Schlüsselqualifikationen für ein MBA – Studium

VDE - Zukunftsanforderungen

Globalisierung, Strukturwandel und Schlüsseltechnologien sind einige der Megatrends, die einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung des Arbeitsumfeldes und damit auch auf die Qualifikation von Mitarbeitern haben werden. Welche Schlüsselqualifikationen werden in der Zukunft verlangt? Kann ein MBA – Studium diese Berufsqualifikationen vermitteln?

Deutsche Unternehmen verlangen von ihren Nachwuchsführungskräften neben Fachwissen soziale Kompetenz, interdisziplinäres Denken, eine überdurchschnittliche Problemlösekompetenz und ein erkennbares Führungspotenzial. Die am häufigsten vermissten Eigenschaften sind ausgeprägte Führungsqualitäten sowie die Fähigkeit zur Selbstkritik, so das Ergebnis einer kürzlich von der Kienbaum Exekutive Consultants GmbH (KEC) vorgelegten „High Potential Studie“. In den genannten Kategorien unterscheiden sich die „High Potentials“ deutlich von „normalen“ Absolventen. Gute akademische Leistungen und Methodenwissen spielen laut Studie bei der Abgrenzung nur noch eine untergeordnete Rolle.

Was sind Schlüsselqualifikationen? Experten der DEKRA Akademie gingen diesen Fragen ebenfalls nach und analysierten Tausende von Stellenangeboten. Ihr Fazit: Der Einzelkämpfer alter Prägung hat ausgedient, Teamfähigkeit gekoppelt mit Engagement und Eigeninitiative sind gefragt. Bringt der Interessent auch noch Berufserfahrung und Englischkenntnisse mit, hat er – das notwendige Fachwissen vorausgesetzt – beste berufliche Chancen. Insgesamt wurden 32.573 Begriffe gezählt (wobei Mehrfachnennungen möglich waren) und anschließend zwölf Gruppen von Qualifikationen zugeordnet. Dabei konnten die folgenden „Top-Five“ 70 Prozent der Nennungen auf sich verbuchen:

Arbeitsverhalten – hier dominierten die Schlüsselqualifikationen Selbstständigkeit, kundenorientiertes Verhalten und Lernbereitschaft.

Soziale Kompetenzen – Teamfähigkeit führte das Ranking an.

Berufserfahrung – die von fast der Hälfte aller Unternehmen vorausgesetzt wurde (16,7 % sprachen dagegen gezielt Berufsstarter sowie Neu- und Wiedereinsteiger an).

Leistungs- und Gestaltungsmotivation – hier machten Engagement, Eigeninitiative und Eigenmotivation zusammen zwei Drittel der Nennungen aus.

Fachübergreifende Kompetenzen – der Begriff lag überraschend weit vor den unter-nehmerischen Fähigkeiten.

Die weiteren Gruppen teilten sich die übrigen 30 Prozent:

Persönlichkeitsmerkmale – vor allem Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein und Aufgeschlossenheit. Fremdsprachen – ohne Englischkenntnisse sinken die Chancen für Bewerberinnen und Bewerber rapide, sie werden in mehr als 80 Prozent aller Ausschreibungen konkret gefordert. Kommunikative Fähigkeiten – in mehr als 60 Prozent aller Inserate wird ein ausgeprägtes Kommunikationsvermögen verlangt. Führungsverhalten – sollte vereint sein mit Durchsetzungs- und Überzeugungsvermögen. Gepflegte äußere Erscheinung und sicheres Auftreten gewünscht. Emotionale Stabilität – hier zählt vor allem die Belastbarkeit. Verkäuferische Fähigkeiten landeten am Ende des Rankings.

Aus älteren Untersuchungen des BIBB (1997) und aus der Delphi Studie von 1997 lassen sich weitere Trends für die Zukunft erkennen. Führungskräfte sollten folgende Fähigkeiten und Kenntnisse haben, um den mit der Internationalisierung des Wirtschaftens und der Globalisierung des Wettbewerbs um Arbeitsplätze und Betriebsstandorte verbundenen Herausforderungen zu entsprechen.

Zum ersten ist hohe fachliche Kompetenz die entscheidende Grundlage für die berufliche Arbeit im internationalen Kontext und Basis der „internationalen Qualifikation“.
Fremdsprachenkompetenz ist die zweite, für internationales berufliches Handeln selbstverständliche Fähigkeit, wobei die Beherrschung der englischen Sprache oberste Priorität hat.
Interkulturelle Kompetenz ist die dritte entscheidende Dimension. Sie umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten und Kenntnisse, die im Kontakt mit ausländischen Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern erworben werden können.

Zahlreiche zukünftige Führungskräfte aber auch Unternehmen interessieren sich deshalb für den MBA-Abschluss. Ziel ist es unternehmerische Schlüsselqualifikationen zu erwerben, um im Unternehmen das betriebswirtschaftliche „Know How“ zu erhöhen. Die zum Teil sehr durchstrukturierten MBA-Programme geben den teilnehmenden Führungskräften oft nur begrenzt die Chance, die dem Unternehmen wichtigen Fähigkeiten zu erlernen bzw. umzusetzen. Die Anlyse von MBA-Programmen zeigt eindeutig, dass ein MBA-Programm für Unternehmen immer – unabhängig von dem besuchten Kurs – unverbindlich bleibt, wenn es nicht in ein längerfristiges Personal-Entwicklungsprogramm eingebettet ist.


Autor: Detlev Kran
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