Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschäftsklima im Mittelstand steigt im Oktober überraschend stark

01.11.2010
- Mittelständische Geschäftserwartungen überraschen positiv
- Stimmung bei Großunternehmen auf neuem Allzeithoch
- Unternehmen heben Beschäftigungspläne auf Topniveau an

Die Stimmung der Firmen in Deutschland signalisiert einen in wirtschaftlicher Hinsicht wahrhaft goldenen Oktober. Selten war sie quer durch alle Unternehmensgrößenklassen so gut wie zurzeit. Dies belegt das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer, das im Oktober mit einer ganzen Reihe von Superlativen aufwarten kann.

So verbessert sich das mittelständische Geschäftsklima, der zentrale Indikator des Barometers, um beachtliche 4,0 Zähler auf 23,2 Saldenpunkte. Damit macht es nicht nur den Rückgang aus dem Vormonat mehr als wett, sondern erreicht zugleich auch den höchsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren.

Während der abermalige Anstieg bei den Lageurteilen im Rahmen der Erwartungen liegt (+2,6 Zähler auf 28,3 Saldenpunkte), ist die Entwicklung der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate eine faustdicke positive Überraschung: Diese ziehen um 5,3 Zähler beziehungsweise dem Zweieinhalbfachen einer durchschnittlichen Monatsveränderung auf 17,7 Saldenpunkte an und egalisieren damit die Rückgänge in den beiden Monaten davor.

Dass sich der deutsche Mittelstand auch von den drohenden globalen Belastungen aus der schwachen US-Konjunktur, der leichten Abkühlung in Asien, den ungelösten Strukturproblemen in der Europeripherie sowie der absehbar restriktiven Fiskalpolitik nicht beeindrucken lässt, spricht für sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein.

Doch nicht nur im Mittelstand ist die Stimmung ausgezeichnet, sondern auch bei den großen Unternehmen. Hier hat sich der Aufwärtstrend des Geschäftsklimas seit Februar ununterbrochen fortgesetzt. Deshalb genügt eine nochmalige eher moderate Verbesserung um +1,3 Zähler auf 27,4 Saldenpunkte, um es im Oktober auf den höchsten jemals gemessenen Stand seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991 zu heben. Auch bei den Großunternehmen trugen sowohl die Lageurteile (+1,2 Zähler auf 32,6 Saldenpunkte) als auch die Erwartungen (+1,4 Zähler auf 21,8 Saldenpunkte) zu der Klimaverbesserung bei.

Bemerkenswert ist ferner, dass weder die Lageurteile noch die Erwartungen für sich genommen ein neues Allzeithoch erklimmen konnten. Dies bedeutet, dass der neue Spitzenwert beim Geschäftsklima nicht aus einem extremen Ausschlag bei einer seiner Komponenten, sondern aus einem sehr soliden Niveau bei beiden resultiert. Derselbe Befund zeigt sich auch bei der Untergliederung des Klimas nach Branchen. Dies darf als weiteres Indiz für eine zurzeit sehr robuste Wirtschaftsentwicklung mit breitem Fundament gewertet werden.

Sowohl die großen Firmen (+2,6 Zähler auf 21,4 Saldenpunkte) als auch die Mittelständler (+4,4 Zähler auf 18,1 Saldenpunkte) korrigieren ihre Beschäftigungspläne im Oktober kräftig nach oben. Bei beiden Unternehmensgruppen haben die Beschäftigungserwartungen damit Spitzenniveaus erreicht: Für die Großunternehmen ist es sogar - wie bei deren Klimaindikator - der höchste jemals gemessene Wert seit Einführung der Zeitreihe, im Mittelstand der zweithöchste nach dem Januar 2007 (19,4 Saldenpunkte). Der Abbau der Arbeitslosigkeit dürfte sich angesichts dieser Zahlen auch in den kommenden Monaten fortsetzen.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW: "Das Mittelstandsbarometer hat im Oktober ohne Zweifel positiv überrascht, insbesondere was die Verbesserung der Zukunftseinschätzung anbelangt, die von den expansiven Beschäftigungsplänen der Firmen eindrucksvoll unterstrichen wird. Gleichwohl darf man nicht vergessen, dass die Luft mit jedem Schritt nach oben immer dünner wird. Globale Konjunkturrisiken sind durchaus vorhanden, denen sich das exportorientierte Deutschland wohl kaum vollständig entziehen kann.

Das anhaltend sehr gute Geschäftsklima ist aber ein starkes Signal, dass Deutschland im kommenden Jahr auch dank einer lebhafteren Binnennachfrage erneut eine Topposition im Wachstumsranking der Eurozone erreichen kann. Beim Realwachstum ist eine Zwei vor dem Komma aus heutiger Sicht auf jeden Fall realistisch."

Die ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafiken zum KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter www.kfw.de in der Kategorie "Research" abrufbar.

Wolfram Schweickhardt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics