Anteil der Studienabbrecher steigt leicht auf 25 Prozent

Bulmahn: „Mit Hochschulreform in Zukunft mehr Abschlüsse“

Der Anteil der Studienabbrecher ist im Vergleich zur letzten Erhebung 2002 leicht um zwei Punkte auf 25 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Studie des Hochschul-Informations-System (HIS) hervor, die sich auf die Anfängerjahrgänge der deutschen Studierenden zwischen 1995 und 1997 bezieht, und am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn mahnte angesichts der Daten eine entschlossene Reform der Hochschulen an. „Transparente Studienstrukturen und eine bessere Betreuung können die Abbruchzahlen senken.“ Die Erweiterung des Auswahlrechts der Hochschulen bei den Studienanfängern werde sich ebenso positiv auf die Motivation auswirken wie die Internationalisierung des Studiums. „Die Einführung zweistufiger und gut strukturierter Studiengänge mit Bachelor- und Masterab-schlüssen wird den Studienerfolg erhöhen.“

Dies bestätigt auch die HIS-Studie. So lagen die Abbruchquoten an den Universitäten für Fächer mit modernen Strukturen und hoher Motivation der Studierenden deutlich unter dem Schnitt und entwickelten sich weiter positiv. Das gilt insbesondere für Pharmazie (2004: 12 Prozent zu 2002: 17 Prozent), Medizin (11 zu 8 Prozent) und Biologie (15 Prozent gleich bleibend). Auch bei den Rechtswissenschaften ergab sich etwa durch die Einführung der so genannten Freischussregelung ein Rückgang bei der Abbruchquote von 27 auf 16 Prozent. In den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften war insgesamt ein Rückgang der Abbruchquote um 2 Prozentpunkte auf 28 Prozent zu verzeichnen.

In den Ingenieurwissenschaften sowie Mathematik und Naturwissenschaften stieg dagegen der Anteil der Abbrecher markant an. Als Grund dafür nehmen die HIS-Experten falsche Erwartungen und Leistungsdefizite der Studierenden sowie Probleme bei der Finanzierung des Lebensunterhalts an. In den Ingenieurwissenschaften stieg die Abbruchquote im Durchschnitt von 26 auf 30 Prozent. Die gleiche Tendenz zeigte sich bei den Fächern Chemie (von 23 auf 33 Prozent), Physik (von 24 auf 30 Prozent) und Mathematik (von 12 auf 26 Prozent). Die ohnehin hohen Abbruchquoten der Sprach- und Kulturwissenschaften erhöhten sich weiter um vier Punkte auf aktuell 45 Prozent. Nach HIS-Untersuchungen sind die Hauptgründe dafür die offene Struktur dieser Studiengänge, wie auch unsichere Arbeitsmarktchancen und unklaren beruflichen Vorstellungen.

An Fachhochschulen ist die Studienabbruchquote mit 22 Prozent (2002: 20 Prozent) nach wie vor niedriger als an Universitäten mit 26 Prozent (24 Prozent).

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