Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent

15.03.2017

Das RWI erwartet für das Jahr 2017 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Im nächsten Jahr wird es mit 1,8 Prozent etwas höher ausfallen. Der Staatshaushalt wird weiterhin einen Überschuss von voraussichtlich 17 Milliarden Euro in diesem und nur geringfügig weniger im nächsten Jahr erzielen. Die Beschäftigung wird zunehmen, die Arbeitslosigkeit aber trotzdem kaum zurückgehen. Dies vor allem, weil es gilt, vermehrt anerkannte Asylsuchende mit zunächst ungünstigen Beschäftigungschancen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die weltwirtschaftlichen Perspektiven sind günstig, der unklare zukünftige Kurs der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik ist jedoch ein Unsicherheitsfaktor.

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erhöht seine Konjunkturprognose für das Jahr 2017 leicht von 1,2 auf 1,3 Prozent Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für das Jahr 2018 geht das RWI von einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent aus, nachdem es im Dezember noch 1,6 Prozent erwartet hatte.

Dass die Rate in diesem Jahr deutlich unter der von 1,9 Prozent im vergangenen liegt, ist überwiegend auf die geringere Zahl von Arbeitstagen zurückzuführen, aber auch die Binnennachfrage verliert etwas an Schwung. „Die Realeinkommen der privaten Haushalte werden wegen der höheren Inflation wohl nicht mehr so stark steigen und damit auch der private Konsum nicht“, sagt RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn.

Auf dem Arbeitsmarkt sind für den Zeitraum bis 2018 gegenläufige Entwicklungen bei Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit zu erwarten: Der Beschäftigungsaufbau wird sich voraussichtlich fortsetzen, der Abbau der Arbeitslosigkeit kommt aber kaum noch voran.

Ursache ist, dass dem Arbeitsmarkt vermehrt anerkannte Asylsuchende mit zunächst ungünstigen Beschäftigungschancen zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosenquote wird daher zwar in diesem Jahr voraussichtlich von 6,1 auf 5,8 Prozent zurückgehen, im kommenden Jahr aber auf diesem Niveau bleiben.

Inflation steigt weiter, Haushaltsplus geht zurück

Die Teuerung hat gegen Ende des vergangenen Jahres deutlich zugenommen. Dies vor allem, weil die Energiepreise deutlich gestiegen sind. „Im Prognosezeitraum dürfte der Einfluss der Energiepreise auf die Inflationsrate zwar auslaufen, die steigende Auslastung der Kapazitäten den binnenwirtschaftliche Preisauftrieb aber steigen lassen“, so Döhrn. Für dieses Jahr erwartet das RWI daher eine Inflationsrate von 1,9 Prozent, für nächstes Jahr 1,7 Prozent.

Für den Staatshaushalt zeichnen sich für dieses und das nächste Jahr erneut Überschüsse ab. Dies auch, weil die von der Inlandsnachfrage getragene Konjunktur für hohe Steuereinnahmen sorgt. Da die Finanzpolitik leicht expansiv ausgerichtet ist, dürfte der staatliche Finanzierungssaldo aber von derzeit rund 24 Milliarden Euro auf 17 Milliarden Euro in diesem und 16 Milliarden Euro im nächsten Jahr zurückgehen.

Die Risiken für die deutsche Konjunktur haben zugenommen. Der in vielen Ländern wachsende Protektionismus stellt das deutsche Geschäftsmodell einer exportstarken Wirtschaft mit einem immer noch vergleichsweise bedeutsamen Industriesektor in Frage. Würde die Handelsintegration zurückgedreht, hätte dies erhebliche Folgen für Wachstum und Wohlstand in Deutschland.

Weltwirtschaft stabil, aber US-Wirtschaftspolitik ist Risikofaktor

Die weltwirtschaftlichen Perspektiven haben sich seit Anfang des Jahres weiter aufgehellt. Die Belebung des Welthandels hat sich in den vergangenen Monaten gefestigt: Sowohl in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften als auch in den Schwellenländern verzeichnete der Außenhandel Zuwächse. Zudem profitierten die Länder, die Rohstoffe exportieren, von steigenden Exporterlösen. Stimmungsindikatoren weisen darauf hin, dass die weltwirtschaftliche Belebung vorerst anhält. Allerdings sind in einigen großen Volkswirtschaften die Kapazitäten schon stark ausgelastet und die Wachstumsmöglichkeiten entsprechend beschränkt.

Das größte Risiko für die internationale Konjunktur geht derzeit vom zukünftigen Kurs der Wirtschaftspolitik der USA aus. Werden Vorschläge umgesetzt, die auf eine deutliche Einschränkung der amerikanischen Importe hinauslaufen, würde sich dies in erheblichem Maße negativ auf die Weltwirtschaft auswirken. Unsicherheit bringen auch die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die weiter ungelöste Schuldenkrise im Euro-Raum.


Ihre Ansprechpartner dazu:
Prof. Dr. Roland Döhrn Tel. (0201) 81 49-262
Jörg Schäfer (Pressestelle) Tel. (0201) 81 49-244

Weitere Informationen:

http://www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/rwi-konjunkturberichte... (RWI-Konjunkturbericht 1/2017)
http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/wachstum-konjunktur-oeffentliche-... (Weitere Informationen zur Konjunkturberichterstattung des RWI)

Jörg Schäfer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Jobbörsen vergleichen: Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wichtiger
11.03.2020 | PROFILO Rating-Agentur GmbH Lars Müller

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigungsausblick verbessert sich
26.02.2020 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

02.04.2020 | Physik Astronomie

Innovative Materialien und Bauelemente für die Terahertz-Elektronik

02.04.2020 | Materialwissenschaften

Besser gewappnet bei Überflutungen in der Stadt

02.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics