Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Imageverbesserung durchs WWW

12.07.2000


Annähernd zwei Drittel kleiner und mittelständischer Groß- und Einzelhandelsunternehmen haben bisher eine eigene Web-Site im Internet realisiert. Doch schon bis zum Ende dieses Jahres könnte diese Zahl auf bis zu 90 Prozent steigen. Von den Waren und Dienstleistungen, die auf diesem Wege angeboten werden, werden über 60 Prozent direkt an den Endverbraucher verkauft. Dies zeigt, daß durch das Internet verstärkt Zwischenhändler aus dem Markt ausgeschlossen werden können. Während das Internet derzeit stark auf der Beschaffungsseite genutzt wird, sind die Hauptziele von Unternehmen im Internet eine Verbesserung des Kundenservices und des Images ihres Betriebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von Dr. Andreas Kaapke am Institut für Handelsforschung der Universität zu Köln durchgeführt wurde.

Die Bedeutung des Internets für den Handel

Köln, den 11. Juli 2000 - Annähernd zwei Drittel kleiner und mittelständischer Groß- und Einzelhandelsunternehmen haben bisher eine eigene Web-Site im Internet realisiert. Doch schon bis zum Ende dieses Jahres könnte diese Zahl auf bis zu 90 Prozent steigen. Von den Waren und Dienstleistungen, die auf diesem Wege angeboten werden, werden über 60 Prozent direkt an den Endverbraucher verkauft. Dies zeigt, daß durch das Internet verstärkt Zwischenhändler aus dem Markt ausgeschlossen werden können. Während das Internet derzeit stark auf der Beschaffungsseite genutzt wird, sind die Hauptziele von Unternehmen im Internet eine Verbesserung des Kundenservices und des Images ihres Betriebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von Dr. Andreas Kaapke am Institut für Handelsforschung der Universität zu Köln durchgeführt wurde.

An der Umfrage des Instituts nahmen 238 Unternehmen teil, die über ihre Einschätzungen und Aktivitäten im Handel im Internet berichteten. Darunter wurden sowohl Groß- als auch Einzelhandelsunternehmen einbezogen, deren Beurteilungen dem elektronischen Handel gegenüber unterschiedlich ausfallen. So sieht bereits ein Drittel der beteiligten Einzelhandelsbetriebe heute schon eine stärkere Bedeutung der Vermarktung im Internet, wohingegen weniger als ein Zehntel des Großhandels dem heutigen Markt im Internet ein großes Gewicht gibt. Zukünftig bescheinigt der Einzelhandel dem Internet zu 85 Prozent einen hohen Stellenwert und unter den Befragten des Großhandels stimmen sogar 100 Prozent mit dieser Meinung überein.

Mit der Erstellung ihrer Web-Site beauftragten etwa 40 Prozent der Unternehmen einen externen Internetdienstleister, wohingegen 16 Prozent diese Aufgabe selbst übernahmen. Fast die Hälfte der Betriebe teilte sich die Aufgabe mit einem außenstehenden Experten. Haben die Firmen das Internet als Kommunikationsform erst einmal betreten, gilt es, ihre Homepage auch bekannt zu machen. 60 Prozent der Unternehmen teilen ihren Internetauftritt im Rahmen ihrer Briefbögen und Visitenkarten mit. Die Hälfte aller Anbieter nutzt Einträge ihrer Web-Site in Suchmaschinen und Verzeichnissen. Jeweils ein Drittel der Befragten verwendet Links auf Seiten anderer Unternehmen und die Werbung über klassische Medien wie Zeitungen und Fernsehen.

Ein erhebliches Defizit sieht der Kölner Wirtschaftswissenschaftler bei der ständigen Aktualisierung der Homepages. Denn das Internet als schnelles und ausgesprochen dynamisches Medium stellt deutlich höhere Anforderungen an die Pflege der Web-Sites als beispielsweise die Informationsverarbeitung innerhalb eines Prospektes oder Katalogs. Jedoch kümmern sich 40 Prozent der Unternehmen nur einmal im Monat um ihren Internetauftritt und weniger als zehn Prozent aktualisieren ihre Seiten täglich.

Nur 40 Prozent der Unternehmen informieren auf ihrer Web-Site über Preise ihrer Produkte und Dienstleistungen. Damit kommt nach Ansicht des Kölner Wirtschaftswissenschaftlers zum Ausdruck, daß die Unternehmen nicht zwingend planen, sich einem Preis-Qualitäts-Wettbewerb im Internet zu stellen. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch im Willen der Firmen wider, Online-Bezahlung, -Bestellung und -Beratung auf ihren Seiten anzubieten. Nur 40 Prozent der Unternehmen bieten bis jetzt Bestellformulare und bei nur 10 Prozent der Befragten ist Online-Bezahlung möglich.
Fast alle befragten Firmen liefern Unternehmensinformationen auf ihrer Homepage. Fast ebenso viele Internetauftritte enthalten Angaben zu Produkten und Dienstleistungen der Betriebe. 80 Prozent der Firmen nennen dem Kunden ihre jeweiligen Ansprechpartner.


Die Zahlungsmöglichkeiten im Internet sind weniger modern als das Medium vermuten läßt. 60 Prozent der Firmen, die auf elektronischem Wege ihre Waren anbieten, verwenden eine Rechnung als Zahlungsmittel. Die Zahlung per Nachname nutzen knapp die Hälfte der Unternehmen. Dagegen werden Kreditkarte oder andere Zahlungsverfahren bisher nur zu einem Drittel von den befragten Firmen eingesetzt. Knapp die Hälfte der beteiligten Händler vertreibt nach wie vor keine Waren über das Internet. Dagegen verkauft ein Drittel der Unternehmen wenigstens Teile ihres Sortimentes. Immerhin 12 Prozent der Befragten handelt mit einem größeren Sortiment, allerdings nutzen nur zwei Prozent der Betriebe die Möglichkeit, ein völlig anderes Sortiment anzubieten.

Die größten Problembereiche des Internets sehen die Unternehmen in der mangelnden Sicherheit und der Störanfälligkeit des Internets. Desweiteren bereitet den Firmen die fehlende Akzeptanz des elektronischen Handels beim Kunden Sorgen. Etwa ein Drittel der Groß- und Einzelhändler sieht hierin im Augenblick ein Defizit des Internets. Darüber hinaus sind 30 Prozent der Befragten der Ansicht, daß der elektronische Handel zur Zeit noch mit Logistikproblemen zu kämpfen hat. Im Vergleich zum herkömmlichen Handel kann das Internet nach Meinung der befragten Betriebe nur beim Vertrauensaufbau die gleiche Leistung erbringen. In den Bereichen der Beratung, des Einkaufserlebnisses und der sozialen Interaktion kann der elektronische Handel jedoch noch nicht überzeugen.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. A. Kaapke bzw. Ruth Stüber unter der Telefonnummer 0221/94360770, der Fax-Nummer 0221/94360779 und unter der Email-Adresse r.stueber@ecc-handel.de zur Verfügung. Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplars waren wir Ihnen dankbar.

Gabriele Rutzen |

Weitere Berichte zu: Einzelhandelsunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Katalysator für zukunftsfähige Städte und Regionen
15.06.2020 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Straturity Human Capital Self-Assessment - Neues Instrument zum Überprüfen der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen
11.05.2020 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Konzept für neue Technik zur Untersuchung superschwerer Elemente vorgestellt

13.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Alternativmethoden für Tierversuche: VISION – Ein mikrofluidisches Chipsystem als Alternative zu Tierversuchen

13.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Neue Molekülbibliothek hilft bei der systematischen Suche nach Wirkstoffen

13.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics