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Wie und warum sollten sich Europas Regionen an der Raumfahrt beteiligen?

21.11.2005


Die Luft- und Raumfahrt ist ein teurer Forschungsbereich, der nur von einigen wichtigen Akteuren dominiert wird, und doch profitieren alle davon, und sie bleibt Regionen als Sektor nicht verschlossen, erfuhren Teilnehmer auf einem kürzlich veranstalteten Seminar in Brüssel.



Das Forschungs- und Innovationsnetzwerk der europäischen Regionen ERRIN (European Regions Research and Innovation Network) organisierte die Veranstaltung, auf der die Idee der "Stärke durch viele Beteiligte" betont wurde. In ihren Schlussfolgerungen kamen die Teilnehmer überein, dass die Chancen für eine Region, allein aufzustreben, gering seien, Erfolge jedoch erzielt werden könnten, wenn die Regionen Pfeiler der Wettbewerbsfähigkeit basierend auf strategischen Partnerschaften bildeten.



In seinem Einführungsvortrag konzentrierte sich Roland Geubel vom Raumfahrtverband BRUSPACE auf die Motivation der europäischen Regionen, sich bei Raumfahrtmaßnahmen zu engagieren. Die Raumfahrt sei untrennbar mit Forschung und Innovation verbunden, sagte er, und daher auch mit der Entwicklung der Wissenswirtschaft und neuen Kompetenzen in einer Region.

Geubel fand zuversichtliche Worte für Regionen mit wenig Erfahrung in der Raumfahrt. Die Raumfahrt beinhalte die Entwicklung von Anwendungen sowie Kreativität - jedoch nicht unbedingt durch Unternehmen, die speziell im Raumfahrtsektor aktiv sind. Bei vielen Technologien gebe es eine Überschneidung zwischen Raumfahrt und anderen Bereichen. Außerdem verwies er auf ein neues europäisches Projekt - das europäische Satellitennavigationssystem Galileo -, das Regionen mit geringer Erfahrung im Bereich Raumfahrt Möglichkeiten für eine Beteiligung und Nutzung eröffnet.

Es liege im Interesse der Regionen, sich für eine höhere Beteiligung in der Raumfahrt einzusetzen, erfuhren die Teilnehmer. Es wurden bereits viele ursprünglich aus der Raumfahrtforschung stammende Technologien entwickelt, die das Leben erleichtern. Dazu gehören die Telemedizin, Anwendungen für die humanitäre Hilfe und Sicherheit sowie das Hochgeschwindigkeits-Internet. Der Raumfahrtsektor ist außerdem ein wichtiger Arbeitgeber in Regionen, die bereits in der Raumfahrt aktiv sind. Die Branche beschäftigt zurzeit rund 40.000 Menschen und sorgt für weitere 250.000 Arbeitsplätze in damit verbundenen Bereichen.

Unabhängig davon, ob regionale Akteure den Schlussfolgerungen des Seminars folgen oder nicht, ERRIN ist bereits zufrieden, da zahlreiche Teilnehmer während der Veranstaltung neue Geschäftskontakte geknüpft haben. Zu den potenziellen Partnern gehören die belgische Region Wallonien und die italienische Region Piemont. Während der Graduiertenkurs im Bereich Weltraumforschung und Entwicklungssysteme der italienischen Region für Wallonien von Interesse ist, würde Piemont von einem erleichterten Zugang zur ERA-NET-Initiative profitieren, an der die belgische Region beteiligt ist.

| ctm
Weitere Informationen:
http://www.errin-brussels.org/

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