Neues Zentrum für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig

Zwei Max-Planck-Institute zusammengeführt / Erweiterungsbau geplant

Das Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung (Leipzig) und das Max-Planck-Institut für psychologische Forschung (München) werden – vorbehaltlich der Zustimmung der Finanzierungsträger ab 1. Januar 2004 zum Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften zusammengeführt. Das hat der Senat, das höchste Entscheidungsgremium der Forschungsorganisation, in erster Lesung am 5. Juni bei seiner Sitzung anlässlich der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Hamburg beschlossen.

Ab 2004 wird das neue Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften aus zwei Teilinstituten an den beiden Standorten München und Leipzig bestehen. Der Umzug des Münchener Max-Planck-Instituts für psychologische Forschung nach Leipzig ist für das Jahr 2006 vorgesehen. In dieser zweijährigen Interimsphase werden die Weichen für die künftige Arbeit des neuen Max-Planck-Instituts gestellt. Dafür soll ein Erweiterungsbau auf einem unmittelbar angrenzenden Grundstück zum Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung in Leipzig entstehen.

Mit dem gemeinsamen großen Zentrum unter einem Dach schafft die Max-Planck-Gesellschaft am Standort Leipzig einzigartige Voraussetzungen für die interdisziplinäre Verbundforschung auf dem Gebiet der behavioralen und neurobiologischen Grundlagen menschlicher Kognition. Mit der Bündelung der Ressourcen der beiden Max-Planck-Institute und den durch die Fusion zu erwartenden Synergieeffekten wird das neue Zentrum auf dem Gebiet der Kognitions- und Neurowissenschaften auch international einen deutlichen Akzent setzen.

Bis zum Jahr 2006 sollen am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften fünf Abteilungen bestehen bzw. eingerichtet werden:

  • Neurokognition der Sprache (Prof. Angela Friederici)
  • Neurologie (Prof. Yves von Cramon)
  • Wahrnehmung und Handlung (Prof. Wolfgang Prinz)
  • Exekutive Funktionen (N.N.)
  • Bildgebende Verfahren (N.N.)

Im Mittelpunkt des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften stehen die Erforschung von kognitiven Prozessen und Gehirnprozessen beim Menschen. Besondere inhaltliche Schwerpunkte sollen in den Bereichen Handlung, Sprache und Musik gesetzt werden. Untersucht werden insbesondere die Planung und Produktion von Sprache und Handlungen, die Wahrnehmung von Handlungen und Handlungsergebnissen, von Sprache und Musik sowie die Interaktion und gemeinsame Funktionsgrundlagen von Produktion und Perzeption in verschiedenen anderen kognitiven Domänen.

Die Aktualität und Attraktivität dieser theoretischen Arbeitsfelder erhält nun in Leipzig einen entsprechenden Rahmen. In methodischer Hinsicht wird am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften das gesamte Spektrum von Verfahrensweisen, die im Bereich der Kognitions- und Neurowissenschaften etabliert sind, an einem Ort zur Verfügung stehen. Moderne Imaging-Methoden, die auch in traditionell verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen einen immer größeren Stellenwert gewinnen, sollen an dem Zentrum gepflegt und weiterentwickelt werden. Für die bislang überwiegend verhaltensbasierte Arbeit des Münchener Max-Planck-Instituts ergeben sich durch die Tätigkeit in einem neurowissenschaftlich orientierten Umfeld neue Forschungsperspektiven die überwiegend neurowissenschaftlich orientierten Leipziger Arbeitsgruppen profitieren ihrerseits von einem breit angelegten verhaltenswissenschaftlich orientierten Umfeld und den dort entwickelten experimentellen Paradigmen. Eine enge Verzahnung zwischen inhaltlicher Forschung und technologischer Entwicklung ist das besondere Markenzeichen des neuen Max-Planck-Instituts in Leipzig und zugleich die Grundlage für seine forschungsstrategische Perspektive.

Media Contact

Dr. Andreas Trepte Max-Planck-Gesellschaft

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