Pisa-Forscher kritisiert "Stückwerk" bei den Bildungsreformen

Der Leiter der deutschen Pisa-Studie, Manfred Prenzel. kritisiert in der ZEIT die aktuellen Bildungsreformen als „Stückwerk“. „Wenn wir etwas ändern wollen“, sagt der Kieler Erziehungswissenschaftler, „dann müssen wir doch Ziele formulieren, die Einzelmaßnahmen darauf beziehen und Fristen setzen.“ Das vermisse er an vielen Schulen, Universitäten und in der Bildungspolitik.

In der Lehrerbildung gebe es bislang nur kosmetische Änderungen. „Die Universitäten nehmen die Lehrerbildung noch nicht richtig ernst“, kritisiert er. Viel Hoffnung werde in das neue Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen gesetzt, das Standards für Tests entwickeln solle. „Bis die Standards in den Schulen Wirkung zeigen, vergehen fünf Jahre“, mahnt Prenzel. Außerdem sei das Institut nur mit 20 Stellen ausgestattet, während das niederländische Testinstitut mehr als 300 Mitarbeiter beschäftige. Die versprochene Selbstständigkeit von Schulen sei bislang mehr Rhetorik als Realität, viele Ganztagsschulen seien in Wirklichkeit nur Halbtagsschulen mit Mittagstisch.

Um die Schulen voranzubringen fordert Prenzel einen echten „Wettbewerbsföderalismus“ zwischen den Bundesländern. Dazu müssten die Bildungspolitiker sportlicher miteinander umgehen und sich nicht gegenseitig vorwerfen gleichmacherisch, beziehungsweise ungerecht zu sein.

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Elke Bunse DIE ZEIT

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