Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für Fernsehsender essentiell: Abgrenzung von der Konkurrenz durch eine starke Markenpersönlichkeit

04.10.2006
Die Charaktereigenschaften eines Menschen lassen ihn zu einer einzigartigen Persönlichkeit werden. Nicht anders ist es bei Marken, denen Konsumenten in ihrer Wahrnehmung menschliche Züge verleihen - auch im Bereich Medienmarken, wie eine aktuelle Studie des Lehrstuhls für Marketing I der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität zeigt.

Sie untersucht den Einfluss der Markenpersönlichkeit auf den Wert von Medienmarken. Vor allem bei dem immer unübersichtlicher werdenden Angebot von TV-Programmen spielt die Markenpersönlichkeit eines Fernsehsenders eine wichtige Rolle.

Viele Zuschauer wirken orientierungslos bezüglich ihrer Programmauswahl, besonders wegen der funktionalen und qualitativen Ähnlichkeit vieler Fernsehangebote. In diesem Zusammenhang trägt die Persönlichkeit einer Medienmarke wesentlich dazu bei, sich von Formaten der Konkurrenz abzugrenzen. Darüber hinaus fördert sie eine dauerhafte emotionale Bindung der Zuschauer an den Fernsehsender. Eine Forschergruppe unter der Leitung von Professor Dr. Frank Huber entwickelte ein kausalanalytisches Modell zur Erklärung des Einflusses der Markenpersönlichkeit auf den Markenwert und zeigte dessen empirische Überprüfung anhand der Medienmarken ARD und RTL.

Schon nach einer Woche lagen dem Lehrstuhl die ausgefüllten Fragebögen von 319 der ca. 600 angeschriebenen Probanden zu ihrem Fernsehverhalten und ihrem bevorzugten Fernsehsender vor. "Diese gute Rücklaufquote spricht für ein großes Interesse an der Thematik 'Medienmarken im TV-Bereich'", stellt Professor Dr. Frank Huber fest. Als wichtigste Persönlichkeitsmerkmale zur Schaffung von Markenwert ließen sich Aufrichtigkeit, Kompetenz und Kultiviertheit herausarbeiten, die sich durch Eigenschaften bodenständig und ehrlich, zuverlässig und intelligent sowie vornehm und charmant beschreiben lassen.

... mehr zu:
»CMPP »Medienmarke

Außerdem geht die Studie der Frage nach, inwiefern die Nachrichtensendungen beider Programme den Wert der Medienmarke beeinflussen. Für die ARD konnte gezeigt werden, dass die "Tagesschau" als besonders modern und intelligent eingeschätzt wird und dies einen positiven Einfluss auf den Wert der Marke ARD hat. Das Nachrichtenformat "RTL aktuell" schätzten die Befragten als intelligent, bodenständig und ehrlich ein. Diese Bewertung wirkt sich signifikant auf den Wert der Marke RTL aus.

Für das gesamte Programmangebot ließ sich feststellen, dass der Wert der Medienmarke ARD am stärksten von der Qualität, zufriedenstellende Informationen zu vermitteln, bestimmt wird. Bei RTL hat die emotionale Ansprache der Zuschauer die größte Bedeutung für den Markenwert.

"Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz eines persönlichkeitsorientierten Markenmanagements für Medienunternehmen", erklärt Professor Dr. Frank Huber. "Um die Markenpersönlichkeit führen und gestalten zu können, müssen die dem Marketing zur Verfügung stehenden Instrumente der Marktbearbeitung konsequent an der strategischen Positionierung ausgerichtet werden." Dabei ist neben der Berücksichtigung der Besonderheiten der Medienmarke vor allem die Koordination aller Marketing-Maßnahmen über verschiedene Verantwortungsebenen hinweg erforderlich. Um den Wert der Marke zu steigern, sollten sämtliche Aktivitäten eines Medienunternehmens mit dem in der Psyche des Konsumenten verankerten, unverwechselbaren Vorstellungsbild der Marke konsistent sein.

Titel der Publikation:
Huber, F./ Regier, S./ Aboulzahab, M.
Was ist ein Fernsehsender wert? - Zum Einfluss der Markenpersönlichkeit auf den Markenwert bei Medienmarken
Wissenschaftliche Arbeitspapiere Management P8
Center of Market Oriented Product and Production Management
Mainz 2006
ISBN Nr.: 3-938879-16-5
Das Center of Market Oriented Product and Production Management (CMPP) der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz veröffentlicht Publikationen zur Gestaltung der Schnittstelle zwischen Produktion und Marketing. Ziel dabei ist es, die Chancen des technologischen Wandels zu erkennen und die daraus resultierenden Geschäftsmöglichkeiten abzuleiten. Darüber hinaus organisieren die Mitarbeiter des CMPP Weiterbildungsveranstaltungen und untersuchen auf Anfrage konkrete Fragestellungen aus der Unternehmenspraxis. Derzeitige Direktoren sind Professor Dr. Klaus Bellmann, Lehrstuhl für Produktionswirtschaft, und Professor Dr. Frank Huber, Lehrstuhl für Marketing I, der Mainzer Universität.

Sämtliche Publikationen können über den Buchhandel oder direkt über das CMPP bezogen werden.

Kontakt:
Center of Market-Oriented Product and Production Management (CMPP)
Jakob-Welder-Weg 9
55128 Mainz
Tel.: 06131-3922227
Fax.: 06131- 3923727
E-Mail: cmpp@marketing-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de
http://www.cmpp.de

Weitere Berichte zu: CMPP Medienmarke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Boom der deutschen Wirtschaft derzeit wahrscheinlicher als eine Rezession
19.09.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht KMU haben die "Generation 50+" fest im Blick
29.08.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Innovative Technologien für den Weltraumeinsatz – DFKI Robotics Innovation Center auf dem IAC 2018

24.09.2018 | Messenachrichten

Forscher untersuchten Wechselwirkungen in künstlichen Systemen

24.09.2018 | Physik Astronomie

19"-Rangierverteiler zur effizienten LWL-Datenübertragung

24.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics