Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IAB-Arbeitsmarktprojektion: Arbeitslosenzahl 2006 nur wenig unter dem Vorjahr

01.12.2005


Die Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im Jahresdurchschnitt 2006 bei 4,82 Millionen liegen, so die aktuelle Arbeitsmarktprojektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Für das Jahr 2005 zeichne sich ein Jahresdurchschnitt von 4,88 Millionen Arbeitslosen ab.



Das Forschungsinstitut geht davon aus, dass sich die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung in Deutschland im Jahr 2006 fortsetzen wird und rechnet mit einem preisbereinigten Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent. Laut IAB-Studie nimmt die Erwerbstätigkeit um 60.000 Personen zu. Die einzelnen Beschäftigungsformen würden sich aber nach wie vor sehr unterschiedlich entwickeln. Die Zahl der Selbständigen und mithelfenden Familienangehörigen sowie der geringfügig Beschäftigten steige weiter. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dagegen sinke, wenn auch schwächer als 2005.


Für die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erwartet das IAB im Jahr 2006 eine Abnahme um rund 200.000. Im Jahr 2005 betrage der Rückgang sogar 350.000 Personen. Dafür seien sowohl konjunkturelle als auch strukturelle Gründe maßgebend.

Die Arbeitsmarktentwicklung wird nach Einschätzung des IAB in West- und Ostdeutschland unterschiedlich verlaufen. Das IAB rechnet zwar auch für Ostdeutschland mit einer weiteren wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung, aber das Wachstum werde wie bereits in den vergangenen drei Jahren schwächer sein als in Westdeutschland, insbesondere weil der Osten weniger an der Exportdynamik Teil habe. Bei deutlich stärkerem Produktivitätsfortschritt werde die Beschäftigung in den neuen Bundesländern erneut abnehmen, allerdings weniger als bisher, in Westdeutschland dagegen ansteigen. Jedoch gehe in Ostdeutschland auch das Erwerbspersonenpotenzial zurück, insbesondere wegen der weiter sinkenden Erwerbsbeteiligung und anhaltender Ost-West-Wanderungen, während es im Westen wachse. Aufgrund dieser unterschiedlichen Entwicklungslinien von Arbeitsangebot und -nachfrage werde die Zahl der Arbeitslosen in Ostdeutschland etwas stärker abnehmen als in Westdeutschland. Diese günstigere Entwicklung sei jedoch nicht konjunkturell zu interpretieren, so das IAB. Sie resultiere allein aus dem rückläufigen Arbeitsangebot und den sozialen Arbeitsgelegenheiten, die im Osten relativ häufig eingerichtet werden.


Die Bilanz der Arbeitsmarktforscher lautet: "An der Gesamtsituation am deutschen Arbeitsmarkt wird sich im Jahr 2006 somit grundlegend nichts ändern."

Risiken und Chancen

Risiken wie Chancen spiegeln eine untere und eine obere Variante der IAB-Arbeitsmarktprojektion wider. So würde ein schwächeres Wirtschaftswachstum von nur 0,75 Prozent, zum Beispiel infolge weiterer Ölpreissteigerungen und schwächerer Weltkonjunktur, die Beschäftigungszunahme merklich verringern und den Abbau der Arbeitslosenzahl verhindern. Eine spürbare Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik mit einem Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent, beispielsweise infolge von stärkeren weltwirtschaftlichen Impulsen, würde hingegen die Beschäftigungsentwicklung merklich verbessern, insbesondere im Bereich sozialversicherungspflichtiger Tätigkeiten. Zwar würde auch dann keine erhebliche Besserung am Arbeitsmarkt erzielt, aber die Arbeitslosenzahl wäre immerhin um fast 100.000 Personen geringer als im Vorjahr.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2005/kb2305.pdf.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Höhere Beschäftigungsstabilität in exportierenden Betrieben
05.02.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Nur leichte Brexit-Delle
29.01.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics