Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bertelsmann Stiftung schlägt neue Verschuldungsregel für Europa vor

30.08.2012
Wachstumsorientierte Konsolidierung besser als starrer Fiskalpakt
Mit dem im März dieses Jahres von der EU beschlossenen Fiskalpakt werden vorhandene Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung und der Prognos AG. Kritisiert werden insbesondere die beschlossenen Maßnahmen für eine europäische Schuldenbremse. Die Regelung sei langfristig zu restriktiv, kurzfristig zu lax und würde länderspezifische Gegebenheiten nicht berücksichtigen.

„Unser Vorschlag für eine neue Verschuldungsregel (Maastricht 2.0) ist deutlich wachstumsfreundlicher als es die Schuldenbremse im Fiskalpakt zulässt. Davon profitieren alle europäischen Länder“, sagte Aart De Geus, neuer Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, bei der Vorstellung der Studie.

„Nach unserer Formel können bis zum Jahr 2030 reale Wachstumsgewinne in Höhe von rund 450 Milliarden Euro erzielt werden.“ Für den Schuldenstand vieler europäischer Länder könnte dieser Wachstumsvorteil von großer Bedeutung sein. So könnten mit dem Betrag von 450 Milliarden Euro zum Beispiel die heutigen Staatsschulden von Griechenland, Portugal, Irland und Spanien wieder auf ein Niveau von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gebracht werden.

Die neue Verschuldungsregel „Maastricht 2.0“ von Bertelsmann Stiftung und Prognos AG räumt hochverschuldeten Staaten mittel- und langfristig größere Handlungsspielräume ein als die europäische Schuldenbremse. Damit Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien, Italien oder Irland einen tragfähigen Schuldenstand erreichen können, müssen sie in den ersten Jahren jedoch größere Sparanstrengungen unternehmen.

Dass so etwas möglich ist, hat Schweden bewiesen. 1993 lag das öffentliche Finanzierungsdefizit dort nach einer schweren Wirtschaftskrise bei über 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Durch Ausgabensenkungen und Steuererhöhungen konnte es in kurzer Zeit drastisch reduziert werden. 1997 lag die Defizitquote nur noch bei rund 1,5 Prozent des BIP, und in den Folgejahren wurden sogar Budgetüberschüsse erwirtschaftet. „Eine rasche Konsolidierung ist also möglich. Sie muss jedoch politisch gewollt sein“, sagte De Geus.

Rückfragen an: Dr. Thieß Petersen, Telefon: 0 52 41 / 81-81218
E-Mail: thiess.petersen@bertelsmann-stiftung.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht MagicMoney: Offline bezahlen – mit deinem Smartphone
13.11.2018 | Duale Hochschule Baden Württemberg Karlsruhe

nachricht WLTP: Neuer Pkw-Prüfstandard hat starke Auswirkungen auf Konjunktur
13.11.2018 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gen-Radiergummi: Neuer Behandlungsansatz bei chronischen Erkrankungen

19.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mit maschinellen Lernverfahren Anomalien frühzeitig erkennen und Schäden vermeiden

19.11.2018 | Informationstechnologie

Neuer Stall ermöglicht innovative Forschung für tiergerechte Haltungssysteme

19.11.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics