Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einstiegsgehälter und Arbeitsbedingungen von jungen Akademikern

08.11.2012
Junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen erhalten im ersten Jahr ihrer Berufstätigkeit im Durchschnitt ein Bruttogehalt (ohne Sonderzahlungen) von rund 3.400 Euro im Monat.

Die Einkommen variieren sehr stark in Abhängigkeit vom Hochschulabschluss. An der Spitze liegen Berufsanfänger mit Promotion mit einem Durchschnittseinkommen von rund 4.220 Euro, gefolgt von Absolventen/innen mit einem Uni-Masterabschluss mit rund 3.680 Euro.

Eine mittlere Position nehmen Absolventen mit Bachelorabschluss an einer Fachhochschule mit rund 3.300 Euro ein, am Ende stehen Berufsanfänger mit Magisterabschluss mit rund 2.620 Euro (siehe auch die Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten).

Bezogen auf Berufe liegen Elektroingenieure/innen mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von rund 4.540 Euro an der Spitze, gefolgt von Wirtschaftsingenieuren/innen mit rund 4.290 Euro. Diplomkaufleute erreichen im Schnitt 3.750 Euro, Juristen/innen 3.730 Euro. Soziologen/innen erhalten im Schnitt rund 3.010 Euro, Sozialpädagogen/innen rund 2.760 Euro und am Ende liegen die Architekten/innen mit rund 2.460 Euro.

Eine Differenzierung nach Branchen zeigt, dass die Einstiegsgehälter im Bankensektor mit rund 4.400 Euro an der Spitze liegen, gefolgt vom Fahrzeugbau mit rund 4.380 Euro und der chemischen Industrie mit rund 4.350 Euro. Im mittleren Bereich liegen die Datenverarbeitung mit rund 3.525 Euro, die unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit rund 3.330 Euro und die öffentliche Verwaltung mit 3.300 Euro. Am unteren Ende der Skala rangieren die Bauwirtschaft mit rund 2.990 Euro, die Druckindustrie/Verlage mit 2.970 Euro und der Bereich Kultur/Sport/Unterhaltung mit 2.650 Euro.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, die auf einer Online-Befragung von rund 4.300 Hochschulabsolventen/innen mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung beruht. "Die Studie zeigt außerdem erhebliche Einkommensdifferenzen nach Geschlecht, Art des Arbeitsvertrags, Region und nach Tarifbindung des Arbeitgebers", erläutert WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.

Frauen - Männer: Knapp 40 Prozent der Absolventen sind Frauen. Die Einstiegsgehälter der Akademikerinnen liegen mit 2.966 Euro rund 713 Euro unter den Akademikern. Dies macht einen Einkommensnachteil gegenüber den Männern von 19,4 % aus.

Befristung: Rund 34 % der Akademikerinnen und Akademiker mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung haben eine befristete Beschäftigung. Ihr monatliches Durchschnittseinkommen beträgt 2.941 Euro. Es fällt damit gut 19 % niedriger aus als das Einkommen von unbefristet beschäftigten Berufseinsteigern mit 3.640 Euro.

Ost - West: Während Hochschulabsolventen/innen mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung in Westdeutschland durchschnittlich 3.537 Euro erhalten, bekommen sie in Ostdeutschland nur 2.861 Euro. Damit verdienen Akademiker/innen in den neuen Bundesländern im Durchschnitt rund 19 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.

Tarifbindung: Rund 48 Prozent der Absolventen/innen geben an, dass der Betrieb, in dem sie arbeiten, an einen Tarifvertrag gebunden ist. Während Akademiker/innen mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung in einem Betrieb mit Tarifbindung durchschnittlich 3.757 Euroverdienen, sind es bei denjenigen in Betrieben ohne Tarifbindung rund 3.116 Euro. Das macht einen Einkommensnachteil von 641 Euro bzw. 17,1 Prozent aus.

Arbeitszeit: Rund 58 Prozent der befragten Akademikerinnen und Akademiker mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung arbeiten im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart. Bei den Nicht-Akademikern mit ähnlicher Berufserfahrung sind es 49 %. 41 % geben dagegen an, dass ihre tatsächliche Arbeitszeit genau der vereinbarten Arbeitszeit entspricht. Bei Nicht-Akademikern liegt der Anteil bei knapp 50 Prozent.

Arbeitszufriedenheit: Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht zufrieden) bis 5 (in jeder Hinsicht zufrieden) betrug der Wert für die Arbeitszufriedenheit im Durchschnitt 3,69. Dieser Wert liegt über dem Durchschnittswert der Nicht-Akademiker/innen, der bei 3,47 liegt. Der Wert für die Zufriedenheit mit der Bezahlung liegt mit 2,95 noch deutlicher über dem Wert der Nicht-Akademiker/innen (2,46).

http://www.absolventen-lohnspiegel.de: Mit dieser Studie eröffnet das WSI zugleich das Internetportal "www.absolventen-lohnspiegel.de". Es bietet spezielle Analysen zu den Einkommens- und Arbeitsbedingungen in akademischen Berufen wie z.B. Ingenieuren, Diplom-Kaufleuten, Sozialpädagogen u. a. m. WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck erläutert die Zielsetzung: "Die Besucher/innen der Webseite können sich freiwillig und anonym an einer kontinuierlich laufenden Online-Erhebung beteiligen und so die Aktualisierung und Weiterentwicklung der Gehaltsdatenbank unterstützen." Der bestehende Gehalts-Check, der im Rahmen des Projekts "Lohnspiegel" aufgebaut wurde, enthält Angaben zu insgesamt rund 350 akademischen und nicht-akademischen Berufen.

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.absolventen-lohnspiegel.de
http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2012_11_08.pdf
http://www.boeckler.de/pdf/ta_lohnspiegel_absolventengehaelter_2012.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal: Weiterhin hoher Bestand an offenen Stellen
14.05.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel deutlich zurückgegangen
26.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wasserstoff – Energieträger der Zukunft?

Fraunhofer-Allianz Energie auf Berliner Energietagen

Im Pariser Klimaabkommen beschloss die Weltgemeinschaft, dass die weltweite Wirtschaft zwischen 2050 und 2100 treibhausgasneutral werden soll. Um die...

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Im Focus: Quantum Cloud Computing with Self-Check

With a quantum coprocessor in the cloud, physicists from Innsbruck, Austria, open the door to the simulation of previously unsolvable problems in chemistry, materials research or high-energy physics. The research groups led by Rainer Blatt and Peter Zoller report in the journal Nature how they simulated particle physics phenomena on 20 quantum bits and how the quantum simulator self-verified the result for the first time.

Many scientists are currently working on investigating how quantum advantage can be exploited on hardware already available today. Three years ago, physicists...

Im Focus: Accelerating quantum technologies with materials processing at the atomic scale

'Quantum technologies' utilise the unique phenomena of quantum superposition and entanglement to encode and process information, with potentially profound benefits to a wide range of information technologies from communications to sensing and computing.

However a major challenge in developing these technologies is that the quantum phenomena are very fragile, and only a handful of physical systems have been...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord

17.05.2019 | Veranstaltungen

Wie sicher ist autonomes Fahren?

16.05.2019 | Veranstaltungen

Chemie – das gemeinsame Element

16.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wasserstoff – Energieträger der Zukunft?

20.05.2019 | Messenachrichten

Natürlich belüftete Doppelfassaden besser planen

20.05.2019 | Architektur Bauwesen

Wenn Bienen frieren

20.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics