Vom Tellerwäscher zum Millionär ist es schwer – IAT untersuchte Aufstiegsmobilität

Wer im Niedriglohnsektor arbeitet, hat es immer schwerer in besser bezahlte Jobs aufzusteigen. Der Übergang vom Rand des Beschäftigungssystems in den Kernbereich gestaltet sich immer schwieriger, stellt der Arbeitsmarktexperte Prof. Dr. Gerhard Bosch vom Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) fest.

Vor allem für gering Qualifizierte und Ältere stehen die Chancen sich nach oben zu arbeiten schlecht. Wer gut qualifiziert mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss zu Billiglöhnen arbeitet, schafft in einem Zeitraum von fünf Jahren immerhin zu 62,25 Prozent den Aufstieg, zeigen aktuelle Untersuchungen aus der Arbeits- und Bildungsforschung des IAT. Anhand des BA-Beschäftigtenpanels berechneten die Arbeitsmarktexperten Prof. Bosch und Thorsten Kalina die Aufstiegsmobilität aus dem Niedriglohnsektor im Zeitraum von 1998 bis 2003. Die Auswertung bezieht sich auf Personen, die 1998 und 2003 vollzeitbeschäftigt waren, Auszubildende sind darin nicht enthalten.

In diesen fünf Jahren gelang insgesamt 34,42 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten der Aufstieg in bessere Jobs – bei den Männern schaffte es jeder zweite (50,39 Prozent), aber nur jede vierte Frau (27,12 Prozent). Auch Berufsausbildung und weiterführende Qualifizierungen verbessern die Aufstiegsmobilität. Deutlich wirkt die Alterskomponente: Während bei den unter 25-Jährigen der Anteil der Aufsteiger aus dem Niedriglohnbereich über 50 Prozent liegt, sind es bei den über 55-Jährigen nur noch 12,13 Prozent.

Die Gründe für die sinkende Aufwärtsmobilität liegen u.a. im „Outsourcing“, der Ausgliederung schlecht bezahlter Tätigkeiten in besondere Unternehmen oder auch Leiharbeit, denn innerbetrieblicher Aufstieg wird damit abgeschnitten. Kombilohnmodelle – auch die Kombination von Teilzeitarbeit und ALG II – und Minijobs mit weniger Abgaben halten schlecht Bezahlte in diesen Tätigkeiten fest. „Die Politik hat durch die Deregulierung von Leiharbeit und Minijobs und das Kombilohnmodell ALG II zur abnehmenden Aufstiegsmobilität beigetragen“, kritisiert Bosch. „Abnehmende Aufstiegsmobilität bedeutet aber Verfestigung des Niedriglohnsektors mit Armut.“

Für weitere Fragen stehen
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Prof. Dr. Gerhard Bosch
Durchwahl: 0209/1707-147
E-Mail: bosch@iatge.de
Thorsten Kalina
Durchwahl: 0209/1707-330
E-Mail: Kalina@iatge.de
Pressereferentin
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