Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Konjunktur: Tiefpunkt durchschritten - beträchtliche Risiken bleiben

28.02.2002


Zur Jahreswende 2001/02 nahm in kaum einer Region der Welt das wirtschaftliche Aktivitätsniveau noch zu. Mittlerweile ist der Tiefpunkt der Schwächephase zwar durchschritten, doch ist der Weg aus der Talsohle mühsam, erst für die zweite Jahreshälfte ist eine durchgreifende Konjunkturerholung zu erwarten, und auch diese Prognose ist mit beträchtlichen Risiken behaftet. Alle Industrieländer, aber auch gewichtige Schwellenländer befinden sich zeitgleich in einer Schwächephase, und die Attentate des 11. September haben diese Synchronität noch erhöht. Eine vergleichbare Konstellation hatte es zuletzt während der ersten Ölkrise 1974/75 gegeben. Da die Verflechtung der Volkswirtschaft inzwischen intensiver ist als damals, ist die Gefahr groß, dass sich negative Entwicklungen gegenseitig verstärken und die konjunkturelle Abschwächung länger andauert als erwartet. Günstiger als in früheren Schwächephasen ist die Lage bei der Inflation. Da sie diesmal niedrig ist, konnten die Notenbanken bereits kräftig gegensteuern, was die Hoffnung nährt, dass die Schwäche tatsächlich bald überwunden wird.

Von zentraler Bedeutung ist die Entwicklung in den Vereinigten Staaten; verzögert sich hier der Aufschwung, so gilt dies auch für den Rest der Welt. Die Meldungen über die amerikanische Wirtschaft waren während der letzten Wochen äußerst widersprüchlich. Zwar scheinen die kurzfristigen Folgen des 11. September inzwischen überwunden. Zudem sind Geld- und Finanzpolitik auf expansivem Kurs. Allerdings wirkt die Politik erst nach und nach, vor allem die Zinssenkungen wurden bislang nur in geringem Umfang an die Kreditnehmer weitergegeben. Außerdem ist fraglich, ob der private Verbrauch, zuletzt wesentliche Stütze der Konjunktur, diese Rolle weiterhin spielt; er wurde bislang stark von den Vermögenszuwächsen an den Aktienmärkten alimentiert, die nun nicht mehr für Konsumzwecke zur Verfügung stehen. Auch dürften sich die Konsumenten wegen der steigenden Arbeitslosigkeit zurückhalten. Dadurch kommt die Wirtschaft nur langsam in Fahrt. Im Jahresdurchschnitt 2002 wächst das BIP um lediglich 0,6 %, 2003 dann wieder kräftiger, um 2,9 %. - Die japanische Wirtschaft wird 2002 nochmals schrumpfen und sich erst im kommenden Jahr dank außenwirtschaftlicher Impulse beleben.

Im Euro-Raum machte sich die zyklische Abschwächung nicht so stark bemerkbar wie in den Vereinigten Staaten, und es kommt nicht zu einer Rezession. Allerdings bleibt hier ebenfalls die Entwicklung bis Mitte dieses Jahres flach, zumal die Wirtschaftspolitik geringere Impulse gibt als in den Vereinigten Staaten. Der private Konsum wird nun durch die wachsende Arbeitslosigkeit gedämpft, stützt aber noch die Konjunktur. Die Investitionstätigkeit gewinnt erst nach und nach an Fahrt. Stärkere Impulse werden vom Außenhandel kommen, sobald sich das internationale Umfeld verbessert; hier hatte es allerdings auch die stärksten Einbrüche gegeben. Das BIP wächst 2002 um durchschnittlich 1,1 % und 2003 um 2,8 %. Die Arbeitslosigkeit nimmt dabei vorerst zu, die Preissteigerungsraten bleiben aber moderat.
Im Jahresdurchschnitt wächst das BIP der Industrieländer insgesamt mit einer Rate von 0,5 %; 2003 wird der Zuwachs 2,7 % betragen.

TABELLE: Eckwerte zur Konjunktur in den Industrieländern
IM INTERNET

(aus: RWI-Konjunkturberichte 2/2001)
Ihre Ansprechpartner dazu:
Dr. Roland Döhrn, Tel.: (0201) 81 49-262
Joachim Schmidt (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-292

Joachim Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de
http://www.rwi-essen.de/presse/publikat/ver-kb01.htm#Heft

Weitere Berichte zu: BIP Industrieland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht MagicMoney: Offline bezahlen – mit deinem Smartphone
13.11.2018 | Duale Hochschule Baden Württemberg Karlsruhe

nachricht WLTP: Neuer Pkw-Prüfstandard hat starke Auswirkungen auf Konjunktur
13.11.2018 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

MagicMoney: Offline bezahlen – mit deinem Smartphone

13.11.2018 | Wirtschaft Finanzen

5G sichert Zukunft von Industrie 4.0 – DFKI mit der SmartFactoryKL auf der SPS IPC Drives

13.11.2018 | Messenachrichten

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics