Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Versicherungsunternehmen setzen auf Auslagerung / Osteuropa im Visier

10.11.2005

Unternehmen der Versicherungswirtschaft fassen vermehrt industrialisierte Geschäfts- und IT-Prozesse sowie deren Auslagerung ins Auge. So geht etwas mehr als die Hälfte der befragten Versicherungsmanager in einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Capgemini zusammen mit Exigen von einem großen oder sehr großen Druck zu solchen Maßnahmen aus. Aktuell optimieren, standardisieren oder automatisieren bereits 39 Prozent der Unternehmen aus der Branche ihre internen Prozesse. Bei 33 Prozent sind bereits konkrete Initiativen zur Auslagern von Geschäftsprozessen bzw. der Kooperation mit anderen Unternehmen erfolgt. Für die Untersuchung wurden 38 große Versicherungsunternehmen aus Deutschland und der Schweiz befragt.

Industrialisierungsansätze werden für mehr Effizienz und besseren Kundenservice genutzt

Versicherungsunternehmen geht es beim Thema Industrialisierung um mehr Effizienz in den Prozessen. Für 32 Prozent ist dies das höchste Ziel, für weitere 41 Prozent zweithöchste Priorität. Für die Hälfte der Befragten steht ein besserer Kundenservice an erster Stelle - mit weiteren 18 Prozent als Top-2. "Im Kern strebt die Versicherungswirtschaft durch Industrialisierungskonzepte einen verbesserten Kundenservice auf deutlich niedrigerem Kostenniveau an", so Thomas Brunauer, Vice President bei Capgemini. Dafür sind die Unternehmen auch bereit, neben einem Bezug von Leistungen über Drittanbietern und einer Spezialisierung, auch mit Wettbewerbern innerhalb der Branche zu kooperieren. Mit jeweils um die 60 Prozent der Nennungen werden diese Formen der Industrialisierung gleichermaßen hoch eingeschätzt. Deutlich geringer ist mit 40 Prozent der Ansatz ausgeprägt, Leistungen zwar im eigenen Konzern, aber im Ausland zu erbringen.

Auslagerung macht selbst vor Vertragsbetreuung und Schadenbearbeitung nicht halt

Einig sind sich die befragten Versicherungsmanager, dass fast jedes Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre Geschäftsprozesse auslagern wird. Nur über den Umfang bestehen unterschiedliche Meinungen. Auf Platz eins der Auslagerungs-Hitliste stehen gemeinsam die Informationstechnologie sowie die Service- und Supportprozesse (Rechnungswesen, Human Resources oder Call Center) mit jeweils 76 Prozent der Nennungen. Aber auch Vertragsbetreuung sowie Schadensbearbeitung bzw. -Leistung können sich rund die Hälfte als ausgelagerten Prozess vorstellen. "Damit geht die Vorstellungskraft für diese recht konservative Branche schon recht weit", meint Christian Methe, Mitglied der Geschäftsführung von Exigen Deutschland.

Kosteneinsparungen durch Auslagerung werden unterschiedlich beurteilt

Befragt nach dem Einsparpotenzial an Verwaltungskosten durch ausgelagerte Geschäftsprozesse ist die Branche gespalten. Rund die Hälfte geht von zehn Prozent oder weniger aus. Die restlichen Unternehmen nennen Werte zwischen 20 und 35 Prozent. "Hier folgen die Versicherer nicht den allgemeinen Fantasiezahlen für Auslagerungs-Vorhaben, sondern bleiben in der Mehrheit auf dem Teppich", meint Thomas Brunauer. In einem engen Zusammenhang damit sind auch die Annahmen zu sehen was den Abbau von Mitarbeitern durch Outsourcing angeht. Etwa die Hälfte sieht fünf Prozent der Belegschaft davon betroffen, die restlichen Angaben schwanken stark bis hin zu 30 Prozent.

Osteuropa statt Indien

Für ausgelagerte Prozesse von Versicherungen kommen nach Meinung von fast zwei Dritteln der befragten Manager nur europäische Niedriglohnländer, insbesondere in Osteuropa, in Frage. Indien bzw. andere asiatische Staaten können sich nur ein Viertel vorstellen. "Die Nennungen sind verständlich, wenn man sieht, dass die Versicherer vor allem einen bessern Kundenservice anstreben oder sogar die Betriebs- oder Schadenbearbeitung auslagern wollen", so Christian Methe. Rechtliche Hürden (69 Prozent) und Sprachprobleme (47 Prozent) sind denn auch die Punkte, die gegen ein Outsourcing sprechen. Unter diesen Gegebenheiten können sich auch 61 Prozent der Versicherer vorstellen, bei niedrigeren Arbeitskosten am bisherigen Standort eine geplante Auslagerung ins Ausland zu überdenken.

Thomas Becker | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.de.capgemini.com/presse

Weitere Berichte zu: Versicherungsunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Leichter Anstieg auf neuen Höchstwert
25.09.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Höchstwert trotz Handelskonflikt
27.08.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur

11.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt auf der COMPAMED 2019: Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Mikrotechnologien

11.10.2019 | Messenachrichten

Kryptografie für das Auto der Zukunft

11.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics