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Günstige Zukunftsaussichten beflügeln Investitionstätigkeit in der Landwirtschaft

07.05.2008
- Stabile Vermögens- und Finanzstruktur
- Zunehmender Fremdfinanzierungsbedarf
- Höhere Anforderungen an Liquiditäts- und Risikomanagement

Mit den jüngsten Veränderungen an den Agrarmärkten sei nicht nur die öffentliche Wahrnehmung gegenüber der Landwirtschaft deutlich positiver geworden, auch die Investitions- und Finanzierungsbedingungen hätten sich verbessert.

Die Nettoinvestitionen seien in den wachsenden Betrieben im vergangenen Wirtschaftsjahr um durchschnittlich fast 60 % ausgeweitet worden.

Nach Jahren der Stagnation habe auch der Einsatz von Fremdkapital in der Landwirtschaft wieder zugenommen. "Die Landwirtschaft ist ein grundsolider, innovativer und zukunftsfähiger Wirtschaftszweig.

Landwirtschaftliche Betriebe sind und bleiben daher für Banken und Sparkassen eine hochinteressante Kundengruppe.", betonte Dr. Marcus Dahmen, Sprecher des Vorstandes der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Frankfurt am Main, anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des Geschäftsberichts der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum. Trotz der hohen Investitionstätigkeit liege die Eigenkapitalquote landwirtschaftlicher Betriebe mit durchschnittlich rd. 80 % immer noch weit über der von vergleichbaren mittelständischen Unternehmen. Nach wie vor würden Investitionen von vielen Betrieben mit einem hohen Anteil von Eigenmitteln getätigt.

Perspektivisch werde die Fremdfinanzierung im Primärsektor aber weiter an Bedeutung gewinnen, da die Betriebe aufgrund tendenziell größer werdender Wachstumsschritte an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Neben dem klassischen Bankkredit dürfe künftig gerade für Wachstumsbetriebe auch eine flexiblere und bilanzneutrale Finanzierungsalternative wie das Leasing interessant werden. Bereits im März dieses Jahres habe die Rentenbank daher ihre Sonderkreditprogramme um eine Leasing-Variante erweitert.

Schon heute sei die Landwirtschaft einer der kapitalintensivsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Ein Vergleich mit dem produzierenden Gewerbe zeige, dass in einen landwirtschaftlichen Arbeitsplatz mit durchschnittlich 303 700 EUR (Bruttoanlagevermögen je Erwerbstätigen) mehr als doppelt so viel investiert wird.

Gleichzeitig verfügten landwirtschaftliche Betriebe mit den vergleichsweise hohen Eigenkapitalquoten und der Wertstabilität des Bodens als Besicherungsmöglichkeit über ausgesprochen gute Finanzierungsvoraussetzungen. Fremdfinanzierung im landwirtschaftlichen Sektor erfolge in erster Linie durch die Aufnahme langfristiger Kredite. Mit 80 % sei der Anteil langfristiger Finanzierungen mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren außergewöhnlich hoch - ebenfalls ein Indiz für die Solidität und Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe. Anbieter von Agrarkrediten seien vor allem Genossenschaftsbanken und Sparkassen, ihr gemeinsamer Marktanteil liege derzeit bei rd. 80 %. Aber auch der Marktanteil der Kreditbanken erhöhe sich seit ein paar Jahren stetig.

Eine Auswertung der Testbetriebsstatistik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zeige, dass die aktuelle Belebung der Investitionstätigkeit sowohl Maschinen als auch Wirtschaftsgebäude und Landkäufe betreffe. Die letzten Ergebnisse des von der Landwirtschaftlichen Rentenbank geförderten Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar deuteten auf eine weiter steigende Investitionsneigung in der Landwirtschaft hin.

Vor dem Hintergrund gestiegener Marktpreise für Getreide und Ölsaaten planten insbesondere Ackerbaubetriebe in naher Zukunft verstärkt in Maschinen und Boden zu investieren. Kaum Investitionen seien dagegen derzeit bei den Veredlungsbetrieben zu erwarten, nachdem sich die Marktpreise in diesem Bereich nach wie vor unter Druck befinden. Dennoch blickten auch die Schweinehalter optimistisch in die Zukunft, Marktschwankungen seien ihnen durchaus vertraut.

Ein Umstand, mit dem auch Betriebsleiter im Ackerbau und - dies zeigt die jüngste Milchpreisentwicklung - in der Milcherzeugung in Zukunft verstärkt rechnen müssten. Stärkere Erlösschwankungen bei tendenziell steigendem Fremdkapitaleinsatz würden vor allem für Wachstumsbetriebe dieser Produktionsrichtungen eine neue Herausforderung darstellen und den Einsatz von Liquiditäts- und Risikomanagementsystemen immer wichtiger werden lassen.

Ihre im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren hohe Kreditwürdigkeit und die günstige Vermögens- und Finanzstruktur dürfe Landwirte aber auch bei einer Zunahme des Risikos weiterhin zu verlässlichen Geschäftspartnern für Kreditinstitute machen.

Dr. Karin Gress | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rentenbank.de

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