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IMK-Konjunkturindikator: Boom der deutschen Wirtschaft derzeit wahrscheinlicher als eine Rezession

19.09.2018

Neu: Instrument weist auch Wahrscheinlichkeit einer Hochkonjunktur aus

Trotz zuletzt schwächerer Auftragseingänge aus dem Ausland geht der Aufschwung der deutschen Wirtschaft weiter. Die Aussichten haben sich in den vergangenen Wochen sogar weiter aufgeheitert, signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.


Das Risiko, dass Deutschland in den kommenden drei Monaten in eine Rezession gerät, ist spürbar gesunken. Für den Zeitraum von September bis Ende November weist das IMK-Wachstumsradar, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 5,5 Prozent aus.

Im August hatte das Risiko noch 14,2 Prozent betragen. Weitaus höher ist im Vergleich die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft bis Ende November in eine Boomphase eintritt. Sie liegt bei nunmehr 43,5 Prozent nach 28,7 Prozent im August. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator zeigt damit „grün-gelb“. Das steht noch nicht für eine Hochkonjunktur, aber für eine Phase mit fortgesetzt solidem Wachstum.

„Der Aufschwung unterstreicht erneut seine Qualitäten als Dauerläufer“, sagt Prof Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Egal ob Schwächephasen in Schwellenländern drohten oder protektionistische Provokationen des US-Präsidenten – bisher hat die konjunkturelle Entwicklung allen Gegenwinden getrotzt. Das zeigt erneut, dass ein balanciertes Wachstum mit starker Binnennachfrage weitaus nachhaltiger ist als ein Modell, das ganz überwiegend am Export hängt.“

Den kräftigen Rückgang bei der Rezessionswahrscheinlichkeit erklären die IMK-Ökonomen mit der Trendwende beim ifo-Geschäftsklimaindex, der nach einem mehrmonatigen Rückgang zuletzt deutlich angestiegen ist. Hinzu kommt das weiterhin sehr günstige Finanzierungsumfeld für deutsche Unternehmen. Die positiven Entwicklungen fallen nach dem umfangreich geprüften Algorithmus des Indikators stärker ins Gewicht als die etwas schwächere Entwicklung bei den Auslandsaufträgen. „Die Exporteure haben ein solides Nachfragepolster, da ist das vorläufig kein Grund zur Sorge“, erklärt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld.

Angesichts des positiven Trends des Indikators bekräftigt das IMK seine aktuelle Konjunkturprognose. Die Düsseldorfer gehen von einem anhaltenden moderaten Aufschwung aus, der im Kern von der Binnenwirtschaft getragen wird. Die weiterhin gute Beschäftigungsentwicklung und spürbar steigende Löhne sind wichtige Faktoren dafür, so das IMK.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Neu ist, dass der Indikator nicht nur die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlicher Turbulenzen ausweist, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Wirtschaftsbooms.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Peter Hohlfeld
IMK-Konjunkturexperte
Tel.: 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: presse@boeckler.de

Originalpublikation:

Zum IMK-Konjunkturindikator: http://www.boeckler.de/imk_38710.htm

Rainer Jung | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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