Netzwerkarbeit verstärken: BIBB schließt Kooperationsvertrag mit Handwerkskammer Rheinhessen und Zukunftszentrum Tirol

Die Kompetenzen und Qualifikationen, die Beschäftigte bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten einsetzen, basieren nur noch zum Teil auf den Erfahrungen, die im formalen Bildungswesen (z. B. in Schule oder Hochschule) erworben wurden. In einer modernen Arbeitswelt gewinnt das informelle Lernen, das „nebenher“, z. B. am Arbeitsplatz erworbene Wissen und Können zunehmend an Bedeutung. Um die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Kompetenz- und Qualifikationserwerb weiter zu verstärken, hat das Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit der Handwerkskammer Rheinhessen in Mainz und dem Zukunftszentrum Tirol (Österreich) einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Ziel der Partnerschaft ist es, Konzepte zu entwickeln, die es sowohl dem Einzelnen als auch den Betrieben ermöglichen, die fachlichen, personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen systematisch zu identifizieren, um sich so besser auf die zukünftigen Anforderungen einer sich schnell verändernden Arbeitswelt einstellen zu können.

Für Prof. Dr. Reinhold Weiß, stellvertretender Präsident des BIBB, verdeutlicht die Kooperation beispielhaft, wie wichtig es ist, sich an der europaweiten Diskussion über die Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen zu beteiligen. „Gleichzeitig muss aber auch die Forschung in diesem Bereich vorangetrieben und eine Klammer zur praktischen Arbeit vor Ort in den Betrieben hergestellt werden. Das Bundesinstitut sieht hierin eine wichtige Aufgabe, die mit dieser Kooperationsvereinbarung verstärkt wird.“

„Mit dem BIBB haben die Handwerkskammer Rheinhessen und wir einen starken Partner bekommen, um eines der zentralen Themen zur Zukunft der Arbeit in einer breiten Öffentlichkeit zu positionieren“, so Bertram Wolf, Leiter des Zukunftszentrums Tirol. „Europas Ressource sind die Menschen und ihre Kompetenzen. Rund 70 Prozent von dem, was wir können, steht in keinem Zertifikat oder Zeugnis. Diese Kompetenzen sichtbar zu machen und zugunsten der einzelnen Personen und der Volkswirtschaft zu nutzen, ist der Kern der inhaltlichen Zusammenarbeit und der Partnerschaft.“

Elisabeth Portz-Schmitt, Projektleiterin bei der Handwerkskammer Rheinhessen erklärte: „Wir freuen uns, dass die gute inhaltliche Zusammenarbeit jetzt auch in eine entsprechende Form gegossen wird. Die Handwerkskammer Rheinhessen ist stolz darauf, dass ihre Arbeit für die Verbesserung der Ausbildung im Handwerk auf Interesse stößt. Eine Resonanz, die sogar über die Landesgrenzen hinaus geht.“

Das von der Handwerkskammer Rheinhessen durchgeführte Entwicklungsvorhaben „Kompetenzen für die eigenständige und flexible Gestaltung der Berufslaufbahn“ ist Bestandteil des vom BIBB betreuten Entwicklungsprogramms „Flexibilitätsspielräume für die Aus- und Weiterbildung“. Dieses Programm umfasst 28 Einzelvorhaben und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die fachliche Zusammenarbeit wurde nun auf das Projekt „Kompetenzwerkstatt“ des Zukunftszentrums Tirol erweitert.

Weitere Informationen im Internet über nachfolgend aufgeführten Link.

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt:

Gisela Westhoff, Tel.: 0228 / 107-1509, Fax: 0228 / 107-2995, westhoff@bibb.de

Ansprechpartner für Medien

Andreas Pieper idw

Weitere Informationen:

http://www.bibb.de/de/4929.htm

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