Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer ITWM baut Finanzmathematik aus

04.07.2001


Im Zeitalter globaler Finanzmärkte und immer schnelleren Aktienhandels steigt der Bedarf an zuverlässigen Modellen für Finanzgeschäfte und Risikomanagement. Dem trägt das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) in Kaiserslautern jetzt Rechnung: Die Arbeitsgruppe »Finanzmathematik« wurde erweitert und in eine eigene Abteilung ausgegliedert.

»Die moderne Finanzmathematik ist eines der zur Zeit am stärksten bearbeiteten mathematischen Forschungsgebiete«, betont Dr. Ralf Korn, Leiter der neu gegründeten Abteilung »Finanzmathematik« am ITWM. »Die Ergebnisse der Finanzmathematik werden täglich tausendfach angewendet, und ihr Einfluss auf die Praxis der Finanzmärkte ist weiter steigend.«

Ein zentrales Problem der Finanzmathematik beispielsweise ist die Optimierung von Anlagestrategien. Mathematische Modelle wie das von Harry M. Markowitz, der für seine Portfoliotheorie im Jahre 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekam, bilden schon seit nahezu vierzig Jahren die Grundlage für die Investitionsentscheidungen von Fondsmanagern. Die Arbeitsgruppe am Fraunhofer ITWM erweiterte die Standardverfahren um Anlagemöglichkeiten wie Derivate; die Gefahr eines Aktiencrashs wurde besser berücksichtigt. Die entwickelten Algorithmen gehen weit über die Standardverfahren der finanzmathematischen Praxis hinaus.
Neben der Portfolio-Optimierung liegen die Arbeitsschwerpunkte der neu gegründeten Abteilung in den Bereichen der Optionsbewertung und des Risiko-Managements. Mögliche Einsatzgebiete sind die Ertrags- und Risikosteuerung und die Bewertung oder Neuentwicklung derivativer Finanzprodukte.

Dieter Prätzel-Wolters, Leiter des ITWM, will damit besonders auch kleinere und mittlere Unternehmen ansprechen, die seit Mai 1998 gesetzlich zu einem umfassenden unternehmensweiten Finanz-Risikomanagement verpflichtet sind: »Wir streben an, mittelfristig der Partner für Finanzdienstleister und Unternehmensberatungen zu werden, wenn wissenschaftliche Beratung oder Softwareentwicklung finanzmathematisches Know-how brauchen.«

Das ITWM ist das erste marktorientierte Forschungsinstitut in Deutschland, das finanzmathematische Dienstleistungen anbietet. Es kann dabei auf langjährige Erfahrungen in der Modellierung von Aktien- und Wechselkursen und Investmentstrategien gründen. Daneben hat es sich mit Forschungsarbeiten zur Simulation und Optimierung von Materialien, Herstellungsverfahren und Planungsprozessen einen Namen gemacht. Zu Beginn des Jahres 2001 wurde es - als erstes Institut mit mathematischem Schwerpunkt - in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen.

Weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 06 31 / 2 05-32 42
Prof. Dr. Ralf Korn
Tel. 06 31 / 2 05-27 47

Cäcilie Kowald | idw
Weitere Informationen:
http://www.itwm.fhg.de/fm/

Weitere Berichte zu: Finanzmarkt Finanzmathematik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsrisiko gesunken - IMK-Indikator hellt sich auf – robuster Aufschwung geht weiter
16.08.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index leicht rückläufig
24.07.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

In Form gebracht

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superauflösende Mikroskopie - Neue Markierungssonden im Nanomaßstab

21.08.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics