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Schließungen und Reduzierungen von Bundeswehrstandorten: Zivile Nutzung aktiv fördern

29.01.2001


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Die angekündigte Schließung von bundesweit 59 Bundeswehrstandorten bedeutet tiefgreifende arbeitsmarkt- und strukturpolitische Einschnitte für die betroffenen Kommunen. Nach Analysen des Internationalen
Konversionszentrum Bonn (BICC) ist allein in Nordrhein-Westfalen mit dem Verlust von ca. 9200 Arbeitsplätzen, davon ca. 2500 zivilen, zu rechnen. Die regionalen Akteure müssen die zivile Nutzung der Standorte aktiv steuern.

Die angekündigte Schließung von bundesweit 59 Bundeswehrstandorten bedeutet tiefgreifende arbeitsmarkt- und strukturpolitische Einschnitte für die betroffenen Kommunen. Nach Analysen des Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC) ist allein in Nordrhein-Westfalen mit dem Verlust von ca. 9200 Arbeitsplätzen, davon ca. 2500 zivilen, zu rechnen. Besonders betroffen sind strukturschwache Standorte wie Rheine-Hörstel, Coesfeld-Dülmen und Augustdorf. Ähnlich massive Probleme dürften durch Standortschließungen auch auf Memmingerberg in Bayern und auf Dörverden in Niedersachsen zukommen. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern werden einzelne Standorte um bis zu 97 Prozent verkleinert.

Probleme, aber auch neue Chancen

Dennoch rät der Direktor des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC), Dr. Herbert Wulf, neben den Problemen auch die Chancen des Truppenabbaus zu sehen und sich auf die praktischen Erfahrungen der "ersten Konversionswelle" beim Truppenabzug der Alliierten Anfang der 90er Jahre zu stützen. Oftmals verwenden die betroffenen Kommunen ihre Kräfte viel zu lange und meist erfolglos auf den Erhalt der militärischen Präsenz. Erfolgreicher ist es, den Abzug der Streitkräfte als Herausforderung und besondere Form des Strukturwandels zu betrachten. Nur so können neue Arbeitsplätze geschaffen und die Kaufkraft vor Ort erhalten werden. "Konversion kann wichtige Impulse für die regionalökonomische und städtebauliche Entwicklung geben. Die regionalen Akteure müssen die zivile Nutzung der Standorte aktiv steuern und die Landesregierungen sollten diese Maßnahmen flankieren," betont Dr. Herbert Wulf.

Das BICC will die betroffenen Kommunen durch die Beratung zu einzelnen Arbeitsschritten und die Begleitung von Projekten, die Erstellung von Gutachten zur Vorlage bei den Fördermittelgebern und Kreditinstituten, die Erarbeitung von Handlungsoptionen sowie die Durchführung von Workshops und Informationsveranstaltungen beim bevorstehenden Konversionsprozess unterstützen.

Auf Grund seiner Expertise auf dem Gebiet der Liegenschaftskonversion rät das Konversionszentrum den nun betroffenen Kommunen vorrangig:
- den Dialog aller Interessensgruppen zu ermöglichen, um möglichst reibungslos Ergebnisse zu erzielen, die für alle Beteiligten tragbar sind.
- mögliche Optionen für die neue Nutzung an die bereits bestehende kommunale bzw. regionale Wirtschaftsstruktur zu knüpfen.
- Ansprechpartner in der Landes- und Bundespolitik zu suchen, um Unterstützung für die Projekte zu finden.
- den Erfahrungsaustausch zu organisieren und sich mit anderen betroffenen Kommunen zu vernetzen.

weitere Informationen:
Internationales Konversionszentrum Bonn,
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228/911 96 -57

Gerne arrangieren wir für Sie ein Interview und/oder schicken Ihnen diese Meldung per E-Mail. Hintergrundinformationen entnehmen Sie bitte auch unserer Website: www.bicc.de/bw-standorte/.

Eine Pressemappe zum Thema Liegenschaftskonversion und Fotomaterial liegen auf Anfrage bereit.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Michael Dedek | idw

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