Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensqualität: Boombranche und Hoffnung für mehr Beschäftigung?

07.07.2000


... mehr zu:
»Freizeitsektor
Studie des Instituts Arbeit und Technik untersucht Zukunftspotenziale im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen

"Innovationen für mehr Lebensqualität" nehmen heute eine Schlüsselposition ein, die sowohl für die Bedürfnisse der Verbraucher als auch für die Schaffung von Arbeitsplätzen große Chancen eröffnet. Für die Dienstleistungsgesellschaft der Zukunft wird prognostiziert, dass der nächste große Wachstumsschub aus dem Interesse der Menschen an der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen kommen wird. Bei gezielter Weiterentwicklung des auf Lebensqualität abzielenden Branchengeflechtes - von Gesundheit und Sozialem über den Bildungssektor und Kommunikation bis hin zu Freizeit, Sport und Kultur - könnte eine Boombranche entstehen. Das zeigt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen), in der die Zukunftspotenziale für den Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen untersucht wurden.

Dienstleistungen für mehr Lebensqualität sind keineswegs von einer öffentlich oder halböffentlich finanzierten Infrastruktur abhängig, sondern lassen sich gerade auch über den Markt anbieten, stellen die Gelsenkirchener Forscher fest. Die Vielfalt der Bedürfnisse bei der Gestaltung verschiedener Lebensbereiche wächst und die Bereitschaft, dafür zu zahlen, auch. Die derzeit noch bestehenden Branchengrenzen verschwimmen immer mehr und werden damit im Zuge der anstehenden Entwicklungen tendenziell zu einer neuen umfassenderen Dienstleistungsbranche für Lebensqualität - eigentlich einem ganzen Sektor - verschmelzen.

Ein Angebotsfeld ist etwa der Sport- und Freizeitsektor, in dem sich - neben dem ehrenamtlich geprägten Vereinswesen - öffentliche wie auch privatwirtschaftliche Anbieter etabliert haben. So konnten die ca. 6 100 Sport- und Fitnessstudios im Bundesgebiet 1999 einen Umsatz von 4,5 Milliarden DM erzielen. Seit 1990 haben sich die Anzahl der Studios um 48,7 Prozent und die Umsätze der Branche um 181 Prozent erhöht. Der kommerzielle Sport- und Freizeitsektor beschäftigte 1997 insgesamt 80 760 Mitarbeiter, davon ca. 15 000 auf Vollzeitarbeitsplätzen. Neben Fitnesstrainern und -lehrern mit einer Verbandsausbildung stellen Diplomsportlehrer eine wichtige Beschäftigtengruppe dar.

Darüber hinaus kann der Kulturbereich als ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor ausgemacht werden. Zwar ist der Kultursektor selbst auf eine öffentliche Förderung angewiesen, allerdings werden durch sog. Sekundäreffekte in der Kulturwirtschaft, wie z.B. im Verlagswesen, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum geschaffen, die bei weitem die öffentlich-investiven Fördermaßnahmen übersteigen. Außerdem wird hervorgehoben, dass die Verknüpfung von Kultur und Tourismus als ein Feld gilt, in dem bisher noch nicht ausgeschöpfte Wachstumspotenziale liegen.

Das Sozial- und Gesundheitswesen ist aufgrund seines starken Arbeitsplatzzuwachses zum Motor des wirtschaftlichen Strukturwandels geworden. Zwischen 1980 und 1997 sind allein in NRW mehr als 370 000 neue Arbeitsplätze entstanden, derzeit arbeiten im NRW-Gesundheitswesen ca. 900 000 Beschäftigte, davon immerhin etwa 145 000 in Zuliefer- und privat finanzierten Nachbarbranchen. Dazu zählt der Bereich Wellness/Fitness mit ca. 5 000 Beschäftigten und der Gesundheitstourismus mit etwa 23 000. Anschub für die steigende Bereitschaft, für Gesundheit und Soziales mehr Geld auszugeben, wird zum einem vom medizinischen Fortschritt erwartet, zum anderen von mehr Qualität und Attraktivität der neuen Gesundheitsprodukte und sozialen Dienstleistungen.

Erfolgversprechende Suchfelder für neue, bedarfsgerechte Dienstleistungsangebote sehen die IAT-Wissenschaftler vor allem an den Schnittstellen zu benachbarten Branchen. So hat sich etwa durch die Verknüpfung zwischen Gesundheit und Sozialem mit Freizeit, Sport, Tourismus der Wellnessbereich erfolgreich entwickelt.

Wichtige Voraussetzungen für die Anbieter, um am Markt erfolgreich zu sein, sind Kundenorientierung und Effizienzsteigerungen, die durch den technischen und organisatorischen Fortschritt auch für Dienstleistungen möglich sind. Wenn es gelingt, Dienstleistungen für Lebensqualität mit mehr Effizienz und Professionalisierung und somit besser und kostengünstiger anzubieten, kann dies auch neue Chancen für attraktive, anspruchsvolle und normal entlohnte Arbeitsplätze jenseits von Niedriglöhnen schaffen.

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Lothar Beyer
Tel: 0209/1707-2119

Dr. Rolf Brandel
Tel: 0209/1707-166

Dirk Langer
Tel: 0209/1707-283

Dr. Brigitte Micheel
Tel.: 0209/1707-169

Claudia Braczko
Tel.: 0209/1707-176

Claudia Braczko |

Weitere Berichte zu: Freizeitsektor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal: Weiterhin hoher Bestand an offenen Stellen
14.05.2019 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel deutlich zurückgegangen
26.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Wie im letzten Jahr findet auch 2019 eine in den späten Abendstunden in einer lauen Sommernacht gut zu beobachtende Mondfinsternis statt, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Die Finsternis ist zwar nur partiell - der Mond tritt also nicht vollständig in den Erdschatten ein - es ist aber für die nächsten Jahre die einzige gut sichtbare Mondfinsternis im deutschen Sprachraum.

Am Dienstagabend, den 16. Juli, wird ein kosmisches Schauspiel zu sehen sein: Der Vollmond taucht zu einem großen Teil in den Schatten der Erde ein, es findet...

Im Focus: Fraunhofer IDMT zeigt akustische Qualitätskontrolle auf der Fachmesse für Messtechnik »Sensor + Test 2019«

Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 25. bis 27. Juni 2019 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft (Stand 5-248) seine neue Lösung zur berührungslosen, akustischen Qualitätskontrolle von Werkstücken und Bauteilen. Da die Prüfung zerstörungsfrei funktioniert, kann teurer Prüfschrott vermieden werden. Das Prüfverfahren wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im praktischen Einsatz erfolgreich getestet und hat das Technology Readiness Level (TRL) 6 erreicht.

Maschinenausfälle, Fertigungsfehler und teuren Prüfschrott reduzieren

Im Focus: Fraunhofer IDMT demonstrates its method for acoustic quality inspection at »Sensor+Test 2019« in Nürnberg

From June 25th to 27th 2019, the Fraunhofer Institute for Digital Media Technology IDMT in Ilmenau (Germany) will be presenting a new solution for acoustic quality inspection allowing contact-free, non-destructive testing of manufactured parts and components. The method which has reached Technology Readiness Level 6 already, is currently being successfully tested in practical use together with a number of industrial partners.

Reducing machine downtime, manufacturing defects, and excessive scrap

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

17. Internationale Conference on Carbon Dioxide Utilization in Aachen

25.06.2019 | Veranstaltungen

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungen

Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert

21.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Therapieansatz fördert die Reparatur von Blutgefässen nach einem Hirnschlag

25.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neue Herangehensweise bei sich selbstmontierenden Mikromaschinen

25.06.2019 | Maschinenbau

Für ein besseres Klima in den Städten: Start-up entwickelt wartungsfreie, immergrüne Moos-Fassaden

25.06.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics