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’Capital’-Analyse zur Renditesituation bei Lebensversicherern:

07.08.2002


48 von 65 Lebensversicherungsunternehmen haben Kunden höhere Gewinnbeteiligung versprochen, als sie selbst an Rendite erwirtschafteten

Allianz Leben-Chef Rupprecht im ’Capital’-Interview : "Bei einem Dax von 3.200 Punkten schrumpfen die Allianz-Reserven auf null."

36 Lebensversicherer haben durch in die Zukunft verschobene Abschreibungen auf Aktienwerte ihre Ertragslage geschönt

Nur 17 von 65 Lebensversicherungsunternehmen erzielten 2001 höhere Renditen, als sie ihren Kunden als Gewinnbeteiligung zugesagt hatten. Dies hat jetzt eine Analyse des Versicherungsanalysehauses Morgen & Morgen für das Wirtschaftsmagazin ’Capital’ (Ausgabe 17/2002, EVT 8. August) ergeben. 48 Gesellschaften lockten demnach mit Gewinnbeteiligungen, die teils erheblich über der erwirtschafteten Nettoverzinsung lagen.

Die meisten Versicherer hatten einfach auf eine positivere Börsenentwicklung gesetzt, die sie nun in Argumentationsnot bringt.

Um diese Fehleinschätzung zu kaschieren, nutzten laut ’Capital’ 36 der 65 von Morgen & Morgen untersuchten Versicherer den neuen Paragraphen 341b des Handelsgesetzbuches, um Abschreibungen auf Aktienwerte in die Zukunft zu verschieben und so die Ertragslage zu schönen. In der Spitze, wie etwa bei Inter und der Saarland, wurde diese sogenannten "stillen Lasten" von 4,46 bzw. 3,68 Prozent der jeweiligen Kapitalanlagen auf das neue Jahr übertragen. Ohne diese legale Bilanzhilfe hätten einige Lebensversicherer mit ihrer Rendite unterhalb des Garantiezinses von meist 3,25 Prozent gelegen, den sie den Kunden fest zusagen. Seitdem ist der Dax aber nochmals um mehr als 30 Prozent gefallen, so dass nun Gesellschaften zum Verkauf stehen oder Kapitalspritzen der Holdings brauchen.

Allianz Leben-Chef Rupprecht erwartet bei einigen Versicherern Absenkung der Gewinnbeteiligung auf Garantiezins

Die Besitzer der gut 83 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen müssen sich auf empfindliche Einbußen bei ihrer prognostizierten Auszahlung gefasst machen. Die Gewinnbeteiligung für das kommende Jahr wird Experten zufolge um mindestens einen Prozentpunkt auf rund fünf Prozent sinken. Gerhard Rupprecht, Vorstandschef des Marktführers Allianz-Leben sagte in einem Interview mit ,Capital’ branchenweite Spannen bei der künftigen Verzinsung von sieben bis lediglich 3,25 Prozent voraus. "Der eine oder andere Lebensversicherer könnte seine Gewinnbeteiligung bis auf die Garantieleistung reduzieren müssen - bis sich die Aktienmärkte erholt haben", sagte Rupprecht in seiner Rolle als oberster Repräsentant des Branchenverbands.

Auch der Branchenprimus Allianz muss laut ’Capital’-Interview auf die schwachen Kapitalmärkte reagieren: "Bei einem Dax-Stand von 3.200 Punkten schrumpfen die Allianz-Bewertungsreserven auf null", erklärte Rupprecht. Zur Jahresmitte, als der Dax noch bei 4.400 Punkten notierte, lagen die Allianz-Reserven bei acht Prozent, zum Jahresanfang 2002 bei 11,5 Prozent. Durch die Rückgänge habe die Allianz Leben ihre Aktienquote auf 20 Prozent reduziert, langfristiges Ziel sei aber der Ausbau der Quote auf 30 Prozent, betonte Rupprecht gegenüber ,Capital’. Die Allianz Leben plane "derzeit keine Senkung" ihrer Gewinnbeteiligung, sagte Rupprecht, räumte zugleich aber Überlegungen dazu ein: "Das kann sich bei schlechterer Verfassung der Kapitalmärkte ändern."



Für Rückfragen:

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Ingrid Herden, Redaktion ’Capital’,
Tel. 0221/4908-112, Fax 0221/4908-261
E-Mail: herden.ingrid@capital.de

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