Einmalig in Deutschland: Studiengang Sicherheit und Gefahrenabwehr

Großbrand, Flut oder Flugzeugabsturz sind seltene Ereignisse. Trotzdem muss die Gesellschaft darauf vorbereitet sein. Das entsprechende Rüstzeug kann man ab Herbst in Magdeburg erwerben. Erstmalig in Sachsen-Anhalt gibt es dabei die Doppelimmatrikulation an Uni und FH in einem Direktstudiengang der zu Bachelor und Master führt.

Mit dem Wintersemester 2003/04 startet der neue gemeinsame Studiengang „Sicherheit und Gefahrenabwehr“ der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Nach sieben Semestern kann ein Bachelor-Abschluss erreicht werden und nach weiteren drei Semestern ist ein Master-Abschluss möglich. Die Einschreibung führt zur Doppelimmatrikulation an Hochschule und Universität. Die Lehrveranstaltungen finden an beiden Hochschulen statt.

Mit dem neuen Studiengang wird sowohl fachlich Neuland beschritten als auch auch in der Zusammenarbeit von Universität und Fachhochschule. Der Rektor der Univer-sität, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann: „Mit diesem Studienangebot knüpfen wir an die Tradition der 80er Jahre an. Schon damals wurde das Führungspersonal der Berufsfeuerwehr bei uns ausgebildet. In der Konkurrenz mit anderen Standorten, die sich um diesen Studiengang bemüht haben, hat diese Vorgeschichte eine große Rolle gespielt.“

Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Fachhochschule, freut sich besonders darüber, „dass nur ein Jahr nach der Flutkatastrophe die beiden Magdeburger Hochschulen ihre Verantwortung für ein solches gemeinsames Studienkonzept unterstreichen.“ Die durch die Flut entstandene Dringlichkeit habe die Absicht befördert, dass Universität und Fachhochschule erstmals gemeinsam ein Studienprogramm anbieten.

Großbrand, Flut oder Flugzeugabsturz sind seltene Ereignisse. Trotzdem muss die Gesellschaft darauf vorbereitet sein. Dazu werden Szenarien entwickelt. Diese stellen denkbare alternative Zukunftsentwicklungen dar und erlauben es, Abwehrmaßnahmen und entsprechende Managementstrategien abzuleiten. Ihre Ausarbeitung erfordert die Beherrschung naturwissenschaftlicher und technischer Grundlagen sowie deren Anwendung. Hinzu kommt die besondere Berücksichtigung des Managements von Krisensituationen. Die Ausbildung im Studiengang „Sicherheit und Gefahrenabwehr“ ist demzufolge naturwissenschaftlich-technisch orientiert mit Schwerpunkten in Mathematik, Physik, Chemie, Thermodynamik, Bauwesen, Umweltschutz, Strömungsdynamik sowie Spezialfächern wie Brand- und Explosionsschutz, Anlagensicherheit, Baulicher Brandschutz, Schadstoffausbreitung, Störfallfolgen, Technik und Taktik der Gefahrenabwehr. Sie beinhaltet aber auch psychosoziale Aspekte beim Einsatz, Laborpraktika und Spezialisierungen wie Hochwasserschutz und Rettungswesen.

Im 4. Semester ist ein Praktikum vorgesehen, zum Beispiel als Grundausbildung bei der Feuerwehr oder als Industriepraktikum. Die späteren beruflichen Chancen werden – nicht nur weil es sich um ein einmaliges Angebot in Deutschland handelt – als besonders gut eingeschätzt, beispielsweise im höheren und gehobenen Dienst der Feuerwehr, in Fachbehörden des Brand-, Katastrophen- und Umweltschutzes, Ingenieur- und Sachverständigenbüros, bei Herstellern von Sicherheitstechnik, im Sicherheitsmanagement in Unternehmen oder als Sachverständige bei Versicherungen und Banken.

Magdeburg ist als Ausbildungszentrum für diesen Studiengang geradezu prädestiniert, da bundesweit und selbst international die enge räumliche Bündelung der Kompetenzen an Hochschule, Universität, Institut der Feuerwehr Heyrothsberge sowie Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge kaum vergleichbar ist. Außerdem wird eine Tradition in Magdeburg aufgegriffen – bereits von 1967 bis 1993 wurden an der damaligen TH bzw. TU Brandschutz-Diplom-Ingenieure und an der Fachschule Heyrothsberge Brandschutzingenieure ausgebildet.

Zulassungsvoraussetzung ist die Allgemeine Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife, Interessenten können sich bis zum bis zum 30.9.2003 um einen Studienplatz bewerben.

Fachliche Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Michael Rost
Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), Fachbereich Bauwesen
Telefon: 0391 – 886-4808, Fax: – 886-4213
E-Mail: michael.rost@bw.hs-magdeburg.de

Dr.-Ing. Marcus Marx
OvG Universität Magdeburg, Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik
Telefon: 0391 – 671-8115, Fax: -1128
E-Mail: marcus.marx@vst.uni-magdeburg.de

Media Contact

Norbert Doktor idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Analyse von Partikeln des Asteroiden Ryugu liefert überraschende Ergebnisse

Eine kleine Landekapsel brachte im Dezember 2020 Bodenpartikel vom Asteroiden Ryugu zur Erde – Material aus den Anfängen unseres Sonnensystems. Gesammelt hatte die Proben die japanische Raumsonde Hayabusa 2. Geowissenschaftler…

Kollision in elf Millionen Kilometern Entfernung

Die im letzten Jahr gestartete NASA-Raumsonde DART wird am 27. September 2022 um 1.14 Uhr MESZ in elf Millionen Kilometer Entfernung von der Erde erproben, ob der Kurs eines Asteroiden…

Wie die Erderwärmung astronomische Beobachtungen beeinträchtigt

Astronomische Beobachtungen mit bodengebundenen Teleskopen sind extrem abhängig von lokalen atmosphärischen Bedingungen. Der menschgemachte Klimawandel wird einige dieser Bedingungen an Beobachtungsstandorten rund um den Globus negativ beeinflussen, wie ein Forschungsteam…

Partner & Förderer