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KfW Bankengruppe: Fördervolumen steigt um 10 % auf 68,9 Mrd. EUR

01.02.2006

Die KfW Bankengruppe hat im Jahr 2005 mit einem Gesamtfördervolumen von 68,9 Mrd. EUR ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr (62,9 Mrd. EUR) erzielt. Das sagte Vorstandssprecher Hans W. Reich am Mittwoch bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz in Frankfurt. Die Bilanzsumme stieg um 4 % auf 341 Mrd. EUR (329 Mrd. EUR). Die KfW Bankengruppe legte des Weiteren die Förderergebnisse der einzelnen Konzernmarken aus dem vergangenen Jahr vor:

Die KfW Mittelstandsbank unterstützte 2005 Mittelständler und Gründer mit einem Gesamtvolumen von 15,5 Mrd. EUR, das sind 11 % mehr als im Vorjahr (14,0 Mrd. EUR). Besonders positiv entwickelten sich die innovativen Finanzierungsinstrumente der Bank: Die Globaldarlehen stiegen auf ein Volumen von 5,4 Mrd. EUR (2,8 Mrd. EUR), die Verbriefungen auf 4,0 Mrd. EUR (3,7 Mrd. EUR). Zufrieden stellend verlief angesichts der schleppenden Binnenkonjunktur und der schwachen Investitionsneigung der deutschen Wirtschaft das Geschäft in den gewerblichen Förderprogrammen. In der Kreditfinanzierung (inkl. "Globaldarlehen") erreichte die Bank ein Zusagevolumen von 10,7 Mrd. EUR (9,3 Mrd. EUR). Darüber hinaus wurden mezzanine Finanzierungen über 0,6 Mrd. EUR (0,6 Mrd. EUR) und Beteiligungsfinanzierungen über 0,3 Mrd. EUR (0,3 Mrd. EUR) zugesagt.

Das zum 1. April 2005 eingeführte risikogerechte Zinssystem greift nach anfänglichen kurzzeitigen Anpassungsproblemen von Unternehmen und Banken seit dem 2. Halbjahr 2005. Auch Mittelständler mit schwächerer Bonität erhalten durch die risikogemäße Bepreisung der Darlehen wieder besseren Zugang zur Förderung: Knapp 40 % der Kredite wurden mit einer Bankenmarge, die über der früher maximal möglichen Marge lag, vergeben. Im alten System wäre vielen dieser Darlehensnehmer der Zugang zum Förderkredit versperrt geblieben.

Die KfW Förderbank hat 2005 ein Volumen von 38,7 Mrd. EUR (34,5 Mrd. EUR) erreicht. Einen entscheidenden Beitrag zum Anstieg ggü. dem Vorjahr leisteten die Verbriefungen mit 16,3 Mrd. EUR (11,4 Mrd. EUR). Aber auch die Umweltfinanzierungen (4,2 Mrd. EUR ggü. 2,2 Mrd. EUR) und die Bildungsfinanzierungen (0,9 Mrd. EUR ggü. 0,8 Mrd. EUR) entwickelten sich erfreulich. Weiteren Rückenwind wird die Bildungsfinanzierung 2006 durch die Einführung des Studienkredits zum Sommersemester erhalten. Die Finanzierungen für Häuslebauer und -sanierer sind im vergangenen Jahr auf 10,9 Mrd. EUR gesunken (11,9 Mrd. EUR). Ebenfalls einen Rückgang - von 4,2 Mrd. EUR auf 2,8 Mrd. EUR - verzeichneten die kommunalen Infrastrukturfinanzierungen. Dies liegt am planmäßigen Auslaufen des "Sonderfonds Wachstumsimpulse" zum Ende des Jahres 2004. Im Jahr 2006 wird das Geschäft der KfW Förderbank durch die Förderinitiative "Wohnen, Umwelt, Wachstum" einen starken Impuls erhalten. Der Bund stellt dabei im Rahmen seines Konjunkturpakets jährlich bis 1 Mrd. EUR zur Verfügung, die für die Verbesserung der bestehenden Programme zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden und den ökologischen Neubau eingesetzt werden. Den Bauherren winken attraktive Zinssätze ab 1 % eff. p. a.. Von den durch die Programme angekurbelten Investitionen werden insbesondere die Bauwirtschaft und das Handwerk profitieren.

Sowohl für die KfW Mittelstandsbank als auch für die KfW Förderbank gilt, dass Verbriefungen besonders nachgefragt wurden. Über ihre Plattformen PROMISE und PROVIDE verbrieft die KfW Bankengruppe Risiken aus Mittelstands- bzw. Wohnungsbaukrediten. Banken werden bei diesen Transaktionen vom Kreditrisiko entlastet und erhalten Spielraum für die Vergabe neuer Darlehen. Bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz hob Vorstandssprecher Reich die Bedeutung des Verbriefungsmarktes für die mittelständische Wirtschaft hervor: "Durch Verbriefungen machen wir den Kapitalmarkt für kleine und mittlere Unternehmen nutzbar und helfen mit, ihre Finanzierungsbedingungen zu verbessern." Reich kündigte in diesem Zusammenhang eine neue Initiative der KfW Bankengruppe an: Die Bank wird sich in diesem Jahr systematisch auch als Investor bei Verbriefungstransaktionen, denen Mittelstandsfinanzierungen zugrunde liegen, betätigen. Hierfür legt sie ein 2 Mrd. EUR starkes, so genanntes ABS-Mittelstandsprogramm auf (ABS=Asset Backed Securities). "Banken, die ihre Risiken aus dem Mittelstandsgeschäft effizient an Investoren auf dem Kapitalmarkt weiterreichen können, sind eher bereit, neue Kredite zu geben", begründete Reich das Engagement der KfW. "Die KfW Bankengruppe wird künftig ein zuverlässiger Anker-Investor sein und so mithelfen, den Verbriefungsmarkt in Deutschland weiter auszubauen und zu beleben."

Mit 1,9 Mrd. EUR (1,9 Mrd. EUR) hat die KfW Entwicklungsbank im vergangenen Jahr Projekte in Entwicklungs- und Transformationsländern unterstützt. Zwei Drittel des eingesetzten Geldes stammen aus dem Bundeshaushalt, ein Drittel steuerte die KfW Entwicklungsbank aus eigenen Mitteln bei. Schwerpunktmäßig kümmerte sich die KfW Entwicklungsbank um die Verbesserung der Infrastruktur, z.B. Wasser- und Stromversorgung, Straßen- und Schulbau. Die Entwicklung leistungsfähiger Finanzsektoren war ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit. Darüber hinaus setzte das KfW-Tochterunternehmen DEG 2005 insgesamt 0,7 Mrd. EUR (0,6 Mrd. EUR) für Investitionen von Privatunternehmen in Entwicklungsländern ein.

Die KfW IPEX-Bank schloss im Jahr 2005 Finanzierungsverträge über 12,1 Mrd. EUR (11,9 Mrd. EUR) ab. Knapp zwei Drittel entfielen auf das Auslandsgeschäft (7,6 Mrd. EUR). Regionale Schwerpunkte lagen im europäischen Raum und in den traditionell ebenfalls wichtigen Märkten in Nord- und Südamerika sowie Südostasien. Darüber hinaus spielen für die KfW IPEX-Bank Geschäftsbeziehungen zu den Ländern des Nahen Ostens, Russland und Indien eine immer wichtigere Rolle. Die internationale Projekt- und Exportfinanzierungsbank, die zum 1. Januar 2008 als selbständige Tochter der KfW Bankengruppe ausgegliedert wird, wird deshalb ihre regionale Präsenz weiter ausbauen. Nach dem kürzlich in Moskau eröffneten Büro werden Dubai und Bombay die nächsten Ziele sein.

Zur Refinanzierung ihres Geschäfts hat die KfW Bankengruppe 2005 mehr als 600 Transaktionen auf den Kapitalmärkten durchgeführt und dabei Mittel in Höhe von insgesamt 50,6 Mrd. EUR (52,1 Mrd. EUR) aufgenommen. Für das Jahr 2006 erwartet die Bank einen Refinanzierungsbedarf zwischen 50 und 55 Mrd. EUR.

Christine Volk | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

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