KMK und BMBF legen ersten gemeinsamen Bericht "Bildung in Deutschland" vor

Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben am Freitag in Plön den gemeinsamen Bericht zur „Bildung in Deutschland“ vorgelegt. Der nationale Bildungsbericht mit dem Schwerpunktthema „Migration“ gibt zum ersten Mal einen Überblick über „Bildung im Lebenslauf“ von der frühkindlichen Bildung über die allgemein bildende Schule, die berufliche Bildung und die Hochschule bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter.


Für KMK-Präsidentin Ute Erdsiek-Rave und BMBF-Staatssekretär Michael Thielen markiert der Bericht den Einstieg in eine kontinuierliche nationale Berichterstattung zur Leistungsfähigkeit des Bildungswesens: „Durch die Bildungsberichterstattung können Bund und Länder bildungspolitische Entscheidungen auf einer deutlich verbesserten Grundlage treffen.“ Zudem bildet der Bericht eine fundierte Basis für die öffentliche Debatte. Künftig soll alle zwei Jahre ein Bildungsbericht erscheinen.

Ein wesentliches Ergebnis des ersten Berichts ist die in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegene Bildungsbeteiligung und Qualifikation der Bevölkerung. Davon profitierten insbesondere Frauen. Gleichzeitig stellt der Bericht fest, Bildungserfolg und soziale Herkunft seien über alle Bildungsbereiche hinweg stark gekoppelt. Dies betreffe vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Erdsiek-Rave und Thielen betonten: „Aus diesem Bericht ergeben sich handfeste Herausforderungen an die Bildungspolitik.“ Sie verwiesen auf die bereits laufenden Reformen, die in die richtige Richtung gehen. So gebe es in den Ländern zahlreiche Aktivitäten, um frühzeitig die Sprachfertigkeit von Kindern zu testen, gezielte Sprachförderung bereits im Vorschulbereich umzusetzen und die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund abzusichern. Dieses Ziel verfolgt auch das von den Ländern und dem Bund gemeinsam getragene Programm „Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“. Im Fokus des Programms steht eine durchgängige und individuelle Sprachförderung vom Kindergarten bis zum Übergang in die Berufsausbildung.

Darüber hinaus verfolgt die KMK Projekte zur frühzeitigen Förderung von Migranten und sozial Benachteiligten und stellt Fortbildungskonzeptionen und -materialien zur Unterrichtsentwicklung, vor allem in den Bereichen Lesen, Geometrie, Stochastik zur Verfügung. Zudem legt sie Konzepte und Materialien für Deutsch als Aufgabe aller Fächer vor. Im Fokus eines weiteren Projekts steht die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. Ihre Diagnosefähigkeit soll ebenso gefördert werden wie der Umgang mit Heterogenität und die individuelle Förderung der Kinder. Außerdem entwickelt die KMK flexibel im Unterricht einzusetzende Aufgabenpools für die Fächer Deutsch und Mathematik.

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen des BMBF ist die berufliche Qualifizierung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Für diese Jugendlichen wird das BMBF in seiner diesjährigen Ausbildungsoffensive gezielte Maßnahmen ergreifen. Beispielsweise soll das neue Strukturprogramm JOBSTARTER dazu beitragen, vor Ort betriebliche Ausbildungsplätze zu erhalten und zu erschließen – für junge Ausländerinnen und Ausländer und in Unternehmen mit ausländischen Inhabern. Dazu finanziert das BMBF die Koordinierungsstelle Ausbildung für Ausländische Unternehmen (KAUSA). Gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Handwerk ist vereinbart, in Betrieben mit ausländischen Inhabern bis zum Jahr 2011 rund 10.000 weitere Ausbildungsplätze zu schaffen. Darüber hinaus soll das BMBF-Programm „Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf“ (BQF) junge Migrantinnen und Migranten besser in das Berufsleben integrieren. BQF bündelt die Benachteiligtenförderung in mittlerweile zehn lokalen und regionalen Qualifizierungsnetzwerken.

Darüber hinaus ist „Bildung und Integration“ ein wichtiges Thema für den Integrationsgipfel, zu dem die Bundeskanzlerin alle maßgeblichen Akteure einladen wird.

Den ersten nationalen Bildungsbericht hat ein unabhängiges interdisziplinäres Konsortium unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. Beteiligt sind das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Hochschul-Informations-System (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Den Bericht sowie weiterführende Materialien und Informationen finden Sie im Internet unter www.bildungsbericht.de.

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