Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Kommunen melden Investitionsrückstand von knapp 100 Mrd. EUR

04.04.2012
KfW Kommunalpanel

- Drei von vier Gemeinden erwarten keine maßgebliche Verbesserung des Rückstands innerhalb der nächsten fünf Jahre

- Rückstände bestehen insbesondere im Bildungs- und Verkehrsbereich

- Finanzielle Schere zwischen finanzstarken und -schwachen Kommunen wird größer

Deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise melden einen Investitionsrückstand von knapp 100 Mrd. EUR; drei Viertel der Gemeinden und über die Hälfte der Landkreise nimmt an, dass sich dieser in den nächsten fünf Jahren nicht wesentlich verringern wird.

"Diese Entwicklung ist alarmierend, denn es gibt sie trotz der Tatsache, dass die Finanzlage der Kommunen im vergangenen Jahr durch konjunkturbedingte Steuermehreinnahmen besser geworden ist", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, anlässlich der Vorstellung des diesjährigen KfW Kommunalpanels, für das Kommunen und Landkreise durch das von der KfW beauftragte Deutsche Institut für Urbanistik befragt wurden. 34% der Gemeinden bewerteten ihre Finanzierungslage als befriedigend oder besser (2010: 29%), aber immer noch 40% sprachen von einer mangelhaften Situation (2010: 53%).

"Grund für die leicht bessere Finanzierungslage waren neben der Konjunktur vor allem die Konjunkturprogramme der Bundesregierung.

Aber da sich strukturell nicht viel geändert hat, befürchten viele Kommunen bereits wieder eine Eintrübung für das laufende Jahr", sagt Dr. Irsch.

Derzeit gibt es allein im Bildungssektor einen kommunalen Investitionsbedarf von 27 Mrd. EUR für Kleinkinderbetreuung und Schulen; weitere 25 Mrd. EUR müssten in die kommunale Straßen- und Verkehrsinfrastruktur investiert werden. "Die Folge des Investitionsstaus: Kleinkindern fehlen Kitas, Schulen werden nicht rechtzeitig renoviert; die Mobilität bleibt mindestens mittelfristig auf der Strecke", sagt Dr. Irsch. Auf Rang eins der Investitionspläne 2012 steht mit 20% des Investitionsvolumens der Bereich Mobilität.

18% der kommunalen Investitionen sind für den Bildungsbereich geplant. "Auch das Thema Energiewende ist bei den Kommunen angekommen; allein in die energetische Sanierung wollen 60 % der Gemeinden investieren - ob sie die notwendigen Mittel auch aufbringen können, ist allerdings noch nicht gesichert", sagt Dr. Irsch. Weitere wichtige Investitionsfelder sind: energieeffiziente Stadtbeleuchtung (48%), Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien (23%) sowie Energienetze und -speicher (16%).

Neben der Tatsache, dass der Investitionsrückstand weiterhin immens ist, bestätigt das KfW Kommunalpanel einen zweiten Trend der Vorjahre: die Zunahme der Heterogenität der Kommunen bezüglich ihrer Finanzlage und -erwartung. Die Städte und Gemeinden, die finanziell gut aufgestellt sind, gehen eher noch gestärkt in die nächsten Jahre.

Kommunen mit großen Haushaltsproblemen, die häufig mit erheblichen Strukturproblemen kämpfen, schaffen es offensichtlich nicht, sich aus den daraus resultierenden "Negativspiralen" zu befreien. "Es besteht die Gefahr, dass diese Kommunen von der nachhaltigen Entwicklung abgehängt werden", sagt Dr. Irsch. Wie schon im Jahr 2010 konnte auch im Jahr 2011 ein Drittel der Kommunen keinen Haushaltsausgleich erreichen. 30 % der Kommunen gaben daher an, dass sie für 2012 von einem weiteren Ansteigen der Kassenkredite ausgehen, die eigentlich nicht zur Finanzierung von langfristigen Investitionen gedacht sind.

Hinweis: Für das KfW Kommunalpanel 2011 wurden insgesamt 2.241 Städte, Gemeinden und Landkreise im Zeitraum von August bis November 2011 befragt, der Rücklauf betrug 529 Fragebögen von Städten und Gemeinden sowie 91 von Landkreisen. Bei der Befragung wurde eine geschichtete Stichprobe nach vier Gemeindegrößenklassen eingesetzt, die Ergebnisse sind repräsentativ für alle Kommunen in Deutschland.

Die Befragung wurde im Auftrag der KfW Bankengruppe durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) durchgeführt. Das KfW Kommunalpanel 2012 finden Sie am sofort im Internet unter www.kfw.de/kommunalpanel.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM), Sonja Höpfner, Tel. 069 7431-4306, Fax: 069 7431-3266,

E-Mail: sonja.hoepfner@kfw.de, Internet: www.kfw.de/newsroom

Sonja Höpfner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Stagnation des Welthandels setzt sich fort
25.09.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Boom der deutschen Wirtschaft derzeit wahrscheinlicher als eine Rezession
19.09.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bisher unbekannter Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt

25.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Suche nach Grundwasser im Ozean - Neues deutsch-maltesisches Forschungsprojekt gestartet

25.09.2018 | Geowissenschaften

Auf dem Weg zur Prothese der Zukunft

25.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics