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FH-Studie: Hoher Weiterbildungsbedarf bei Managern

04.05.2001


Rund einhundert Firmen aus dem verarbeitenden Gewerbe befragte die Fachhochschule Gießen-Friedberg zu ihrem Weiterbildungsbedarf im Management.

Ziel der Studie war es, so Prof. Dr. Waldemar Pelz vom Fachbereich Wirtschaft, "präzise Informationen über den Bedarf mittelständischer und großer Unternehmen an der Fortbildung von Führungs- und Nachwuchskräften zu bekommen." Auf dieser Basis könne man das eigene Angebot noch besser an den Bedürfnissen der Praxis ausrichten.

In die Stichprobe waren Firmen mit mindestens 250 Beschäftigten einbezogen, die ihren Sitz im Umkreis von 200 Kilometern um Gießen haben. Diplom-Betriebswirtin Ludmilla Zimmer, Mitarbeiterin von Pelz, fand heraus, dass 76% ihren Beschäftigten Fortbildungen in Betriebswirtschaft ermöglichen. Fast 60% davon bieten firmeninterne Seminare an, auf externe Seminare schicken 40% der Unternehmen ihre Mitarbeiter. 30% unterstützen die Beschäftigten beim Fernstudium.

In den vergangenen Jahren schwankte der durchschnittliche Weiterbildungsaufwand zwischen 51 und 93 Seminartagen pro Firma. Pelz und Zimmer legten den marktüblichen Preis von 700 DM pro Tag zugrunde und errechneten einen durchschnittlichen jährlichen Aufwand von 36.000 DM bis 65.000 DM je Unternehmen. Da es 400 Unternehmen der untersuchten Größenklasse im Befragungsgebiet gibt, schwankt das gesamte Marktvolumen zwischen 14 und 26 Millionen DM im Jahr. Pelz sieht hierin ein großes Potential für das nebenberufliche Studium zum Master of Business Administration (MBA), das die FH Gießen-Friedberg ab Februar 2002 anbieten wird. Heute unterstützen erst 2% der Firmen Mitarbeiter bei einem MBA-Abschluss. Gleichzeitig zeigten drei Viertel der fortbildenden Unternehmen Interesse am geplanten MBA-Programm der FH.
Als wichtigste Themen betriebswirtschaftlicher Fortbildung bezeichneten die Firmen Controlling (37%) und Führungsverhalten (32%). Es folgen Kostenrechnung, Vertriebskompetenz, Grundlagen der Betriebswirtschaft, Marketing und Rechnungswesen.

Spezielle Wünsche an ein MBA-Programm wurden ebenfalls erfragt: eine Gesamtdauer von 18 Monaten scheint etwa der Hälfte der Unternehmen akzeptabel. 71% fordern, dass die wöchentliche Belastung der Teilzeitstudierenden 10 Stunden nicht übersteigt.
Mit Abstand wichtigste inhaltliche Forderung an ein MBA-Studium ist der Praxisbezug. 46% legten hierauf großen Wert. Für eine generalistische Ausbildung, die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und eine internationale Ausrichtung des Studiums sprach sich jeweils ein Viertel der Befragten aus. Das Trainieren von vernetztem Denken und die Vermittlung von Führungskompetenzen werden ebenfalls zu den wichtigsten Inhalten gezählt. Dass mit dem MBA ein international anerkannter Titel am Schluss des Studiums steht, ist für knapp 20% der Befragten von Bedeutung.

Erhard Jakobs | idw

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