Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BRIC-Länder werden ihrem guten Ruf nicht gerecht

02.06.2008
Exportwirtschaft und Investoren überschätzen die Schwellenländer

Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China werden hinsichtlich ihrer Wirtschaftskraft und ihrem Wachstumspotenzial überschätzt. Europa und andere Schwellenländer seien sowohl für die deutschen Exporteure als auch Investoren bedeutend attraktiver.

Zu diesem Ergebnis kommt der Globalisierungsreport 2008 des Wirtschaftsberatungsunternehmens Prognos. "Das gute Image, das die BRIC-Staaten genießen, ist zum Teil nicht durch die Realität gedeckt", so Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff. Dennoch bleiben BRIC-Fonds weiterhin auf Wachstumskurs. In den Top-Rängen der zehn besten Schwellenländerfonds befinden sich sieben BRIC-Fonds, berichtet das Handelsblatt. Der Globalisierungsreport legt allerdings besonderes Augenmerk auf ökonomische und politische Faktoren, die vornehmlich für die Exportwirtschaft interessant sein können. So werden Einfuhrzölle und nicht-tarifäre Handelshemmnisse stark gewichtet.

"Beim Globalisierungsreport handelt es sich eher um eine Bestandsaufnahme als eine Prognose. Dabei beleuchten wir ganz wesentlich den Aspekt des Marktzugangs in den jeweiligen Ländern", erklärt Kai Gramke, Marktfeldleiter des Bereichs Wirtschaft und Politik bei Prognos, im Gespräch mit pressetext. So schneiden Länder mit niedrigen Einstiegshürden besser ab als starke Wachstumsmärkte mit hohem Renditepotenzial. "China kann zwar das größte Wachstum aufweisen, Unternehmen, die an einem Markteinstieg interessiert sind, werden dennoch auf harte Bretter bohren und viel Geld investieren müssen", sagt Gramke.

"Unternehmer müssen Risiken eingehen und neue Märkte erschließen, das steht außer Frage. Aber sie müssen sich der bestehenden Risiken bewusst sein, um die Erfolgswahrscheinlichkeit ihrer Engagements realistisch einschätzen zu können", meint Prognos-Projektleiter Michael Böhmer. Europa und vornehmlich westeuropäische Industriestaaten würden einen großen und weiterhin gewinnträchtigen Markt bieten, der eine deutlich günstigere Chancen-Risiko-Relation aufweise als so manches Schwellenland. Innerhalb der europäischen Grenzen würden etwa 70 Prozent des deutschen Handels erfolgen.

"Jene Länder, in denen die Eigentumsrechtsverhältnisse geklärt und beispielsweise die Korruption geringer ist, bieten Unternehmern bessere Chancen als jene, in denen dies nicht der Fall ist. Teilweise liegen auch Frontier Markets in einem ganz guten Bereich. Vor allem in Hinblick auf Zölle und nicht-tarifäre Handelshemmnisse schneiden mitunter die USA bedeutend schlechter ab als europäische Staaten", heißt es von Gramke im pressetext-Gespräch. Dementsprechend sei deutschen Unternehmen angeraten, sich stärker auf das Geschäft "vor der eigenen Haustür" zu konzentrieren.

"Größe allein macht einen Markt nicht attraktiv. Das verspricht zwar hohe Umsätze, entscheidend ist aber die Rentabilität. Diese ist in BRIC-Staaten oftmals nicht gegeben", so Prognos. In vielen Fällen würden besonders kleine Länder nicht nur hervorragende Investitionsbedingungen, sondern auch brauchbare Handelsplattformen für ganze Regionen bieten. Solche "Geheimtipps" seien auf allen Kontinenten zu finden.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.prognos.com

Weitere Berichte zu: BRIC-Staat Handelshemmniss Schwellenland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel deutlich zurückgegangen
26.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Deutsche Konjunktur schwächer, aber keine Anzeichen für Rezession
11.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics