Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Know-how-Defizit beim Emissionsrechte-Handel

13.12.2002


Ein Planspiel des Fraunhofer ISI zeigt: Unternehmen, die vom Handel mit Emissions-Zertifikaten profitieren wollen, müssen sich rechtzeitig das nötige Wissen aneignen.



Übung macht den Meister - so lautet das Resümee eines Planspiels, bei dem 12 Unternehmen im Auftrag des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt und Verkehr den Handel mit Treibhausgasen erprobten. Neun Jahre Emissionshandel spielten die Teilnehmer am Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, im Zeitraffer an drei Nachmittagen durch. Die Ergebnisse sind ermutigend, dennoch besteht dringender Handlungsbedarf. "Wer die Spielregeln nicht beherrscht, wird keine Effizienzgewinne erzielen", warnt Projektleiter Dr. Joachim Schleich vom ISI alle Unternehmen, die das Thema Emissionsrechtehandel bisher auf die lange Bank geschoben haben.

... mehr zu:
»Emissionshandel


Dass es mit dem Handel von Emissions-Zertifikaten ernst wird, ist spätestens nach der Entscheidung des Ministerrats der Europäischen Union vom 9. November klar. Auf ihrer Sitzung haben sich die Umweltminister darauf verständigt, den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten 2005 einzuführen, um die im Klimaschutzprotokoll von Kyoto vorgesehenen Einsparungsziele zu erreichen. Kann ein Unternehmen für seinen CO2-Ausstoß nicht genügend Zertifikate vorweisen, drohen saftige Strafen. Zunächst betrifft der Beschluss schätzungsweise tausend deutsche Firmen aus energieintensiven Branchen. Sie hoffen auf der Gewinnerseite zu stehen, weil die Bundesrepublik bei der Reduktion von Treibhausgasen in Europa führend ist.

Wie ernst die Teilnehmer das Spiel nahmen, zeigt die Tatsache, dass alle 12 Unternehmen mit echten Daten ihres Energieverbrauchs und Kohlendioxid-Ausstoßes ins Rennen gingen. Trotz anfänglicher Skepsis beurteilten die Mitspieler das Planspiel am Ende positiv. Sie nutzten den Handel im Verlauf der Simulation immer häufiger, die Risikobereitschaft wuchs. Trotz des Engagements stellt Joachim Schleich bei den Unternehmen noch eine gewisse Scheu fest, den Emissionshandel aktiv zur Effizienzsteigerung und zur Kosteneinsparung zu nutzen. Dass es auch anders geht, bewiesen Studenten der Universität Karlsruhe: Sie erzielten mit denselben Voraussetzungen bessere Ergebnisse.

Ob der Kauf von Emissionsrechten günstiger ist oder ob man das Geld lieber in Energiesparmaßnahmen investiert, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Deshalb raten die Projektpartner - neben dem ISI die Universität Karlsruhe sowie die Karlsruher Unternehmensberatung Takon - sich frühzeitig eine Strategie zurechtzulegen. An erster Stelle muss eine Bestandsaufnahme stehen, bei der ein Unternehmen klären sollte, wieviel Kohlendioxid emittiert wird und aus welchen Quellen es stammt. Am Ende steht die Abschätzung, mit welchen Maßnahmen die Kosten am besten gesenkt werden können.

Redaktion: Bernd Müller
Telefon: 0721 / 68 09 100
E-Mail: bernd.mueller@isi.fraunhofer.de

Bei Fragen zur Studie: Joachim Schleich
Telefon: 0721 / 6809-203
E-Mail: joachim.schleich@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/u/index.htm
http://www.isi.fhg.de/pr/presse.htm

Weitere Berichte zu: Emissionshandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics