Forschungsverbund "FitForAge" schafft neue Lösungen für das Leben im Alter

In diesem Verbund arbeiten zehn Hochschullehrer aus vier bayerischen Universitäten mit 25 Industriepartnern an der Forschung und Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die das Leben im Alter erleichtern sollen.

Die alternde Gesellschaft und die damit verbundene demographische Entwicklung stellen eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar.

Um die daraus entstehenden Probleme zu meistern, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Im von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderten Verbund „FitForAge“ ist es gelungen, ein Team von hochmotivierten und kompetenten Partnern aus Industrie, Forschung und Universitäten zu bündeln.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser, Leiter des Fraunhofer IIS und Inhaber des Lehrstuhls für Informationstechnik mit dem Schwerpunkt Kommunikationselektronik LIKE der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, hat die Rolle des Verbundsprechers übernommen. Weitere Kollegen aus der Erlanger Universität sind Prof. Dr. Joachim Hornegger (Lehrstuhl für Informatik 5, Mustererkennung), Prof. Dr. Hellmut Erzigkeit (Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik), Prof. Dr. Harald Meerkamm (Lehrstuhl für Konstruktionstechnik) und Prof. Dr. Jörn Thielecke (Lehrstuhl LIKE). „Zum Auftakt arbeiten zehn Lehrstühle der Universitäten Erlangen-Nürnberg, Regensburg und Würzburg sowie der Technischen Universität München mit 25 deutschen Industrieunternehmen und dem Fraunhofer IIS zusammen, um in den kommenden drei Jahren für drei definierte Themenfelder Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die dann in marktfähige Lösungen umgesetzt werden“, erklärt Sprecher Prof. Gerhäuser.

Die Entwicklungen im Themenfeld „Fit4Life“ sollen es Menschen mit Hilfe altersgerechter technischer Systeme ermöglichen, länger ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen zu können. Anhand von Beispielen werden geeignete Ansätze implementiert und evaluiert. Der Bereich „Fit4Mobility“ steht für die Bereitstellung technischer Grundlagen für verbesserte Fortbewegungsmöglichkeiten und damit Unabhängigkeit für alle Altersgruppen. Im Fokus künftiger Arbeiten liegen ein mobiler Fitnessbegleiter, ein Orientierungsassistent sowie Fußgänger- und Fahrzeugmobilität.

Das Themengebiet „Fit4Work“ soll durch technische Erleichterungen helfen, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Ziel ist es, durch die Entwicklung innovativer, flexibler und wirtschaftlicher Konzepte ältere und leistungsgewandelte Mitarbeiter effizient und nachhaltig innerhalb produzierender Unternehmen zu integrieren. Ihre individuellen Stärken kommen der Gesellschaft so länger zu Gute. Wichtig dabei sind Forschungsgebiete wie Robotik, Montagesysteme oder Logistiksysteme.

Zwei Querschnittsprojekte schließlich sollen in Kooperation mit allen Forschungs- und Industriepartnern die Akzeptanz älterer Menschen bei der Anwendung der Entwicklungen erhöhen, gleichzeitig auch Richtlinien für eine angemessene und einheitliche Gestaltung garantieren: „Fit4Use“ hat dabei die zentrale Aufgabe, sozialwissenschaftliche Beratung bei der Entwicklung und Evaluation altersgerechter Technologien bereitzustellen. Es gilt, das Bewusstsein für sozialpsychologische Aspekte der Produktentwicklung zu steigern. ­“FitforProduct“ berücksichtigt die typischen Altersbedingungen. Ursachen für die Leistungseinschränkungen im Alter sollen systematisch erarbeitet und die Ergebnisse in einer geeigneten Testumgebung verifiziert werden. Dadurch werden Gestaltungsrichtlinien für Entwicklungen geschaffen, die alle spezifischen Aspekte berücksichtigen und eine Akzeptanz der Produkte durch den Nutzerkreis älterer Menschen ermöglichen.

Nach dem offiziellen Start werden die Projektpartner nun mit den Arbeiten beginnen. Künftig wird es in Erlangen auch eine Geschäftsstelle am Lehrstuhl LIKE geben, die alle Aktivitäten zentral koordinieren wird.

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in Nürnberg, Fürth und Dresden ist heute das größte Fraunhofer-Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Entwicklung der Audiocodierverfahren MP3 und MPEG-4 AAC ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt geworden.

In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen und ent­wickeln die Wissenschaftler auf folgenden Gebieten: Digitaler Rundfunk, Audio- und Multimediatechnik, digitale Kinotechnik, Entwurfs­automatisierung, integrierte Schaltungen und Sensorsysteme, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke, Lokalisierung und Navigation, Hochgeschwindigkeitskameras, Ultrafeinfokus-Röntgentechnologie, Bildverarbeitung und Medizintechnik sowie IuK-Technologien für die Logistik-Dienstleistungswirtschaft.

520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die ­Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das Budget von 61 Millionen Euro wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von 20 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.

Media Contact

Marc Briele idw

Weitere Informationen:

http://www.iis.fraunhofer.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close