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Deutsche Wirtschaft wächst 2010 um zwei und 2011 um 1,2 Prozent

16.03.2010
Update der IMK-Konjunkturprognose

Ungeachtet der eher schwachen Entwicklung in den Wintermonaten wird die deutsche Wirtschaft im Jahresdurchschnitt 2010 um zwei Prozent wachsen. Nach einer deutlichen Belebung im weiteren Verlauf der ersten Jahreshälfte lässt die konjunkturelle Dynamik im Laufe der zweiten Jahreshälfte allerdings schon wieder nach.

Ein selbsttragender Aufschwung ist nicht in Sicht. 2011 wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) deutlich langsamer steigen - um lediglich 1,2 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung im Update seiner Konjunkturprognose (alle Zahlen in Tabellenform im Prognose-Update; Link siehe unten).

Das Wachstum ist sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr zu schwach, um den negativen Trend auf dem Arbeitsmarkt zu brechen. Die Arbeitslosenzahl steigt bis Ende 2011 moderat, aber kontinuierlich auf dann saisonbereinigt 3,8 Millionen. Im Jahresdurchschnitt 2010 wird die Arbeitslosenzahl bei rund 3,53 Millionen liegen, was einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent entspricht.

2011 steigt die Arbeitslosigkeit auf rund 3,74 Millionen im Jahresdurchschnitt (Quote:8,6 Prozent). Vor diesem Hintergrund betont das IMK die weiterhin große Bedeutung der aktuellen Kurzarbeiterregelung. "Das Wachstum bleibt fragil, insbesondere, wenn in den nächsten Monaten der Stützeffekt der internationalen Konjunkturprogramme ausläuft. Deshalb braucht der deutsche Arbeitsmarkt aller Voraussicht nach 2010 wie 2011 noch die Entlastung durch die Kurzarbeit. Ein voreiliger Ausstieg birgt erhebliche Risiken", sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK.

Das IMK bestätigt mit seinem Update bei den Wachstumserwartungen für 2010 seine Prognose vom Dezember 2009, die ebenfalls von einer BIP-Erhöhung um 2,0 Prozent ausging (eine BIP-Prognose für 2011 enthielt die Dezember-Prognose noch nicht).

Wichtigster Faktor für die wirtschaftliche Belebung in diesem Jahr ist der Export, der 2010 um 8,2 Prozent zunehmen wird. Insbesondere die Lieferungen in Länder außerhalb des Euroraums werden nach der IMK-Prognose kräftig expandieren. Dabei profitieren die deutschen Exporteure von der allgemeinen Aufwärtstendenz der Weltwirtschaft und von den Impulsen, die von den Fiskalpaketen in vielen Ländern ausgehen. Im kommenden Jahr wachsen die Ausfuhren um 6,4 Prozent. Die Zunahme der Importe wird dagegen 2010 aufgrund der schwachen Konsumnachfrage mit 6,1 Prozent geringer ausfallen, so dass vom Außenbeitrag in diesem Jahr ein bedeutender Wachstumsimpuls ausgeht.

Angesichts der verbesserten Absatzaussichten im In- und Ausland zeichnet sich eine Belebung der Investitionstätigkeit in Ausrüstungen ab. Das IMK rechnet hier in diesem Jahr mit einem Wachstum um 3,7 Prozent und 2011 um 3,0 Prozent. Die Bauinvestitionen werden in diesem Jahr im Wesentlichen durch die kräftige Ausweitung der öffentlichen Bauinvestitionen geprägt. 2011 werden die Konjunkturpakete hingegen keine nennenswerten Impulse entfalten; zudem dürfte sich die schlechtere Finanzlage der öffentlichen Haushalte dämpfend auswirken.

Der private Konsum wird in diesem Jahr bei rückläufigen real verfügbaren Einkommen sowie einer steigenden Sparquote deutlich um 0,7 Prozent sinken. 2011 dürften die Konsumausgaben nicht zuletzt aufgrund wieder expandierender Gewinnentnahmen um ein Prozent zunehmen.

Die IMK-Prognose basiert auf der Annahme, dass der Ölpreis sich im Prognosezeitraum auf 80 US-Dollar pro Barrel einpendeln wird. Die Abwertung des Euro wird noch einige Zeit nachwirken, im weiteren Prognosezeitraum verbessert sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft leicht (die Rahmendaten der Prognose finden Sie ebenfalls in Tabellenform im Prognose-Update).

Das Prognose-Update mit den Eck- und Rahmendaten in Tabellenform:
http://www.boeckler.de/pdf/p_prognoseupdate_maerz2010.pdf
Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung
Prof. Dr. Gustav A. Horn
Wissenschaftlicher Direktor IMK
Tel.: 0211-7778-331
E-Mail: Gustav-Horn@boeckler.de
Peter Hohlfeld
IMK
Tel.: 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de
Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Rainer Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de
http://www.boeckler.de/pdf/p_prognoseupdate_maerz2010.pdf

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