Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW-Mittelstandspanel: Repräsentative Analyse über kleine und mittlere Unternehmen

16.11.2004


Im vergangenen Jahr 15 % weniger Investitionen als 2002


Von den 3,4 Millionen Mittelständlern in Deutschland investierten im vergangenen Jahr 15 % weniger als im Vorjahr. Dieser deutliche Rückgang deckt sich mit dem gesunkenen Investitionsvolumen: Während der Mittelstand 2002 noch mehr als 200 Mrd. EUR investierte, sank das Volumen im vergangenen Jahr um 9 % auf rund 190 Mrd. EUR. "Der Rückgang an Investitionen ist ein ernstzunehmendes Problem, das eine Gefahr für unsere Volkswirtschaft darstellt", sagte Hans W. Reich heute auf der Pressekonferenz anlässlich der erstmaligen Veröffentlichung des KfW-Mittelstandspanels 2004 in der KfW-Zentrale in Frankfurt. Die Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels basieren auf einer repräsentativen Wiederholungsbefragung, bei der im jährlichen Vergleich bis zu 15.000, zum größten Teil identische Unternehmen, die weniger als 500 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen, durch alle Branchen hinweg zum Investitionsverhalten und zu Beschäftigungseffekten befragt werden. Das Panel bezieht damit als einzige repräsentative Studie in der Forschung zum deutschen Mittelstand auch die 2,3 Millionen Unternehmer mit ein, die weniger als 5 Beschäftigte haben.

Trotz des Rückgangs von Investitionen kann der Mittelstand seiner Funktion als Jobmotor noch gerecht werden: Im Gegensatz zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat die Zahl der Beschäftigten im Mittelstand zwischen 2001 und 2003 im Durchschnitt jährlich um knapp 3 % zugenommen. "Die Analyse zeigt, dass neue Arbeitsplätze im Mittelstand vor allem da entstehen, wo notwendige Investitionen durchgeführt werden können", sagte Hans W. Reich, Vorstandssprecher der KfW Bankengruppe. Nach Ergebnissen des Mittelstandspanels 2004 wächst die Beschäftigung investierender Unternehmen um etwa 3,5 % Punkte stärker als die Beschäftigung vergleichbarer nichtinvestierenden. "Angesichts der Tatsache, dass der Mittelstand hierzulande drei Viertel aller Erwerbstätigen, rund 26,6 Millionen Menschen, beschäftigt, muss es darum gehen, diesen Rückgang von Investitionen schnellstens zu stoppen", sagte Reich.


Die Ergebnisse des Mittelstandspanels belegen erstmals anhand von repräsentativen Daten, welche schwer wiegenden Folgen die viel beschriebenen Finanzierungsprobleme des Mittelstands haben: So kamen 13 % der geplanten Investitionen nicht zustande, weil Kreditverhandlungen scheiterten. Lediglich 41 % aller mittelständischen Unternehmen, die zur Finanzierung ihrer geplanten Investition Kreditverhandlungen führten, schlossen diese auch erfolgreich ab.

Der Vergleich von mittleren und kleinen Mittelständlern zeigt, dass große Unternehmen dabei weitaus erfolgreicher sind: knapp 60 % der Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigten führen die Kreditverhandlungen zu einem Abschluss, während bei den Unternehmern mit weniger als 5 Beschäftigten lediglich 37 % ihre Verhandlungen mit Erfolg krönen konnten.

Das Scheitern ging der Kreditverhandlungen ging in 57 % der Fälle von den Kreditinstituten und in 43 % der Fälle von den Unternehmen aus. Die Mittelständler gaben folgende Gründe an, warum sie die Verhandlungen abgebrochen haben:

- "geforderte Sicherheiten konnten nicht gestellt werden" (41 %) - "zu hohe Zinsen" (34 %) - Bei kleineren Mittelständlern hat zudem der Ablehnungsgrund "schlechte Beratung durch die Bank" eine Rolle gespielt (29 %)

Nach Aussage der Unternehmer gaben die Banken folgende Gründe an, warum die Finanzierung nicht zustande gekommen ist:

- "unzureichende Sicherheiten" (45 %) - "veränderte Geschäftspolitik". Insgesamt jeder zehnte investitionsbereite Mittelständler ist von diesem Ablehnungsgrund betroffen.

"Die Banken achten aus wirtschaftlich gut nachvollziehbaren Gründen sehr genau darauf, ob sich ein Geschäft für sie rechnet und sie mit den Risiken umgehen können. Die Unternehmen müssen sich in den Punkten Transparenz und Eigenkapitalausstattung auf das veränderte Bankenverhalten einstellen", sagte Reich. Die neu aufgestellte KfW Mittelstandbank steht ihnen mit speziellen Finanzierungsinstrumenten - z. B. mit nachrangigen, unbesicherten Darlehen, dem "Unternehmerkapital", oder der Beteiligungsfinanzierung zur Seite. Zudem hat die Förderbank Instrumente, z. B. das Globaldarlehen, eingeführt, die die Prozesskosten von kleinteiligen Krediten bei den Banken senken.

Service: Die Kurz- und Langfassung des KfW Mittelstandspanels 2004 finden Sie zum Download auf der website www.kfw.de. Einen Überblick über das Angebot der KfW Mittelstandsbank finden Sie auf

Sonja Höpfner | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw-mittelstandsbank.de
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: Investition KfW-Mittelstandspanel Mittelstandspanel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsrisiko gesunken - IMK-Indikator hellt sich auf – robuster Aufschwung geht weiter
16.08.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index leicht rückläufig
24.07.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics