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Deutschland wird von Osteuropa profitieren!

06.02.2006


Fünf NORDAKADEMIE-Studenten organisieren Vorträge und eine Podiumsdiskussion zum Thema "Der deutsche Mittelstand auf dem Weg nach Osteuropa - Chance oder Risiko?"- Hochkarätige Referenten geben interessante Hintergrundinformationen über die Region - Trotz kontroverser Diskussionen im Detail besteht Einigkeit, dass die EU-Osterweiterung große Chancen bietet.



Am 2. Februar 2006 fand im Audimax der NORDAKADEMIE - Hochschule der Wirtschaft in Elmshorn eine Vortragsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiksussion zum Thema "Der deutsche Mittelstand auf dem Weg nach Osteuropa - Chance oder Risiko?" statt. Die von einem studentischen Organisationsteam durchgeführte Veranstaltung mit hochkarätigen Referenten war mit fast 200 Gästen aus Unternehmen, der Hochschule und der Bevölkerung der Region sehr gut besucht.



In seinem einführenden Vortrag "Ökonomische Perspektiven der Region Mittel-Ost-Europa" setzte sich Willem Noë (Vertretung der EU-Kommission in Berlin) ausführlich mit den sich bietenden Chancen durch den europäischen Integrationsprozess und die Aufnahme von neuen Mitgliedsstaaten in Mittel- und Osteuropa auseinander. Letztlich, so Noë, würden sowohl die west- wie auch die osteuropäischen Länder durch die neuen EU-Osterweiterung massiv profitieren, da sich der gemeinsame Binnenmarkt erheblich vergrößere.

Rechtsanwältin Marlene Mersmann (Kanzlei Rödl und Partner, Nürnberg) untersuchte in ihrem Referat "Aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen und Marktchance für den deutschen Mittelstand in Mittel-Ost-Europa" die Unterschiede zwischen den Ländern in der Region Mittel-Ost-Europa. Sie zeigte dabei auf, dass die häufig gemachte Unterstellung, dass in Osteuropa pauschal alles besser und billiger sei, einer detaillierten Betrachtung nicht standhält. Je nachdem, welche Ziele mit einem Engagement in Osteuropa erreicht werden sollen, lassen die diversen institutionellen und regionalen Unterschiede - wie etwa Arbeitszeitregelungen, Lohnnebenkosten, gewerkschaftlicher Organisationsgrad etc - die einzelnen Länder oder sogar Regionen innerhalb der Länder günstiger erscheinen oder auch nicht.

Fred Ludolph, Geschäftsführer der OET Goldex GmbH in Celle, brachte seinen Erfahrungsschatz aus einer zwanzigjährigen geschäftlichen Tätigkeit in Russland und der Ukraine ein, in dem er über "Investitions- und Finanzierungsmöglichkeiten für Mittelständler in Osteuropa" sprach und dabei wichtige Informationen über eine sinnvolle Markteintrittstrategie lieferte. Dieter Gramsch (Phoenix Traffic Technology GmbH, Hamburg) beschrieb danach in seinem Vortrag "Investitionen von Großunternehmen in Mittel-Ost-Europa und die Chancen für den deutschen Mittelstand" seine Erfahrungen mit dem schwierigen Prozess, ein Tochterunternehmen in Ungarn langsam an den westeuropäischen Standard heranzuführen. Gleichzeitig verdeutlichte er, dass im Umfeld der osteuropäischen Standorte von deutschen Großunternehmen für deutsche Mittelständler interessante, wenn auch riskante Geschäftspotentiale existieren.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit dem Thema "Der deutsche Mittelstand auf dem Weg nach Osteuropa - Chance oder Risiko?" stellten sich neben Frau Mersmann, Herrn Ludolph und Herrn Noë auch Peter Michalzik (Gewerkschaft IG Bergbau-Chemie-Energie, Hannover) sowie Prof. Dr. Joachim Weeber (NORDAKADEMIE) den Fragen der Moderatoren Tobias Vöge (NORDAKADEMIE) und Oliver Breuer (NDR Hörfunk, Kiel) sowie des Publikums.

Ein zentrales Thema der Diskussionsrunde war die Frage, ob deutsche Arbeitnehmer - auch angesichts der aktuellen Entwicklungen bei der AEG und bei Continental - die Herausforderung durch die mittel- und osteuropäischen Ländern fürchten müssen. Die Diskussionsteilnehmer waren sich dabei trotz aller Unterschiede im Detail einig, dass die EU-Osterweiterung in erster Linie eine Chance darstellt. In der Regel würden - insbesondere im Falle der Mittelständler - auch die deutschen Arbeitnehmer profitieren, da ihre Arbeitsplätze sicherer werden, wenn in osteuropäischen Werken günstige Vorprodukte hergestellt werden, die später in Westeuropa verdelt werden können. Problematisch wird es allerdings für gering qualifizierte Arbeitnehmer, deren Arbeitsplätze leicht nach Osteuropa verlagert werden könnten, wo die Tätigkeiten problemlos übernommen werden können.

Die Unternehmen würden durch die günstige Produktion in Osteuropa eine bessere Wettbewerbssituation erreichen, von der auch Deutschland insgesamt profitiere. Gleichzeitig wurde jedoch betont, dass für die Unternehmen eine gründliche Standort- und Geschäftspartneranalyse die Grundvoraussetzung für den Erfolg auch in den Ländern östlich von Deutschland ist.

Die NORDAKADEMIE in Kürze

Die 1992 gegründete FH NORDAKADEMIE gehört mit insgesamt gut 900 Studierenden zu den zehn größten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie bietet neben einem MBA-Studiengang die drei dualen Bachelor-Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik an. Zu den mehr als 400 Kooperationsunternehmen der Hochschule der Wirtschaft gehören Unternehmen wie z. B. Airbus Deutschland, Gruner+Jahr, Dräger, Hauni, Otto, Lufthansa, ExxonMobil, der Axel Springer Verlag und Ethicon. Die Hochschule finanziert sich ausschließlich durch die von den Unternehmen entrichteten Studiengebühren und ist von staatlichen Zuschüssen unabhängig.

Dr. Tim Krieger | idw
Weitere Informationen:
http://www.nordakademie.de

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