Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Städte und Gemeinden in Deutschland müssen umdenken

18.10.2001


BDU-Unternehmensberater sehen in Privatisierungen ein künftiges Schlüsselthema - Gesamtumsatz im Beratungsfeld Öffentliche Auftraggeber betrug 2000 rund 2,2 Milliarden Mark - Moderater Zuwachs für 2001 erwartet

Die auf den Beratungsmarkt "Öffentliche Auftraggeber" spezialisierten Beratungsgesellschaften im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sehen speziell die Städte und Gemeinden in Deutschland vor großen Herausforderungen. Eine aktuelle Markteinschätzung der BDU-Fachgruppe ’Öffentliche Auftraggeber’ kommt zu dem Schluss, dass die intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen von Privatisierungen eines der künftigen Schlüsselthemen sein wird. Knapp die Hälfte der Beratungsprojekte werden bei Öffentlichen Unternehmen und Anstalten des Öffentlichen Rechts, zum Beispiel in der Energie- und Wasserversorgung, durchgeführt. Mit fast identischen Anteilen von je einem fünftel folgen auf der Nachfragerseite die Bundesministerien bzw. -behörden und die Landesministerien bzw. -behörden. Der Anteil von Städten und Gemeinden beträgt knapp acht Prozent.

Besonders in den Kommunen wird sich nach Einschätzung der BDU-Experten in den kommenden fünf Jahren der stärkste Beratungsbedarf entwickeln, bei weiterhin hohem Bedarf der Öffentlichen Unternehmen und ebenfalls wachsender Nachfrage im Gesundheitswesen. "Städte und Gemeinden müssen in vielen Bereichen umdenken. Vor allem im Hinblick auf weitere Privatisierungen, eine professionelle Wirtschaftsförderung und fortschreitende Deregulierungen bei Energien, Wasser und öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), aber auch in der Beratung bei Kooperationen, strategischen Partnerschaften und Beteiligungen müssen zunehmend tragfähige Entscheidungen getroffen werden", ist sich der Vorsitzende der BDU-Fachgruppe Öffentliche Auftraggeber, Erhart Kirfel, sicher.

Zur Zeit liegen die Beratungsschwerpunkte bei den Öffentlichen Auftraggebern mit je einem Viertel in der Entwicklung und Einführung von EDV-Lösungen und in der Organisationsberatung und -entwicklung. Rund 17 Prozent aller Beratungsprojekte beschäftigen sich mit Fragestellungen des Controllings bzw. der Finanzwirtschaft, knapp zehn Prozent mit Projektmanagement, rund neun Prozent mit Personalentwicklung und -schulung und zirka sechs Prozent mit Qualitätsmanagement. Die Mitglieder der BDU-Fachgruppe Öffentliche Auftraggeber gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren in ihrem Beratungssegment die Entwicklung und Einführung von EDV-Lösungen, das Controlling und die Organisationsberatung und -entwicklung sowie die Begleitung bei strategischen Fragen und Entscheidungen die bedeutendste Rolle spielen werden.

Probleme sehen die BDU-Unternehmensberater in der teils mangelhaften Abwicklung der Vergabeprozesse. Immerhin ein Viertel bemängelt die fehlerhaften oder unklaren Aufgabenbeschreibungen und 18 Prozent kritisieren, dass die Vergabekriterien wenig transparent und unrealistisch sind. Häufig würden auch Fehler in der Berechnung des Auftragswertes gemacht. Auf beiden Seiten könnten durch eine bessere Abstimmung personelle und finanzielle Ressourcen eingespart werden. Gerade im kommunalen Bereich erweisen sich aber beispielsweise auch die Gemeindeordnung oder die Rechtsprechung als dringend zu verändernde Barrieren gegen neugestaltete und effizientere Strukturen.

Zufrieden blicken die Unternehmensberater auf die Marktentwicklung des Jahres 2000 zurück. Der Gesamtumsatz im Beratungsfeld Öffentliche Auftraggeber betrug im Jahr 2000 rund 2,2 Milliarden Mark (1999: 1,9 Milliarden Mark). Dies entspricht einer Steigerung des Umsatzes in diesem Beratungsfeld von knapp neun Prozent. Für das laufende Jahr rechnen die Unternehmensberater mit einem moderaten Zuwachs.

In der branchenorientierten BDU-Fachgruppe "Öffentliche Auftraggeber" sind zur Zeit rund 30 Beratungsunternehmen organisiert, die sich auf die besonderen Beratungsnotwendigkeiten der Verwaltungen spezialisiert haben. Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert, die sich auf über 540 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2000 einen Gesamtumsatz von ca. sechs Milliarden DM (1999: 5,3 Milliarden DM). Der Marktanteil konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut werden und liegt inzwischen bei 25 Prozent.

ots Originaltext: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.
Klaus Reiners (Pressesprecher)
Tel.: 0228/9161-20
email: rei@bdu.de
Zitelmannstraße 22
53113 Bonn

| ots

Weitere Berichte zu: BDU Privatisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Katalysator für zukunftsfähige Städte und Regionen
15.06.2020 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Straturity Human Capital Self-Assessment - Neues Instrument zum Überprüfen der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen
11.05.2020 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Konzept für neue Technik zur Untersuchung superschwerer Elemente vorgestellt

13.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Alternativmethoden für Tierversuche: VISION – Ein mikrofluidisches Chipsystem als Alternative zu Tierversuchen

13.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Neue Molekülbibliothek hilft bei der systematischen Suche nach Wirkstoffen

13.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics