Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Firmenübernahmen verringern Wettbewerb auf Technologiemärkten

03.01.2008
Fusionen und Übernahmen erhöhen nicht nur die Konzentration auf Produktmärkten und verringern damit den Wettbewerb zulasten der Nachfrager. Sie führen vielmehr auch zu einer Bündelung wichtiger Technologien beim Käuferunternehmen, was die Entwicklung konkurrierender Technologien in anderen Unternehmen blockieren kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, die 1.204 europäische M&A-Transaktionen in den Jahren von 1999 bis 2003 untersucht.

Danach identifizieren Käuferunternehmen gezielt solche Technologien bei potenziellen Zielunternehmen, die aufgrund eines bestehenden Patents die technologische Entwicklung bei Wettbewerbern blockieren können. Dies kann zu einer monopolartigen Stellung des durch die Fusion entstandenen Unternehmens führen. So verringert sich nicht nur der Wettbewerb auf Produktmärkten, sondern auch auf den vorgelagerten Technologiemärkten.

Fusionen tragen damit dazu bei, innovative technologische Designs von Wettbewerbern zum Schaden der Konsumenten zu verhindern. Während die Kartellbehörden im Fall eines Zusammenschlusses nahezu ausschließlich die potenziellen Auswirkungen auf Produktmärkte untersuchen, findet hingegen die Konzentration auf Technologiemärkten bislang kaum systematisch Berücksichtigung.

Die Studie differenziert darüber hinaus zwischen Übernahmen, die von strategischen Investoren durchgeführt werden, und Übernahmen, die von Finanzinvestoren durchgeführt werden. Danach zeigen sich die Konzentrationseffekte von Technologien ausschließlich bei den strategischen Investoren, die gezielt den Wettbewerb beeinflussen wollen. Finanzinvestoren zeigen zwar ein deutliches Interesse an den Technologien des Zielunternehmens insgesamt, nicht jedoch an solchen Technologien, die Wettbewerbstechnologien blockieren können. Grund hierfür ist, dass Finanzinvestoren in aller Regel nicht über ein eigenes Technologieportfolio verfügen und das Zielunternehmen nach der Übernahme weitgehend unabhängig bleibt. Finanzinvestoren - und hier vor allem Private-Equity-Investoren - machen einen Anteil von etwa 30 bis 50 Prozent der weltweiten M&A-Aktivitäten aus.

Ansprechpartner:
Dr. Christoph Grimpe, Telefon 0621/1235-381, Fax -170, E-Mail grimpe@zew.de
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp07066.pdf - Die Studie ist als ZEW Discussion Paper No. 07-066 in englischer Sprache erschienen.

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Finanzinvestor Technologiemarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel deutlich zurückgegangen
26.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Deutsche Konjunktur schwächer, aber keine Anzeichen für Rezession
11.03.2019 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics