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Neue Bilanzstandards setzen deutsche Unternehmen unter Druck

28.04.2004


Zum 1. Januar 2005 müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU ihre Bilanzen nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) vorlegen. Ein Großteil der Firmen hinkt jedoch noch hinterher mit der Umstellung auf die neuen Standards: Von den betroffenen 789 deutschen Unternehmen, die börsennotiert sind, erstellen bislang nur 36 Prozent ihren Konzernabschluss nach IFRS.



Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensrechnung an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), die in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellt worden ist. "Eine Besonderheit ist, dass dabei erstmalig sämtliche kapitalmarktorientierten Unternehmen in Deutschland untersucht wurden", erklären KU-Professor Dr. Anton Burger und Philipp Ulbrich, die das Projekt wissenschaftlich begleitet haben.

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Die Studie zeigt außerdem, dass 45 Prozent der Unternehmen immer noch nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzieren, 19 Prozent halten sich an die United States-Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP). Zwar nimmt Deutschland im europäischen Vergleich eine Vorreiterrolle ein, doch vor allem kleineren deutschen Unternehmen stehe die Umstellung noch bevor, warnt die Studie. Bei Konzernen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz dominierten internationale Standards, Firmen mit weniger als 10 Millionen Euro Umsatz hingegen halten sich noch verbreitet an die HGB-Rechnungslegung. Das gilt auch für mittelgroße Unternehmen, abgesehen von Firmen, die zuvor aufgrund ihrer Notierung beispielsweise im Neuen Markt bereits internationale Bilanzierungsstandards verwenden mussten.

Eine vergleichbare Studie für Unternehmen in Österreich stellen die KU und PricewaterhouseCoopers demnächst vor.

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/ABWL-UR/aktuelles/

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