Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transportation Systems gewinnt größten Auftrag für Siemens AG seit 20 Jahren

24.04.2001


Siemens liefert für rund 2,5 Mrd. EUR Bahnen vom Typ Desiro nach Großbritannien. Vertrag mit privatem Betreiber Stagecoach beinhaltet auch komplettes Servicepaket

Der Bereich Transportation Systems (TS) wird bis zu 1200 elektrische Regionaltriebzugwagen vom Typ Desiro und dazugehörige Serviceleistungen im Gesamtwert von rund 2,5 Mrd. EUR nach Großbritannien liefern. Den entsprechenden Vertrag hat Siemens-Chef Dr. Heinrich v. Pierer in London unterzeichnet. Auftraggeber sind das private britische Bahnunternehmen Stagecoach und Angel Trains, eines der weltweit größten Leasingunternehmen für Schienenfahrzeuge. Pierer: "Dies ist der größte Auftrag für TS seit der Gründung des Bereichs 1989 und der größte Auftrag, den Siemens insgesamt in den vergangenen 20 Jahren verbuchen konnte." Bei dem Vertrag liegen rd. 1,6 Mrd. EUR als feste Order und 900 Mio. EUR als verbindliche Option vor. Wartung und Instandhaltung machen rund ein Drittel des Volumens aus.

Pierer: "Dieser Auftrag unterstreicht eindrucksvoll unsere Innovationskraft. Nach dem Durchbruch für den Transrapid in China und den ICE in Spanien ist die Desiro-Order aus Großbritannien nun schon der dritte internationale Erfolg für TS in wenigen Monaten." Der Bereich Transportation Systems habe eindrucksvoll Turnaround-Qualitäten bewiesen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Für die jüngste Auftragsvergabe sei mit ausschlaggebend gewesen, dass Siemens etwa beim Heathrow Express seine Leistungsfähigkeit und die Zuverlässigkeit seiner Produkte bereits über Jahre hinweg in Großbritannien unter Beweis gestellt habe.

Großbritannien zähle in Europa zu den wichtigsten Märkten von TS, sagte Herbert H. Steffen, Vorsitzender des Bereichsvorstands Transportation Systems. Mit dem Gewinn dieses Auftrags habe TS seine Wettbewerbsfähigkeit auch in diesem extrem anspruchsvollen Markt unter Beweis gestellt und seine Position deutlich stärken können. "Entscheidend für den Erfolg war, dass wir in punkto Lieferzeit, Qualität, Verfügbarkeit, Betriebssicherheit, Service und Preis heute international nur sehr schwer zu schlagen sind", so Steffen. In diesem Zusammenhang wies Steffen vor allem auf den Vorteil von TS hin, ein eigenes Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge bei Düsseldorf zu betreiben. Dazu Hans M. Schabert, im TS-Vorstand für das Fahrzeuggeschäft zuständig: "Wir sind dabei, im Prüfcenter mit hohem Investitionsaufwand die technischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dort die britischen Desiros auch unter den originalen lokalen Netzbedingungen testen zu können. Dabei arbeiten wir eng mit dem britischen Netzbetreiber Railtrack zusammen."

Desiro ist ein flexibles, auf der Siemens-Regionalfahrzeugfamilie basierendes Triebzugkonzept. Modular aufgebaut ermöglicht es, die individuellen Anforderungen der Kunden zu erfüllen. Für Stagecoach wird TS 862 Wagen mit einer Länge von 20 Metern und 339 Wagen mit einer Länge von 23 Metern fertigen. Je nach Wagentyp und Zugkonfiguration bieten die Züge Sitzplätze für 200 bis 270 Passagiere. Die Bahnen haben eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern und werden im Südwesten Londons auf Nah- und Regionalstrecken verkehren. Stagecoach befördert dort heute etwa 2,5 Mio. Fahrgäste pro Woche. Die ersten Desiros sollen auf diesen Strecken bereits Ende 2002 rollen. Die letzten Züge aus der Option sollen 2008 in Betrieb gehen.

Bahnen vom Typ Desiro sind heute bereits in Deutschland, Dänemark und in Slowenien im Einsatz. Der britische Betreiber First Group hatte im vergangenen Jahr 84 Wagen geordert. Weitere Bestellungen liegen aus Griechenland und Malaysia vor. Ohne den aktuellen Stagecoach-Auftrag wurden bislang rund 750 Desiro-Wagen verkauft.

Der Siemens-Bereich Transportation Systems (TS) zählt zu den international führenden Anbietern der Bahn-industrie. Als Gesamtanbieter und Systemintegrator vereint TS heute in seinen Segmenten Automation & Power und Rolling Stock sämtliche Kompetenzen von Betriebsführungssystemen über die Bahnstromversorgung bis hin zu Fahrzeugen für den Nah- und Fernverkehr. Umfassende Erfahrungen bei der Realisierung von Turnkeyprojekten und zukunftsorientierte Servicekonzepte runden das Portfolio ab. Im Geschäftsjahr 2000 (30. September) erzielte TS mit weltweit rund 14.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,0 Mrd. EUR. Der Gewinn vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) betrug 85 Mio. EUR. Weitere Informationen zu TS im Internet unter www.siemens.com/ts

Pressestelle |

Weitere Berichte zu: Schienenfahrzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung wächst weiter
28.01.2020 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Krisenrisiko Nummer 1: Unerwartete Liquiditätsengpässe
08.01.2020 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Im Focus: Charakterisierung von thermischen Schnittstellen für modulare Satelliten

Das Fraunhofer IFAM in Dresden hat ein neues Projekt zur thermischen Charakterisierung von Kupfer/CNT basierten Scheiben für den Einsatz in thermalen Schnittstellen von modularen Satelliten gestartet. Gefördert wird das Projekt „ThermTEST“ für 18 Monate vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwischen den Einzelmodulen von modularen Satelliten werden zur Kopplung eine Vielzahl von Schnittstellen benötigt, die nach ihrer Funktion eingeteilt werden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

10.000-mal schnellere Berechnungen möglich

20.02.2020 | Physik Astronomie

Darmkrebs: Erhöhte Lebenserwartung dank individueller Therapien

20.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Krebsstammzellen nachverfolgen

20.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics