Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmen fliehen in neue EU-Länder

08.02.2008
Besonders Industrie zeigt sich reiselustig

Rund 18 Prozent aller deutschen Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl von 100 oder mehr Beschäftigten haben ihr Geschäft seit 2001 ins Ausland verlagert (14 Prozent) oder planen eine Verlagerung bis 2009 (vier Prozent).

"Bei den angesprochenen Betrieben fand eine gänzliche oder teilweise Abwanderung statt. Das heißt, dass zumindest eine Abteilung oder ein Firmenbereich von dem bisherigen zu einem neuen Standort im Ausland verlagert wurde", erklärt Jacek Zwania, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Statistischen Bundesamt Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Bessere Positionierungsmöglichkeiten im Wettbewerb, geringere Lohnkosten und ein einfacherer Marktzugang werden von den meisten Entscheidern als vertretbare Gründe für die Umsiedelung angesehen.

Den stärksten Magneten für Unternehmensverlagerungen bilden die zwölf neuen EU-Staaten, wohin etwa 60 Prozent dieser Betriebe übersiedelten. Besonders reiselustig zeigte sich der industrielle Sektor, der mit 26 Prozent aller Industriebetriebe bedeutend mehr Verlagerungen ins Ausland unternahm als die übrige Wirtschaft mit neun Prozent. "Mit Unternehmensverlagerung ist keine Erweiterung um ein zusätzliches Standbein gemeint. Einzelne Firmenbereiche oder ganze Unternehmen wandern tatsächlich ab, was aber Werksschließungen nicht notwendigerweise nach sich zieht", betont Zwania. Der industrielle Hochtechnologiebereich, Unternehmensberatungen und Softwareentwickler haben ihre Standorte besonders gerne verlegt. Aber auch Abteilungen wie die Buchhaltung, Call-Center-Bereiche oder Teile der Produktion wurden häufig umgesiedelt.

Neben den neuen EU-Ländern übt China mit einem 36-prozentigen Anteil an den Auswanderern ebenfalls eine hohe Anziehungskraft auf deutsche Unternehmen aus. Den Arbeitsmarkt beeinträchtigen die Verlagerungen entsprechend negativ. Obwohl von den Unternehmen an ursprünglichen Standorten über 105.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, gingen durch die Umzüge insgesamt 188.000 Posten verloren. "Wenn der ursprüngliche Firmenstandort nach der Verlagerung weiter genutzt wird und vor Ort eine neue Abteilung aufgebaut wird, so fließt dies entsprechend in die Statistik ein. Dies kann sowohl eine Zweckumwidmung des alten Standorts mit den gleichen Mitarbeitern als auch reale Entlassungen bedeuten", sagt der Experte.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Unternehmensverlagerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Familienunternehmer setzen eher auf Evolution als auf Disruption
16.10.2019 | WHU - Otto Beisheim School of Management

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Leichter Anstieg auf neuen Höchstwert
25.09.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics