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Mittelständische Firmen sollten gerade in Krisenzeiten täglich ihre Liquidität überblicken

17.05.2011
Ob ein krisengeschütteltes Unternehmen überlebt, hängt oft davon ab, wie viel flüssiges Kapital noch vorhanden ist. Aus diesem Grund sollten auch mittelständische Firmen dafür sorgen, dass sie tagesaktuell einen Überblick über ihre eigene Finanzlage haben.

Finanzwissenschaftler der Universität des Saarlandes haben beschrieben, welche Faktoren in der Unternehmensbilanz eine Krise ankündigen. Sie haben daraus Handlungsanweisungen entwickelt, mit denen mittelständische Unternehmen ihre Liquidität möglichst effizient strategisch planen können.

Dieses Konzept findet sich gleichfalls in der Mittelstands-Software Business ByDesign der SAP AG wieder, mit der Unternehmen weitgehend automatisiert laufend ihre Kapitalflüsse überwachen können. Für ihre in Kooperation mit der SAP AG entstandene wissenschaftliche Publikation erhalten die Forscher jetzt den Controller-Ehrenpreis der Stiftung des Bundesverbands der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC).

„Viele mittelständische Firmen unterschätzen die Bedeutung ihrer eigenen Liquidität. Sie übersehen, dass in einer Krise die Lohnfortzahlungen oder noch nicht bezahlte Rohstoffe dem Unternehmen das Genick brechen können“, erläutert Karlheinz Küting, Direktor des Centrums für Bilanzierung und Prüfung (CBP) an der Universität des Saarlandes. Viele Firmenchefs hätten keine detaillierte Übersicht über die komplexen Zahlungsströme, die auch in mittelständischen Unternehmen anfielen. „Da werden Gehaltszahlungen, Wareneinkäufe, Lagerbestände und in Immobilien angelegtes Kapital irgendwie miteinander verrechnet, aber nicht Tag für Tag in ihrer Entwicklung genau beobachtet“, bemängelt der Professor.

Gemeinsam mit der Doktorandin Mana Mojadadr und der promovierten Betriebswirtin Andrea Rösinger hat Karlheinz Küting daher unter anderem untersucht, welche Bilanz-Kennzahlen für die Liquidität eines Unternehmens von besonderer Bedeutung sind. Daraus haben die Wissenschaftler Kriterien entwickelt, die eine sich anbahnende Finanzierungskrise im Unternehmen vorhersagen können. „Dem Konkurs einer Firma geht meistens eine Liquiditätskrise voraus. Diese kann durch eine langfristige Finanzplanung, die auf der Basis tagesaktueller Werte laufend überwacht wird, verhindert werden“, meint Küting. Der Vorteil dieser strategischen Planung sei auch, dass die Banken in Krisenzeiten bereitwilliger Kredite vergeben würden, wenn alle Zahlen schnell, detailliert und valide auf dem Tisch lägen.

Diese Erkenntnisse waren Grundlage für die Entwicklung der Mittelstands-Software Business ByDesign des IT-Unternehmens SAP AG, die zum einen die vielfältigen Kapitalströme von mittelständischen Unternehmen abbildet. Sie sollte aber auch in der Lage sein, Warnsignale zu geben, wenn einzelne Finanzierungsbereiche sich in eine problematische Richtung entwickelten. Ihre Forschungsergebnisse haben Karlheinz Küting, Mana Mojadadr gemeinsam mit Andrea Rösinger von SAP in der Fachzeitschrift „Der Betrieb“ veröffentlicht, die deutschlandweit die höchste Auflage für dieses Fachgebiet aufweist. Der wissenschaftliche Aufsatz wurde jetzt mit dem Controller-Ehrenpreis der Stiftung des Bundesverbands der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC) ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 19. Mai während des BVBC-Kongresses in Berlin statt.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Karlheinz Küting
Centrum für Bilanzierung und Prüfung
Tel.: 0681 / 302-2134
E-Mail: k.kueting@cbp.uni-saarland.de
Mana Mojadadr
Tel.: 0681 / 302-4775
E-Mail: m.mojadadr@cbp.uni-saarland.de
Dr. Andrea Rösinger
Tel.: 06227 / 741342
E-Mail: andrea.roesinger@sap.com
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.cbp.uni-saarland.de
http://www.fachverlag.de/news/0186.html
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

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