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Wirtschaft arbeitet an Notrufnummer gegen Kartenbetrug

01.07.2004


Das Bundeskriminalamt verzeichnete im Jahr 2003 mehr als 120.000 Fälle von Kredit- und Maestro-Karten-Betrug in Deutschland. Der Schaden: knapp 65 Millionen Euro, rund sieben Millionen mehr als im Vorjahr. Durch einen einheitlichen Sperrdienst könnte der Missbrauch von Maestro- und Kreditkarten sinken, so die Einschätzung von Mummert Consulting. Der Grund: Bei einem Diebstahl der Geldbörse mit allen Karten muss der Bestohlene nicht mehr umständlich die Nummern der verschiedenen Kartenanbieter heraussuchen, sondern kann den Verlust schnell und komfortabel über eine einheitliche Rufnummer abwickeln. Das spart erheblich Zeit, in der der Dieb sonst möglicherweise schon die ersten Umsätze mit den gestohlenen Karten macht. Der Verein „Sperr e.V.“ will das Vertrauen der Bevölkerung in elektronische Kartensysteme durch diese einheitliche Notrufnummer (116) stärken. Derzeit befindet sich der neue Service in der Prüfung bei der EU-Kommission sowie beim deutschen Wirtschafts- und beim Innenministerium.



Der Bedarf ist groß: 119 Millionen Karten mit Bezahlfunktion gibt es in Deutschland. Mehr als jeder vierte Deutsche besitzt eine Kreditkarte – Tendenz steigend. Außerdem wird in Deutschland inzwischen mit ungefähr 70 Millionen Handys telefoniert. Viele Verbraucher wissen aber nicht, wo sie ihr Handy und ihre vielen verschiedenen Karten bei Verlust sperren lassen können. Der Grund: Die Codenummern zum Sperren von Karten und Konten sind meist sehr lang und schwer zu merken. Der kostenlose Service unter der einheitlichen Rufnummer 116 soll dieses Problem für die Verbraucher schnell und komfortabel lösen. Über diesen Notruf lassen sich nicht nur Plastikgeld und SIM-Karten sperren. Der neue Service soll beispielsweise auch für Versichertenkarten oder Mitarbeiterausweise und später auch für die geplante Gesundheitskarte gelten. Ein besonderer Service beim Verlust im Ausland: Ist die Geldbörse gestohlen, kann sich der Geschädigte über ein kostenloses R-Gespräch mit der Sperrvermittlung verbinden lassen.

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Über den Notruf gelangt der Kartenbesitzer – egal ob aus Deutschland oder aus dem Ausland – zu einer zentralen Vermittlung. Diese leitet den Anrufer umgehend an den entsprechenden Systembetreiber weiter, um dort die Karten sperren zu lassen. Müssen mehrere Karten oder Konten gesperrt werden, gelangt der Anrufer über die Vermittlung nacheinander zu den einzelnen Anbietern. Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg von 116: Die Kartenunternehmen und Systembetreiber müssen bereit sein, ihren Kunden diesen Zusatzservice anzubieten und zu bezahlen. Systembetreiber wie EURO Kartensysteme gehören bereits zu den Trägern der 116-Initiative. Daneben unterstützen auch Unternehmen aus anderen Branchen wie Siemens und Mummert Consulting die Einführung der Notrufnummer. Mummert Consulting untersuchte in einer Fallstudie die Marktchancen für eine einheitliche Servicenummer und erstellte den Business Case für den Sperr e.V.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

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