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Lohnstückkosten - Krisenländer machen Boden gut

27.11.2012
Von einer oftmals behaupteten übermächtigen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie kann nach einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln keine Rede sein.

Danach hat Deutschland im Vergleich mit 26 anderen Ländern immer noch die siebthöchsten Lohnstückkosten. Der Kostenvorteil der Konkurrenz beträgt im Schnitt 8 Prozent.

Zwar kann Deutschland mit Platz sechs im Produktivitäts-Ranking punkten. Dies macht jedoch das große Arbeitskosten-Handicap nicht wett. Denn im Durchschnitt haben die anderen Industrieländer um 23 Prozent niedrigere Arbeitskosten.

Auch bei der Entwicklung der Lohnstückkosten hat die vergangene Wirtschaftskrise ihre Spuren hinterlassen. Sie erhöhten sich zwischen

2007 und 2011 um jahresdurchschnittlich 2,1 Prozent. Dies liegt freilich nicht an übermäßigen Lohnerhöhungen. Vielmehr ging während des Nachfrageeinbruchs 2008/2009 die Produktivität deutlich zurück, weil die Betriebe trotz schlechter Geschäfte ihr Personal weitgehend hielten.

Die allseits gelobte Beschäftigungssicherung musste also über mehrere Jahre mit einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bezahlt werden. Einen Lichtblick vermeldet die Studie für verschiedene Euro-Krisenstaaten. Demnach haben Spanien und Griechenland ihre Lohnstückkosten allein im vergangenen Jahr um 4 bzw. 3 Prozent senken können.

Christoph Schröder: Produktivität und Lohnstückkosten der Industrie im internationalen Vergleich, in: IW-Trends 4/2012

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Ansprechpartner im IW:
Christoph Schröder, Telefon: 0221 4981-773

Christoph Schröder | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.iwkoeln.de

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