.fv-berlin.de

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