Dialogmarketing: Zwei kommunikative Ausbildungsberufe für August 2006 geplant!

Call Center erleben einen Boom – schon seit mehreren Jahren! Unternehmen greifen immer häufiger auf deren professionelle Dienstleistungen zurück, um z.B. neue Kundenkontakte aufzubauen, dem Wunsch der Kunden nach effizienter Betreuung besser nachzukommen und sie langfristig an sich zu binden. Die von Call Centern übernommenen Aufgaben sind vielfältig: Produktinformationen, Hotline-Service und Terminvereinbarungen gehören ebenso dazu wie die Kundenberatung – und sie stehen dem Verbraucher oftmals rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Mit der Vielfalt der Aufgaben sind die Anforderungen an das in Call Centern beschäftigte Personal gestiegen – und gestiegen ist damit auch das Bedürfnis der Branche nach einer qualifizierten Berufsausbildung in ihrem Tätigkeitsfeld, dem „Dialogmarketing“. Zwei vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den Sozialparteien entwickelte neue Ausbildungsberufe, die „Servicefachkraft für Dialogmarketing“ und der/die „Kaufmann/frau für Dialogmarketing“ tragen diesem Bedürfnis Rechnung. Die Entwürfe der Ausbildungsordnungen zu beiden Berufen wurden am 27.01.2006 von den Vertretern/innen der Sozialparteien, der Kultusministerkonferenz und der zuständigen Ministerien auf ihrer „Gemeinsamen Sitzung“ verabschiedet und für den Ausbildungsbeginn im August 2006 auf den Weg gebracht.

Im Mittelpunkt des zweijährigen Berufs „Servicefachkraft für Dialogmarketing“ steht die Kommunikation mit den Kunden. Dazu gehören u.a.

§ die Analyse des Kundenbedarfs und die Kundenberatung bis hin zur Lösung spezifischer Probleme,

§ die Bearbeitung und Beantwortung von Aufträgen, Reklamationen und Kundenanfragen,

§ die Präsentation und der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen,

§ die Mitarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung von Projekten sowie die Dokumentation von Projektergebnissen.

Beim dreijährigen Beruf „Kaufmann/frau für Dialogmarketing“ liegt der Schwerpunkt auf dem Kontakt zu den Auftraggebern, die ihre Zielgruppe durch Call Center betreuen lassen möchten, und auf der Steuerung der jeweiligen Aufträge. Dazu gehören u.a.

§ die Planung, Organisation, Kontrolle und Dokumentation von Kampagnen und Projekten,

§ die Beschaffung des dazu erforderlichen Personals, die Planung ihres Einsatzes und ihre Unterweisung,

§ die Mitwirkung bei der Gestaltung von Dienstleistungsangeboten und ihrer Anbahnung und Gestaltung bis hin zum Abschluss von Verträgen,

§ die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen für potentielle Auftraggeber und der Verkauf dieser Angebote,

§ die Bearbeitung von Anfragen, Aufträgen und Reklamationen.

Die dreijährige Ausbildung der Kaufleute für Dialogmarketing baut auf der zweijährigen Ausbildung zur Servicefachkraft für Dialogmarketing auf. Auszubildende, die sich im ersten Schritt für den zweijährigen Ausbildungsberuf entschieden haben, können sich diese Ausbildung auf den dreijährigen Beruf anrechnen lassen.

Einsatzfelder sind für beide Berufe neben Call Centern die Servicecenter von Industrie-, Handels und Dienstleistungsunternehmen sowie Institutionen, die für den Dialog mit ihren Kunden spezielle Organisationseinheiten eingerichtet haben (u.a. der Öffentliche Dienst).

Voraussetzung für den Erlass der beiden Ausbildungsordnungen ist die Zustimmung der zuständigen Gremien des Bundes und der Länder. Liegen sie vor, werden sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie noch im April 2006 beschlossen und verkündet.

Weitere Informationen

Ø im Internet zum Beruf Servicefachkraft für Dialogmarketing und zum Beruf Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing über nachfolgend aufgeführte Links.

Ø im BIBB zu beiden Berufen bei Herrn Martin Elsner, Arbeitsbereich 4.1, Kaufmännische Dienstleistungsberufe und Berufe der Medienwirtschaft, Tel.: 0228/107-2430; E-Mail: elsner@bibb.de

Ansprechpartner für Medien

Dr. Ilona Zeuch-Wiese idw

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