Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt hilft Regionen, attraktiver für die globale Kommunikationswirtschaft zu werden

07.10.2003


Das EU-Projekt EMERGENCE hat eine Datenbank und einen Maßnahmenkatalog für regionale Akteure erstellt, die darüber informieren, wie regionale Entwicklungspolitiken ausgearbeitet und umgesetzt werden können, die die Chancen der modernen globalen Kommunikation in vollem Umfang nutzen.



EMERGENCE steht für "Estimation and Mapping of Employment Relocation in a Global Economy in the New Communications Environment". Das Projekt, an dem Forscherteams aus sechs Mitgliedstaaten sowie Ungarn, Kanada und Australien beteiligt waren, wurde mit 2,1 Millionen Euro aus dem Programm IST (Technologien der Informationsgesellschaft) des Fünften Rahmenprogramms (RP5) der Europäischen Union gefördert.



Im Gespräch mit CORDIS-Nachrichten erläuterte die Projektkoordinatorin Ursula Huws, was den Ausschlag für das Projekt gegeben hat: "Die neuartigen elektronischen Dienste und die E-Arbeit besitzen ein riesiges sozio-ökonomisches Potenzial für die regionale Entwicklung: Je nach ihrer Infrastruktur und ihren Humanressourcen können Regionen ein geeignetes Umfeld für Callcenter, Software- oder Datenverarbeitungsunternehmen bieten und damit Investoren anlocken und neue Arbeitsplätze schaffen."

"Sie können jedoch auch Nachteile beinhalten, denn Unternehmen können sehr schnell in eine andere Region der Welt verlagert werden, was den Verlust der Arbeitsplätze bedeutet", fügte sie hinzu. "Da es keine Angaben über die Trends in diesen Sektoren gibt, sind den Regionen die Kriterien, die der Verlagerung von Unternehmensdienstleistungen zugrunde liegen, nicht bekannt, was sachlich fundierte Entscheidungen oder umfassende Strategiepläne unmöglich macht."

Im Bewusstsein dieser Schwierigkeiten führte das Konsortium mehrere Fallstudien und eine Umfrage bei rund 8.000 Arbeitgebern in 15 EU- und drei Beitrittsländern durch, um festzustellen, welche Voraussetzungen die einzelnen Länder oder Regionen in Bezug auf IT-Infrastrukturen, Kompetenzen und Arbeitskräfte für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bieten. Auf Grundlage der gesammelten Daten erstellte das Projektkonsortium seine "eReadiness"-Datenbank, mit der Regionen und Länder ihren Stand gegenüber den Durchschnittswerten in der EU und weltweit einschätzen können, und einen Maßnahmenkatalog, anhand dessen regionale Behörden ihre Entwicklungsstrategien aufstellen können.

"Da es sich bei EMERGENCE um eine Begleitmaßnahme handelt, waren wir vor allem darauf bedacht, dass die Nutzer bequem auf unsere Daten zugreifen können", sagte Huws. "Wie Sie sehen, kann ein Nutzer der Datenbank mit einem Mausklick eine Grafik oder eine Tabelle mit Angaben zu seinem Rang im E-Arbeit-Umfeld aufrufen."

Der Maßnahmenkatalog enthält zwei Teile: eine strukturierte Übersicht der Erfahrungen und Prozesse der E-Arbeit und der regionalen Entwicklung einschließlich der wichtigsten Forschungen und Konzepte, auf die sich die Rolle der E-Arbeit innerhalb des größeren Prozesses der regionalen Entwicklung in der Wissenswirtschaft stützt, und einen Leitfaden durch den E-Arbeit-Verlagerungsprozess und über die Ausarbeitung und Umsetzung einer regionalen Entwicklungsstrategie auf Grundlage der E-Arbeit. Darüber hinaus umfasst der Katalog einen Leitfaden zu Finanzierungsquellen und ein Glossar der wichtigsten Begriffe, die darin verwendet werden.

Wie Huws gegenüber CORDIS-Nachrichten erklärte, sei das Projekt auf großes Interesse sowohl innerhalb aus auch außerhalb Europas gestoßen und habe sein Angebot inzwischen auch auf Kanada und Australien ausgeweitet. Zudem hätten zehn Länder Lateinamerikas das Projektkonsortium angesprochen.

Sie bedauerte, dass das Konsortium keine finanzielle Unterstützung im Rahmen des ersten IST-Aufrufs des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) erhalten habe und nun auf die Beiträge einiger weniger nationaler Behörden und des Programms "Asia IT&C" der Kommission angewiesen sei. "Das ist wirklich schade, denn wir wollen die Nutzung unserer Datenbank und unserer Dienste kostenlos anbieten, können sie aber ohne die entsprechende Förderung nicht auf dem neuesten Stand halten", erläuterte Huws. Daher prüft das Projektkonsortium zurzeit, ob es einen anderen Vorschlag für das RP6 vorlegen kann.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.emergence.nu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsrisiko gesunken - IMK-Indikator hellt sich auf – robuster Aufschwung geht weiter
16.08.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index leicht rückläufig
24.07.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics