Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Befristete Arbeitsverträge: Beschäftigungschancen besser als wahrgenommen

08.03.2006


Arbeitnehmer, die zunächst eine befristete Anstellung aufnehmen, fahren damit häufig nicht schlecht. Denn die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres von einer befristeten auf eine unbefristete Stelle zu wechseln, liegt bei 38 Prozent. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.



Im gleichen Zeitraum beträgt das Risiko, nach Auslaufen eines befristeten Vertrags arbeitslos zu werden, zwischen neun und zehn Prozent. Damit ist es zwar fast doppelt so hoch wie bei ansonsten vergleichbaren unbefristet Beschäftigten. Die längerfristigen Aussichten befristet Beschäftigter sind dagegen nicht schlechter als die unbefristet Beschäftigter: Das Risiko, mehr als drei Jahre nach der Aufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos zu sein, ist für beide Gruppen gleich groß. Auch die Gefahr, in einer "Befristungsschleife" stecken zu bleiben, bewerten die Wissenschaftler als eher gering. Über einen längeren Zeitraum wiederholte befristete Beschäftigungsverhältnisse, so genannte Kettenverträge, sind nach den vorliegenden Daten für den gesamten Arbeitsmarkt ein eher seltenes Phänomen.



Allerdings beurteilen befristet Beschäftigte ihre Beschäftigungssituation als deutlich schlechter als die Beschäftigten mit unbefristeten Verträgen. Dies zeigen Auswertungen der subjektiven Einschätzung der Erwerbssituation; gefragt wurde dabei nach Arbeitsplatzsicherheit, Entlohnung, Aufstiegsmöglichkeiten, Zugang zu Weiterbildung und ungerechtfertigter Kritik durch Kollegen und Vorgesetzte. Die Studie deutet klar darauf hin, dass die befristet Beschäftigten sich in jeder dieser Dimensionen als schlechter gestellt betrachten als ihre Kollegen mit unbefristeter Beschäftigung.

Ziel des Projekts war es, kausale Wirkungen zu identifizieren: Wie stark ist die Beschäftigungssituation eines Arbeitnehmers auf den Abschluss des Arbeitsvertrags als befristetes oder unbefristetes Erwerbsverhältnis zurückzuführen? Dieser Frage ging das ZEW auf der Grundlage zweier umfangreicher Erhebungen, des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des BIBB/IAB-Datensatzes, mit ähnlichen Methoden nach, wie sie zur Evaluation arbeitsmarktpolitischer Programme heute Standard geworden sind.

Ansprechpartner:
PD Dr. Bernhard Boockmann, Telefon 0621/1235-156, Fax -225, E-Mail boockmann@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Arbeitsvertrag Beschäftigungsverhältniss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsrisiko gesunken - IMK-Indikator hellt sich auf – robuster Aufschwung geht weiter
16.08.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index leicht rückläufig
24.07.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics