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Konjunkturbericht August 2004: Deutsche Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs

19.08.2004


Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2004 recht robust entwickelt. Hinter den insgesamt zufrieden stellenden Wachstumszahlen verbirgt sich aber ein unausgewogenes Konjunkturbild: eine lebhafte Exportnachfrage einerseits und eine lahmende Binnenkonjunktur andererseits. Die Fortsetzung der Belebung wird somit auch in den kommenden Monaten maßgeblich von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängen.



Wegen der hohen Rohölpreise und des zuletzt etwas schwächeren Wachstums der US-Wirtschaft ist im zweiten Halbjahr mit einer Abschwächung der weltweiten Konjunkturdynamik zu rechnen. Ein kräftiger Einbruch des globalen Wirtschaftswachstums ist jedoch nicht zu befürchten. Nach wie vor bestehen berechtigte Hoffnungen, dass sich die US-Konjunktur auf dem Potenzialpfad stabilisiert und bei den Ölpreisen eine Beruhigung eintritt.

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In Deutschland werden die konjunkturellen Impulse von den Exporten deshalb zwar etwas nachlassen, aber weiterhin spürbar bleiben. Zudem sollte die Hoffnung auf eine Besserung der Binnenkonjunktur nicht aufgegeben werden. Die zunehmende Kapazitätsauslastung und die in der Grundtendenz weiterhin gute Auftragslage könnten zu mehr Investitionen führen. Außerdem sollte der Beschäftigungsabbau im zweiten Halbjahr zum Stillstand kommen. Selbst bei einem geringfügig nachlassenden Wachstumstempo ist daher für 2004 weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1 ¾ % zu rechnen.

Durch die hohen Ölpreise hat sich die Inflation im Euro-Raum merklich beschleunigt. Ein unmittelbarer Zinserhöhungsgrund für die Europäische Zentralbank ergibt sich dadurch aber nicht. Erstens kann die Geldpolitik direkte Inflationseffekte durch die Ölpreise nicht verhindern, und zweitens ist die Gefahr von „Zweitrundeneffekten“ gering. Aus heutiger Sicht dürfte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen für den Rest des Jahres daher konstant halten.

In der gegenwärtigen Debatte über die Folgen der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe sind in der Bevölkerung offensichtlich Ängste entstanden, die größtenteils auf unzureichende Informationen zurückzuführen sind. Um die Wachstums- und Beschäftigungsbedingungen zu verbessern, sind die Reformen jedoch ohne Alternative. Mehr noch: Der Umgestaltungsprozess sollte mit einer Abkopplung der Sozialversicherungsbeiträge von den Löhnen, einer grundlegenden Steuerreform und einer Neuordnung des Föderalismus weitergeführt werden. Regierung und Opposition stehen daher gleichermaßen gefordert, die Notwendigkeit des Reformprozesses zu vermitteln und mit einem umfassenden Gesamtkonzept für den weiteren Reformweg wieder Orientierung zu geben.

| Bundesverband deutscher Banken
Weitere Informationen:
http://www.bankenverband.de/pic/artikelpic/082004/0408Konjunkturbericht.pdf
http://www.bankenverband.de

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