Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktienmarkt: Aufschwungshoffnungen teilweise eingepreist

23.09.2003

Der deutsche Aktienmarkt hat in den vergangenen Monaten ganz besonders von der Erholung der Anlegerstimmung seit dem Irakkrieg profitiert (+62% seit dem Tiefpunkt im März) und gehört neben Japan zu den positiven Überraschungen unter den großen internationalen Indizes (seit Jahresbeginn DAX +23%, Dow Jones +15%, Nikkei +27%). Infolge des fulminanten Kursanstiegs ist zwar ebenfalls die Gewinnmitnahmebereitschaft vieler Marktteilnehmer gestiegen, allerdings dürften nicht wenige Anleger noch auf einen Einstieg in den Markt zu günstigeren Kursen warten.

Alles spricht dafür, dass wiederum die USA die Rolle der Konjunkturlokomotive für die Weltwirtschaft übernehmen. Nach einem überraschend starken Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal (3,1 Prozent) gehen die Expertenschätzungen für das zweite Halbjahr von mindestens 4 Prozent aus. Gestützt wird die Konjunktur der größten Volkswirtschaft vor allem durch den robusten privaten Konsum, der von den beachtlichen Steuersenkungen und günstigen Kreditzinsen profitiert. Als Achillesferse für die weitere Entwicklung könnte sich neben den vielzitierten Defiziten die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt erweisen, denn durch Effizienzgewinne und die Verlagerung von Teilen der Produktion in Niedriglohnländer besteht die Gefahr, dass der Aufschwung weiterhin nicht zu den erwünschten Beschäftigungseffekten führt.

Allerdings stehen die Chancen gut, dass der Konjunkturmotor weltweit im nächsten Jahr schon auf mehreren Zylindern läuft. Für Asien prognostiziert der IWF für 2004 ein Wachstum von 6 Prozent. Besonders erfreulich sind erste Anzeichen für eine Beendigung der langjährigen Stagnation in Japan, während in Europa ähnliche Erholungsdynamik noch nicht zu erkennen ist. Allerdings signalisieren insbesondere in Deutschland die Klimaindikatoren wie z.B. der zuletzt überraschend gut ausgefallene ZEW-Index (September 60,9 nach 52,5 Punkte) ein Überwinden der derzeitigen Schwächephase. Der Anstieg der deutschen Industrieproduktion im Juli um 2,4 Prozent gegenüber Vormonat wird trotz Sonderfaktoren als ein erstes realwirtschaftliches Aufschwungssignal angesehen.

Nach den starken Kursanstiegen der letzten Monate und aufkeimender Skepsis hinsichtlich der Nachhaltigkeit der kräftigen US-Konjunkturerholung ist der Markt anfällig für Korrekturen, denn im derzeitigen Kursniveau sind die Aufschwungshoffnungen schon teilweise eingepreist. Zudem bieten nach wie vor Währungssorgen Anlass zur Zurückhaltung. Allerdings versprechen bereits die für 2004 geplanten vorgezogenen Steuersenkungen und eine konsequente Ausführung der derzeitigen Ansätze zur Überwindung der Strukturprobleme ein verbessertes Börsenklima. Mit Blick auf die insgesamt aussichtsreichen mittelfristigen Perspektiven bieten sich Schwächephasen zur Depotaufstockung in überwiegend zyklischen Werten an.

Hans Beth | LRP
Weitere Informationen:
http://www.lrp.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Boom der deutschen Wirtschaft derzeit wahrscheinlicher als eine Rezession
19.09.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht KMU haben die "Generation 50+" fest im Blick
29.08.2018 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein neues Mittel gegen Zöliakie

24.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Entscheidung über Attraktivität fällt in Millisekunden

24.09.2018 | Studien Analysen

Künstliche Intelligenz im Fokus – Schulungsangebot zum maschinellen Lernen für Industrie und Forschung startet

24.09.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics